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Beutegreifer

EuRegio-Rat: Resolution zum Wolf

EuRegio Rat Ramsau 131218_30
EU Regio
am
21.01.2019

Grenzüberschreitende Forderung nach Herabsetzen des Schutzstatus des Wolfs.

Ramsau/Berchtesgaden Die Resolution der EuRegio zum Thema des großen Beutegreifers Wolf steht. „Damit sollen die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Familienbetriebe, die einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leisten, aufgegriffen werden“, erklärt EuRegio-Präsident Konrad Schupfner einleitend.
Gregor Grill, Fachreferent bei der LK Salzburg, führte den EuRegio-Rat in die Problematik ein. Er skizzierte die Entwicklung der Wolfspopulationen in Europa (derzeit gibt es bis zu 25 000 Wölfe in etwa neun Teilpopulationen mit einer Zuwachsrate von etwa 30 % pro Jahr). Grill verwies darauf, dass nach seiner Meinung der Schutzstatus des Wolfes in derzeitiger Form wissenschaftlich kaum noch zu halten sei; der Wolf sei in Europa nicht mehr gefährdet.
In die Diskussion wurden viele Argumente und Meinungen eingebracht. So wurde etwa darauf verwiesen, dass der alpine ebenso wie der voralpine Raum in der EuRegio mit seiner Kleinstrukturiertheit das Nebeneinander von Wolf und Almwirtschaft nicht vertrage und daher eine Bejagung erlaubt sein sollte, dass die Positionen des Natur- und Artenschutzes zu wenig berücksichtigt seien oder dass durch den Wolf die Gefahr eines Aufgebens land- und almwirtschaftlicher Betriebe deutlich zunehmen würde, was wiederum auch die Produktion regionaler Lebensmittel oder auch deren Image gefährden würde. Ebenso wurde der Tierschutz auch für die Tiere eingefordert, die vom Wolf gerissen werden, oder die Einrichtung eines „Wolfsmanagers“ angeregt, der bei einer Aufrechterhaltung des strengen Schutzstatus für den Wolf trotzdem das Prinzip „Weide vor Wolf“ im Auge behalten könnte. Auch die Schweiz wurde angesprochen, wo es eigentlich einen Herdenschutz gibt, bei Problemen der Wolf aber geschossen werden darf. Die Einzäunung auf Almgebieten wurde für Nebenerwerbslandwirte ebenso als logistisch nicht zu bewältigen eingestuft wie der Herdenschutz etwa mit Hütehunden.
Die vom EuRegio-Rat dann mit einer Gegenstimme beschlossene Resolution ist an die zuständigen Politiker Deutschlands, Österreichs, Bayerns und Salzburgs sowie an die Europäische Kommission und den Ausschuss der Regionen gerichtet und enthält insgesamt fünf Forderungen. Neben dem Schutz und Erhalt der bäuerlichen Weide-, Freiland- und Offenstallhaltung ist dies die Erstellung einer umfassenden Folgenabschätzung bei Rückkehr des Wolfes in den alpinen und voralpinen Raum auf die vielfältige, kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft sowie auf die von dieser geprägten Kulturlandschaft.
Weiters ist eine breite und sachliche Information der Bevölkerung ebenso notwendig wie die Reduzierung des Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene und die Schaffung von Weideschutzgebieten entsprechend dem Beschluss des Europäischen Parlaments. In Regionen, wo Präventionsmaßnahmen nicht verhältnismäßig erscheinen, muss durch eine konsequente Bestandsregulierung eine Wiederansiedlung des Wolfs ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt hat der Staat alle durch die Rückkehr des Wolfs entstehenden Kosten zu übernehmen.

Der Schutzstatus des Wolfs ist kaum mehr zu halten.

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