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Aufklärung

Brucker Schlachthof: Der Sache auf den Grund gehen

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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Georg Huber
Will Klarheit in Sachen Tierschutzverstöße am Fürstenfeldbrucker Schlachthof: Kreisobmann Georg Huber. © Angi Kiener
von , am
26.06.2017

Fürstenfeldbruck - Der Brucker Kreisobmann Georg Huber will Klarheit darüber, was in den zehn Monaten, in denen die Soko Tierschutz gefilmt hat, wirklich passiert ist.

Nach Verstößen gegen den Tierschutz wurde der Brucker Schlachthof geschlossen. Die Organisation Soko Tierschutz hatte Videoaufnahmen veröffentlicht und medienwirksam auf dortige Missstände aufmerksam gemacht. Nun gibt der Fürstenfeldbrucker Kreisobmann Georg Huber dem Schlachthof Rückendeckung: Er hat Anzeige gegen die Soko Tierschutz erstattet.
Der Bauernchef will Klarheit. „Dass Verstöße gegen den Tierschutz im Brucker Schlachthof geahndet werden müssen, liegt auf der Hand und das ist auch völlig in Ordnung“, schickt Huber voraus. Aber man dürfe nicht nur auf die eine, man müsse auch auf die andere Seite schauen. Denn: „Entweder hat die Soko Tierschutz zehn Monate zugeschaut und sie hätten mit einer zeitnahen Anzeige Tierleid verhindern können – oder sie mussten über so einen langen Zeitraum filmen, um Verstöße festhalten zu können“, meint der Kreisobmann.
Im ersten Fall hätten die Tierschützer seiner Meinung nach viel früher auf Missstände aufmerksam machen müssen.
Trifft hingegen zweiter Fall zu, dann sei die Darstellung, dass zehn Monate Missstände im Schlachthof beobachtet wurden, völlig aus der Luft gegriffen, somit haltlos und seitens Soko Tierschutz falsch dargestellt. Der Bayerische Bauernverband hat dem Kreisobmann einen Rechtsanwalt vermittelt und wird laut Georg Huber die Anwaltskosten übernehmen.
Der Anwalt riet dem Kreisobmann, im Zuge der Anzeige auch auf Hausfriedensbruch zu klagen. „Das mit dem Hausfriedensbruch ist für mich eher nebensächlich, mir geht es darum zu erfahren, wann was im Brucker Schlachthof abgelaufen ist.“
Huber sieht sich in der Pflicht zu handeln. Er kenne einige Metzger, die am Schlachthof arbeiteten, persönlich und sie hätten ihm versichert, nicht an den Verstößen beteiligt gewesen zu sein. „Jetzt werden alle Metzger in einen Topf geworfen und vorverurteilt; das Thema muss aufgeklärt werden und ich möchte durch die Anzeige das tatsächliche Ausmaß in Erfahrung bringen – vielleicht kann manches dadurch in ein anderes Licht gerückt werden“, betont der Kreisobmann.
Ob die Anzeige tatsächlich verhandelt wird, entscheidet letztlich die Staatsanwaltschaft München. „Das Einschreiben mit der Anzeige gegen die Soko Tierschutz ist am Mittwoch, 14. Juni, rausgegangen“, sagt Kreisobmann Huber.
Derzeit werden Schweine, Rinder und Schafe zu weiter entfernten Schlachthöfen gebracht. „Das ist auch nicht im Sinne des Tierwohls“, betont Huber.

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