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FFH-Gebiet

„Es ist alles freiwillig“

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Sandra Schwägerl, Wochenblatt
am
11.09.2019

Regierungsmitarbeiter stellen Managementplan zum FFH-Gebiet Ewige Sau vor. Bis 13. September können Änderungsvorschläge an sie herangetragen werden.

Natura2000-EwigeSau

Grabenstätt/Lks. Traunstein In einem „Goldstück von Naturschutzgebiet“, wie es Matthias Beckmann von der Regierung von Oberbayern nannte, kamen kürzlich einige Behörden- und Bauernvertreter sowie betroffene Grundstücksbesitzer im FFH-Gebiet „Hangquellmoore Ewige Sau“ zuammen.

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In den vergangenen Monaten wurden dort schützenswerte Arten von Flora und Fauna erfasst und mit ihrem Erhaltungszustand sowie notwendigen Pflegemaßnahmen in ebinem Managementplan festgeschrieben. Gemeinsam wurden einige dieser, zu schützenden, Lebensraumtypen vorgestellt. Darunter ein „Übergangsmoor mit Sumpfglanzkraut und Schwalbenwurzenzian“, welches idealerweise einmal jährlich – ab 1. September – mit einem Balkenmäher gemäht werden soll, um das Schilf in Schach zu halten.
Für Diskussionsstoff sorgte dabei der behördlich vorgegebene Mahdzeitpunkt für geförderte Maßnahmen der Bauern. Wenngleich es laut dem Sachverständigen Manfred Drobny „auf eine oder zwei Wochen nicht ankommt“: für die Bewirtschafter bedeutet es zusätzlichen bürokratischen Aufwand, sich die Genehmigung der örtlichen Unteren Naturschutzbehörde einzuholen.
Diese wurde bei der Versammlung von Gertrud Vogel vertreten. Sie appellierte daran, die Flexibilität auch im Kalender nach hinten zu berücksichtigen. Eine Teilflächenmahd jedoch sei immer erlaubt, wenn Verschilfung drohe, versicherte Vogel.

Mehr Baumarten,
mehr Totholz

Die Forstkartierungen in den rund 6,3 ha Wald im FFH-Gebiet erläuterte Hans Münch vom Regionalen Kartierteam Oberbayern: Für den Waldmeister-Buchenwald regte er an, lebensraumtypische Baumarten – darunter Weißtanne, Stieleiche, Esche, Vogelkirsche – zu fördern und Wildschäden an diesen zu reduzie
ren. Weiter versuchte er, die Waldbesitzer zu mehr Totholz im Wald anzuregen: „Totholz ist Leben“, betonte er im Hinblick auf die Artenvielfalt.

Spielregeln bei Natura2000

Zu den „Spielregeln“ bei Natura 2000 zählt, dass die Maßnahmen nur für staatliche Flächen verpflichtend durchzuführen sind, erklärte Beckmann den Versammelten. Das genannte Gebiet von rund 50 ha handelt es sich nur um private Grundeingentümer. Für sie seien die Maßnahmen lediglich Vorschläge, die freiwillig angenommen und auch gefördert werden können. Jedoch gilt das sogenannte Verschlechterungesverbot. Das bedeutet, der jetzt kartierte Zustand muss erhalten bleiben und darf nicht zerstört werden.

Karten sind im Internet einsehbar

Eine Neuerung gibt es bei der Materialeinsicht zum Managementplan und geplanten Maßnahmen: Dieses ist auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern abrufbar, anders als bisher in den örtlichen Gemeinden. Noch bis zum Freitag, 13. September nimmt die Regierung Änderungsvorschläge auf.
Was derzeit nicht verändert werden könne, sei der Schutzstatus des Biber im Gebiet – sehr zum Leidwesen der Bauern, wie sich beim Ortstermin zeigte. In massiven Störfällen könne man sich an Wolfgang Selbertinger von der Unteren Naturschutzbehörde Traunstein wenden, so der Rat der Regierungsvertreter.
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