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Waldbesitzerverband

Mit etwas Hoffnung ins Frühjahr

WBV PAF
Helga Gebendorfer
am
26.03.2019

Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Pfaffenhofen.

Hettenshausen/Lks. Pfaffenhofen „2018 war kein einfaches Jahr“, fasste Vorsitzender Hermann Müller bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Pfaffenhofen (WBV) zusammen. So verursachte Sturmtief Friederike am Jahresanfang ziemliche Schäden.

Ab Mai kam der massive Befall durch den Borkenkäfer hinzu. Zusammen mit den Einschlagmengen aus den Nachbarländern führte das zu einer großen Belastung der Holzmärkte. Schließlich brachte der Föhnsturm Vaia das Fass zum Überlaufen. „Die Preise sind im Keller und der Markt, vor allem für Käferholz, hat sich zu einem reinen Käufermarkt entwickelt“, lautete die Bilanz des Vorsitzenden. Doch bei allen schlechten Nachrichten: „Die Wasservorräte sind gefüllt und wir können mit etwas Hoffnung ins Frühjahr gehen“, so Müller.

Landrat Martin Wolf dankte der WBV für ihre Leistungen, vor allem für die Unterstützung der kleinen Waldbesitzer. „Grundsätzlich ist eine Portion Optimismus angebracht“, rief er den Waldbauern zu. Kreisobmann Manfred König begrüßte das Engagement der WBV und lenkte das Augenmerk über die Holzvermarktung hinaus auf die Pflegeverträge, die im Privatwald immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Zu den Herausforderungen der Zukunft zählen Borkenkäfer, Sturmschäden und Waldumbau“, stellte Dr. Andreas Hahn, stellvertretender Leiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen, fest und wies darauf hin, dass für stabile Wälder eine gesunde Baummischung gefragt ist, die auch einen finanziellen Ertrag liefert. Sein Kommentar im Hinblick auf die Ergebnisse des Vegetationsgutachtens: „Im Landkreis gibt es Licht und Schatten und in jeder Hegegemeinschaft gibt es viel zu tun.“
Nach Angaben von Geschäftsführer David Hauser sind in der WBV 2177 Waldbesitzer mit 11 376 ha organsiert, was eine Durchschnittsfläche von 5,2 ha bedeutet. Zurzeit werden insgesamt 101 Waldpflegeverträge mit 720 ha und 296 Teilstücken betreut. Die WBV vermarktete vom Nadelholz 53 223 fm Stammholz mit rund 250 000 fm Käferholz, davon 1905 fm Langholz. Vom Laubholz wurden 148 fm Stammholz verkauft. Hinzu kamen 1661 rm Papierholz. Außerdem wurden rund 69 000 srm Hackschnitzel vermarktet. Der Anteil der vermarkteten Baumarten teilt sich auf wie folgt: Fichte 88,23 %, Kiefer 10,77 %, Lärche 0,41 %, Tanne 0,24 %, Douglasie 0,07 %, Buche 0,06 % und Eiche 0,21 %.
Zum Schluss beleuchtete der Geschäftsführer den aktuellen Holzmarkt. Demnach ist seit dem Föhnsturm im November eine mäßige Nachfrage nach Fichtenholz zu melden. Die Preise bei Fichte ab 2 b+ BC liegen bei 70 bis 75 €/fm und bei Kiefer bei 60 €/fm. Für Papierholz werden 32 €/rm und für Hackgut 68 €/atro t frei Werk gezahlt.

Neue Entwicklungen zeigte Professor Cordt Zollfrank, Professor an der TUM in Straubing, in seinem Vortrag zum Thema „Lederstein und Birkenpech – neue Verwertungsansätze“ auf.

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