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Berufswahl

Hier werden Berufswünsche geweckt

Bildungsmesse_sas
Dietmar Fund
am
04.06.2018

AELF Töging und ALE Oberbayern informieren bei der Bildungsmesse Inn-Salzach.

War die Arbeit auf dem Hof der Eltern, in der Landwirtschaft oder „auf dem Land“ früher für die meisten Kinder vorgezeichnet, können sie  heute auswählen. Umso wichtiger ist es, dass sie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten nicht aus den Augen verlieren, die sich auch in ihrer lokalen oder regionalen Umgebung bieten. Da war es nur logisch, dass das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging und das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (ALE) als Aussteller an der Bildungsmesse Inn-Salzach in Burghausen teilnahmen. Die Landkreise Altötting und Mühldorf am Inn veranstalten sie im jährlichen Wechsel zusammen mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Kreishandwerkerschaft.

Sieglinde Eicher, stellvertretende Leiterin der Landwirtschaftsschule im AELF, ihre Fachlehrerin Margarete März und die Bildungsberaterin Barbara Stöckl informierten junge Schülerinnen und Schüler allgemein über Berufe in der Hauswirtschaft. „Das Interesse bei Schulklassen ist zwar vorhanden, aber auch ein großer Aufklärungsbedarf“, berichtete Eicher. „Man kann in landwirtschaftlichen Betrieben, in Hofcafés, Gaststätten und Senioreneinrichtungen lernen. Viele Schülerinnen, Schüler und Eltern wissen nicht, dass man in der Hauswirtschaft nicht stehen bleibt. Man hat vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten.“ Die Perspektiven reichten etwa bis zur leitenden Position in einem Seniorenheim.
De Pädagoginnen verteilten Flyer, die alle Berufsbilder anschaulich schilderten. Deren Basisausbildung vermittelt die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung. Aufmerksam machten Eicher und März auch auf den Schwerpunkt ihrer Schule, die einsemestrige Weiterbildung zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Auch die Weiterbildung von der Hauswirtschafterin zur Dorfhelferin wurde am AELF-Stand angesprochen, denn in der Region sind diese gerade sehr gesucht.
Als Standnachbar informierte Johannes Anzenberger über den Beruf des Landwirts und die Weiterbildungen zum Meister oder zum Techniker, die auf diese Grundausbildung aufbauen. Am Messestand des ALE, das voraussichtlich ab dem Jahr 2023 von München nach Mühldorf am Inn verlegt wird, sprach Ausbildungsleiter Klaus Friedrich mit potenziellem Nachwuchs. Mit dem Ausbildungsberuf „Techniker für Ländliche Entwicklung“ hatte er ein Angebot auch für Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder qualifizierendem Hauptschulabschluss.
Parallel zum Hallen-Messestand hatte das ALE im Freigelände Vermessungsfahrzeuge aufgebaut, an denen unter anderem Karl Mayer, Techniker für Ländliche Entwicklung, und die Dienstanfängerin Annalena Söll die Arbeit in ihren Berufen erläuterten.
„Wir schließen zwar keine Ausbildungsverträge, betreiben aber Öffentlichkeitsarbeit für hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Berufe“, sagt Sieglinde Eicher vom AELF. „Das lohnt sich, weil wir über einen Arbeitsmarkt aufklären können, der in Zukunft noch interessanter wird.“ Immer wieder wunderten sich auch Eltern darüber, dass man Landwirtschaft lernen könne und dass Landwirte Unternehmer seien. Viele meinten, in die Landwirtschaft wachse man einfach hinein.

Ausbildungsberufe anschaulich präsentieren zu können, sieht Josef Holzmann vom ALE als Vorteil von Bildungsmessen gegenüber Auftritten in Schulen an. „Anschließend haben die jungen Leute eine gute Vorstellung von unserer Arbeit und wir bekommen so Praktikanten, die wir beschnuppern können. Das ist ein positiver Effekt solcher Bildungsmessen.“

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