Login
Verbandswahlen

Drei vom Spitzenquartett treten ab

pd
am
27.02.2017

Erding - Irmgard Posch ist neue Kreisbäuerin und Jakob Maier neuer Kreisobmann.

Kreisvorstände

Grucking/Lks. Erding „Es ist wichtig und richtig, dass der BBV mit der Altersgrenze eine Linie eingezogen hat, denn es sollen Junge nachkommen und die Zukunft gestalten“, erklärte der Erdinger Kreisobmann Johann Schwimmer zu Beginn der Verbandswahlen auf Kreisebene. Er selbst konnte nicht mehr kandidieren, da er mit 67 Jahren die Grenze von 65 überschritten hat.
Erneut antreten dürfen hätte das weibliche Führungsduo, aber Kreisbäuerin Elisabeth Mayr und ihre Stellvertreterin Irmgard Kirmair verzichteten auf eine Nominierung. Beide wollten ihre Posten in jüngere Hände legen.
„Es ist jetzt Zeit, mein Amt abzugeben, und ich wünsche meiner Nachfolgerin viel Erfolg“, meinte Mayr. Mit stehendem Applaus wurde die 63-Jährige nach zehn Jahren von ihrem Posten als Kreisbäuerin verabschiedet. „Freilich war’s manchmal anstrengend, aber auf alle Fälle war es für mich eine große Bereicherung und keine lästige Pflicht“, betonte Mayr.
In ihre Fußstapfen tritt nun Irmgard Posch. „Ich freue mich, dass ich die nächsten fünf Jahre den Landkreis Erding als Kreisbäuerin vertreten darf“, verkündete die 40-Jährige nach der Wahl. Bei einer ungültigen Stimme stand auf 36 von 37 Wahlzetteln ihr Name. Es gab keine Gegenkandidatin. Die 4-fache Mutter ist seit zehn Jahren Ortsbäuerin von Mittbach und war schon fünf Jahre in der Kreisvorstandschaft. Sie bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb.
Beim Votum zur stellvertretenden Kreisbäuerin musste die Entscheidung auf einen späteren Termin verschoben werden, da sich auf Anhieb niemand zur Verfügung stellte. Doch eine deutlich positive Stimmungslage bei den Frauen zeigte, dass der nun momentan vakante Posten bald besetzt werden könnte. Man muss sich nur noch einmal in Ruhe zusammensetzen, lautete die einhellige Meinung.
Bei den Männern war die Führungsspitze schnell besetzt. Zum neuen Kreisobmann wurde Jakob Maier gewählt. Fünf Jahre war er Stellvertreter, seit 15 Jahren bekleidet er das Amt des Ortsobmannes von Oberding. Der 53-jährige Vater zweier Kinder hat in Niederding mit einem Nachbarn eine Betriebsgemeinschaft mit Biogasanlage und Jungviehaufzucht. Bei einem ungültigen Wahlzettel sowie einer Enthaltung erreichte er 40 von 42 Stimmen.
Wie schon bei Jakob Maier gab es auch bei Michael Hamburger keinen Gegenkandidaten. Auf den neuen stellvertretenden Kreisobmann entfielen 37 von 42 Stimmen. Der 38-Jährige ist in festen Händen und Vater eines Kindes. Derzeit ist er zusätzlich bei der BayWa im Landhandel tätig, da der Betrieb mit Schweinezucht noch nicht übergeben ist. Hamburger kommt aus dem Ortsverband Buch am Buchrain und war als Vertreter der Jungbauernschaft Altenerding bereits fünf Jahre lang in der Kreisvorstandschaft engagiert.
Standing Ovations erhielt nicht nur Elisabeth Mayr, sondern auch Johann Schwimmer bei seiner Verabschiedung nach 15 Jahren als Kreisobmann, zehn Jahren Stellvertreter und 30 Jahren Ortsobmann von Lappach. „Es waren interessante Zeiten dabei, aber auch nicht so angenehme“, meinte er in seinem Rückblick. Beispielsweise die BSE-Krise, die Kalamitäten im Wald durch die Stürme Vivian und Wiebke oder jüngst der durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ausgelöste Ärger mit der Plakataktion „Neue Bauernregeln“. Umso wichtiger sei der Zusammenhalt in „der großen BBV-Familie“.
Dies betonte auch Christine Singer, die als Bezirksbäuerin nicht nur bei der Frauenwahl anwesend war, sondern zusätzlich bei den Männern den erkrankten Bezirkspräsidenten Anton Kreitmair vertrat. In Sachen Hendricks habe sich wieder gezeigt, „wir können etwas erreichen, wenn wir zusammenstehen“. Der Berufsverband habe sofort mit großem Einsatz geschlossen gehandelt und die vehemente Kritik Wirkung erzielt.Werner Hohenauer

Auch interessant