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Schweinehaltung

Ferkelerzeuger - die Hoffnung stirbt zuletzt

Verabschiedung
Helga Gebendorfer
am
11.03.2019

Rückblick und Ausblick der ober- und niederbayerischen Ferkelerzeuger.

VVG Oberbayern und SF

Mirskofen/Lks. Landshut „Die Stimmung unter den Bauern, vor allem bei den Ferkelerzeugern, ist nicht gut“, stellte Johann Maier, Vorsitzender des Südferkelbeirats Landshut/Oberbayern, bei der Jahresversammlung der Ferkelerzeuger und Schweinemäster für die Bereiche Landshut und Oberbayern im Gasthaus Luginger fest. Große Sorgen bereiteten ihm der Umgang und die mangelnde Akzeptanz der Gesellschaft mit den Landwirten, besonders mit den Ferkelerzeugern. Er beklagte, dass die Rahmenbedingungen , vor allem für Schweinehalter immer schwieriger werden und ging davon aus, dass der Selbstversorgungsgrad von aktuell 120 Prozent in fünf Jahren nicht mehr gegeben ist. „Weil es fast keine Investitionen mehr gibt“, betonte er.

Hoffen auf auskömmliche Preisentwicklung

Peter Lichtenegger, Bereichsleiter Ferkelvermarktung Landshut/Oberbayern, hoffte auf auskömmliche Preise, damit möglichst viele Betriebe erhalten bleiben und so die regionale Versorgung mit Ferkeln und Mastschweinen gewährleistet ist. Weiter wies er darauf hin, dass „Geprüfte Qualität Bayern“ die regionale Ferkelproduktion stärkt. Insgesamt reduzierte sich in Bayern die Zahl der Mastschweine von gut 3,3 Mio in 2017 auf knapp 3,2 Millionen in 2018, was ein Minus von 3,5 % ergibt. Gleichzeitig ist auch ein Rückgang der Schweinehalter um 4,7 % auf 4800 Betriebe zu registrieren. 2018 wurden über die SF/VVG insgesamt 596 000 Ferkel vermarktet, was ein Minus von 5,5 % ergibt. Dies teilt sich auf in 525 000 28-kg-Ferkel (-5,25 %) und 71 000 8-kg-Ferkel. Das Ziel für 2019 ist den Trend wieder umzukehren. „Der Strukturwandel dürfte in der Ferkelerzeugung weiter gehen. Immer mehr große Ferkelpartien werden aus Betrieben in den neuen Bundesländern oder Dänemark bzw. aus den Niederlanden bezogen“, berichtete Lichtenegger.

Ein Minus von fast 15 € beim Ferkelgrundpreis

„Durchschnittlich betrug 2018 der SF-Grundpreis für ein 28-kg-Ferkel 50,50 € - im Vergleich zum Vorjahr mit 64,70 €, was ein Minus von 14,20 € ausmacht. „Das ist schon ein gravierender Einbruch“, kommentierte er mit der Hoffnung, dass es 2019 wieder besser wird. In diesem Zusammenhang berichtete Lichtenegger von einem knappen Ferkelangebot im ersten Halbjahr und einem großen im zweiten Halbjahr.
Vom Schweinepreis gingen das ganze Jahr über keine positiven Impulse aus – im Gegenteil: Es gab 2018 sehr häufig Preisabzüge durch sogenannte Hauspreise. 2018 betrug der Anteil der Ferkelkosten am Mastschweineerlös nach seinen Angaben 44,7 % - nach 47,8 % im Vorjahr.

Zahlen aus der Region Landshut und Oberbayern

Im Bereich Landshut und Oberbayern sind 32 Betriebe mit mehr als 150 bis 700 Zuchtsauen pro Betrieb beheimatet, das heißt insgesamt rund 3500 Zuchtsauen mit über 20 000 Ferkel im Jahr.
Im Genossenschaftsgebiet wirtschaften 50 Betriebe mit mehr als 150 bis 800 produzierenden Zuchtsauen pro Betrieb. „Sind das die sogenannten Zukunftsbetriebe bzw. wie viele von ihnen hören auch noch auf?“, fragte sich Lichtenegger, der überzeugt war, dass kleine und auch mittlere Betriebe über kurz oder lang aufgeben werden.
Im Anschluss an eine Reihe von Fachvorträgen wurde schließlich Christian Rank nach fast 40 Jahren Tätigkeit bei der Südferkel GmbH von Bereichsleiter Peter Lichtenegger in den Ruhestand verabschiedet.
Helga Gebendorfer
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