Login
Freileitung Maisach-Dachau

Bauern widersprechen

Angi Kiener
am
07.08.2017

Mammendorf -  Die bestehende Freileitung zwischen Maisach und Dachau soll ab Mitte des nächsten Jahres ertüchtigt werden. Bestehende Gittermasten sollen durch Stahlvollwandmasten ersetzt werden. Die Bauern befürchten dadurch Beeinträchtigungen – rund 25 Betroffene haben bereits Einspruch eingelegt. Sie lassen sich von der BBV-nahen Kanzlei Landvokat vertreten.

Landwirte, Maisach, Dachau

Rund 30 Landwirte aus dem Raum Fürstenfeldbruck und Dachau folgten der Einladung der Bayernwerke zur Informationsveranstaltung im Mammendorfer Bürgerhaus. Bayernwerk-Projektleiter Christian Herzig, Rudolf Stubenvoll und Thomas Waßer erläuterten die geplante Maßnahme.
Dass die Trasse ertüchtigt werden muss, steht außer Frage, doch: Bestehende Dienstbarkeiten aus den 1950er- und 60er-Jahren haben nach Meinung der Anwaltskanzlei nicht zwangsläufig Gültigkeit für dieses Bauvorhaben. „Die Energiewende stellt uns vor große Herausforderungen, wir müssen den Netzausbau im Hinblick auf mehr Wind- und Solarenergie vorantreiben, der Umstieg bei der Energieversorgung erfordert einen umfassenden Systemumbau der Netze“, betonte Waßer.
Rechtsanwalt Hartwig Schneider konterte: „Es wird keinen Sturm gegen Sie geben; doch es geht um die Frage, ob Sie in jedem Fall ein Leitungsrecht haben.“ Und: Was oben (Masten) rausschaue, sei zwar optisch kleiner, aber nicht tatsächlich, denn: Neue Fundamente und deren Überdeckung stellten einen besonderen Eingriff dar, da insbesondere die Bedeckung der großflächigen Fundamente die Kapillarwirkung beeinträchtige und somit auch die Bodenfruchtbarkeit. „Ohne Leitungsrecht müssen jetzige Unterlagen zurückgewiesen werden, das ist der rechtliche Dreh- und Angelpunkt“, unterstrich Rechtsanwalt Schneider.
Rudolf Stubenvoll meinte: „Wir haben schon Hunderte dieser Platten eingebaut, sie bringen unseres Wissens keine Nachteile – uns sind keine Folgeschäden bekannt und wenn etwas dieser Art passiert, werden wir dafür gradestehen.“
Von der geplanten Freileitung mit 40 neuen Masten sind rund 60 Eigentümer direkt betroffen, insgesamt, die Überspannungen einbegriffen, 200 Grundstückseigentümer.Beim Informatonstermin wurden auch die nötigen Zuwegungen angesprochen: Die Zufahrten sollen mit Aluplatten gewährleistet werden. Pro Mast rechnet der Netzbetreiber mit bis zu achtwöchigen Bauarbeiten. „Entstehende Schäden werden wir pro Einzelfall bewerten, die ein Sachverständiger ermittelt; wir zahlen keine Pauschalen, sondern den direkt entstandenen Schaden, schließlich wollen wir Ihnen hinterher noch in die Augen schauen können“, versprach Stubenvoll den Bauern.

Auch interessant