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Asiatische Bockkäfer

Eingeschleppte Käfer im Oberland

Moschusbockkaefer
Ludwig Holly
am
10.07.2017

Murnau/Rosenheim/Kolbermoor - Zwei Bockkäfer, die über Verpackungsholz oder Pflanzen aus China eingeschleppt wurden, sorgen für Beunruhigung in drei Gebieten im Oberland. Es sind der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) in Murnau und der Asiatische Moschusbockkäfer (AMB) in Rosenheim und in Kolbermoor.

Der ALB, ein gefährlicher Quarantäneschädling, der intensiv bekämpft wird (das Wochenblatt berichtete), ist in Bayern bisher an fünf Orten gefunden worden: im Landkreis München in Feldkirchen (Oktober 2012) und Neubiberg (September 2014), im Landkreis Günzburg im Ortsteil Schönebach von Ziemetshausen (Oktober 2014), in Kelheim (April 2016) und zuletzt in Murnau (Oktober 2016).

Nachdem es in den älteren vier Quarantänegebieten etwas ruhiger geworden ist und beim Monitoring in diesem Frühjahr keine neuen Befallsmerkmale gefunden wurden, fielen in Murnau Anfang April die ersten Bäume der Motorsäge zum Opfer. Entnommen wurden in Murnau etwa 3500 Bäume, teilte die für die Bekämpfungsmaßnahme zuständige Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) mit. In den untersuchten Holzproben wurden knapp 70 lebende ALB-Larven, acht tote Käfer, etwa 90 offene Ausbohrlöcher und rund 1000 frische Eiablagen gefunden. Durch die Funde musste der bisherige Quarantänebereich in Murnau auch etwas erweitert werden. In dieser erweiterten Zone werden weitere Bäume gefällt. Um die Grenzen des Quarantänegebietes für jedermann deutlich sichtbar zu machen, werden zeitnah an den Straßen ALB-Hinweisschilder aufgestellt, die anzeigen, wenn man in das Gebiet einfährt bzw. dieses wieder verlässt.

Der AMB wurde im Jahr 2016 in Rosenheim und Kolbermoor gefunden. Er ist wie der ALB ein gefährlicher Quarantäneschädling und der erste amtlich bestätigte Fund in Deutschland. Gerade bei Jungbäumen ist mit starken Schäden durch den AMB zu rechnen, bis hin zum Absterben der Bäume. Er befällt alle Arten der Gattung „Prunus“, darunter fallen zum Beispiel Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Kriecherl, Aprikose, Pfirsich, Mirabelle und alle Zierformen dieser Gehölze. Laut LfL wurden bisher insgesamt 35 Gehölze gefällt, davon ein Baum im Jahr 2016 in Rosenheim und 34 Gehölze in diesem Frühjahr in Kolbermoor. „Hier wurden 18 Käfer im Jahr 2016 von Bürgern und Mitarbeitern der LfL gefangen“, teilt die LfL mit. Bei der Untersuchung der Holzproben von den bisher gefällten Gehölzen wurden 45 Larven in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, zwei Puppen und zehn erwachsene Käfer gefunden. „Der Befall scheint sich im Bereich Kolbermoor zu konzentrieren. Vermutlich befinden sich in und um die Quarantänezone Kolbermoor weitere Befallsherde“, so die LfL. Dort wurden in jüngster Zeit bei Kontrollen weitere 10 verdächtige Gehölze entdeckt. Daher bittet die LfL Landwirte, Baumpfleger und Gartenbesitzer um ihre Mithilfe. Sie sollen ihre Bäume regelmäßig kontrollieren, entdeckte Käfer einfangen und alle Feststellungen über die Hotline Tel. 08161-71-3111 der LfL melden.

In diesen Tagen ist die Entwicklung des Käfers abgeschlossen. Er schlüpft und sucht einen Partner zur Paarung. Zu achten ist auf fliegende Käfer und vom Stamm fallendes Bohrmehl. Die Käfer sind träge, wärmeliebend und leicht zu fangen. Weitere Infos: www.lfl.bayern.de.Pflanzenschutz.

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