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Biberanzahl auf erträgliches Niveau reduzieren

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Gabi Rasch
am
23.10.2018

Grundbesitzer fordern unbürokratische Biberentnahme – auch in FFH-Gebieten.

Seeon-Seebruck/Lks. Traunstein Ganz genau hat der Bundesvorsitzende der Freien Wähler (FW), Hubert Aiwanger, bei einer Begehung die Biberschäden im FFH-Gebiet der oberen Alz im Landkreis Traunstein begutachtet. „Es wurde zu lange gewartet und zu wenig gehandelt“, erklärte er gegenüber den versammelten Grundbesitzern.

Aiwanger sprach von einem sinnvollen Vorgehen, wobei der Bestand nicht gefährdet werde und behauptete sogar, dass es dem Biber guttue, wenn auch der Bestand regelmäßig abgeschöpft werde. „Ich mag Hasen, Schweine, Rehe und Biber“, versicherte Aiwanger. Wenn aber ein von den Tieren verursachter Schaden ein gewisses Maß überschreite, habe nach Meinung des FW-Chefs der Mensch das Recht, einzugreifen. Der Biber habe sich mittlerweile so vermehrt, dass eine stärkere Bejagung notwendig sei. Die Freien Wähler hätten deshalb schon relativ früh gangbare Wege aufgezeigt und auf eine Basis gestellt. Es sei ein Dilemma, dass die Abwicklung im Bibermanagement von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich behandelt werde, sagte Aiwanger.

Im Einklang mit dem Naturschutz

Rund 25 betroffene Grundstücksanlieger an der Oberen Alz und Vertreter von Verbänden waren zu diesem Treffen auf den Huberhof nach Niesgau gekommen. Seit zweieinhalb Jahren kämpfen Truchtlachings BBV-Ortsobmann Thomas Reitmaier und seine Mitstreiter darum, den Biberbestand auf ein erträgliches Niveau zu reduzieren. „Wir wollen den Biber in Einklang mit dem Naturschutz auf ein ausgeglichenes Niveau bringen und ihn nicht ausrotten“, betonte Reitmaier. Als man vor zehn Jahren erstmals bemerkt habe, dass sich nahe ihrer Wälder und Felder Biber angesiedelt hätten, sei das noch sehr nett gewesen, aber jetzt „nimmer“, so der Ortsobmann.
Die Situation sei nicht mehr tragbar: Denn der possierliche, unter Naturschutz stehende Riesennager fresse nicht nur die Bäume an. Er befalle auch die Weizen- und Maisfelder und mache mittlerweile auch vor den Steilufern nicht mehr Halt. Jungbäume würden gar nicht mehr wachsen. Die Waldbesitzer behelfen sich zum Teil damit, die Jungbäume einzuzäunen oder einzeln mit Maschendraht zu umwickeln. „Das hilft aber nicht viel. Der Biber schiebt den Maschendraht einfach nach oben“, erklärte der Waldbesitzer Karl-Heinz Waller.

Bis zu sieben Tiere im Jahr entnehmen

Eine Ausnahme herrscht in Absprache mit dem Landratsamt Traunstein: In dem betroffenen Alzgebiet dürfen jetzt Biber „in einem begrenzten Umfang“ entnommen werden. Das Landratsamt spricht von fünf bis sieben Tieren pro Jahr. Das Problem bleibe aber, weil sich der Biber bayernweit immer mehr vermehre, sind sich Reitmaier und seine Mitstreiter einig.
Deshalb fordern die Alz-Anlieger, das Bibermanagement zu ändern und haben dazu ein Papier verfasst, dass sie Hubert Aiwanger überreichten. Darin fordern sie unter anderem, die Beurteilung der Biberschäden und die Schadensermittlung bayernweit auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Der Biberfond sollte aufgestockt werden, damit die Schäden zu 100 % übernommen werden könnten.

Fachpersonal zur Schadensermittlung

Die Schadensermittlung sollte im Zuge eines Bürokratieabbaus von einem Fachpersonal durchgeführt werden. Im Forstbereich durch Förster, bei Kulturschäden durch Personal der Landwirtschaftsverwaltung und nicht wie bisher durch den Biberbeauftragten der Unteren Naturschutzbehörde. Bei Schäden im Forst sollten auch die Jungpflanzen berücksichtigt werden.

Des Weiteren fordern sie, den Schutzstatus beim Biber herabzusetzen und ihn in das Jagdrecht aufzunehmen, jedoch ohne Übernahme der Wildschäden durch die Jägerschaft. Auch in FFH-Gebieten sollte nach Abschluss der Kartierungsmaßnahme, eine unbürokratische Entnahme möglich sein.

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