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Pferdehaltung

Die Freude am Pferd weitergeben

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Externer Autor
am
11.06.2018

Die oberbayerischen Pferdezüchter ziehen eine positive Bilanz. Vorsitzender bleibt Florian Schelle.

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Großer Andrang herrschte bei der Jahreshauptversammlung des Pferdezuchtverbandes Oberbayern e. V. in Aying-Großhelfendorf. Der Grund dafür war die Neuwahl der Führungsmannschaft.
Neben 430 stimmberechtigten Mitgliedern begrüßte 1. Vorsitzender Florian Schelle auch zahlreiche Ehrengäste. In seinem Rückblick konnte er viel Positives berichten und mehrere schöne Veranstaltungen noch einmal kurz Revue passieren lassen. „Schade ist nur, dass sich der Staat immer mehr zurückzieht. Das tut weh, denn unsere Sache hätte mehr Anerkennung verdient“, meinte Schelle. Pferdezucht sei sehr wichtig für Bayern. Gerade junge Leute seien viel unterwegs. „Wir müssen die Freude mit den Pferden an die nachfolgenden Generationen weitergeben, denn das macht unsere Heimat aus“, so der Vorsitzende.
Gut gewirtschaftet habe der Verband auch im abgelaufenen Jahr, wie die Mitglieder den Ausführungen des Kassiers Prof. Dr. Albrecht Stein entnehmen konnten. In allen drei Geschäftsbereichen – Verbandsbetrieb, Vermietung und Vermarktung – konnte ein Überschuss verbucht werden.
Damit sei es wieder möglich, die Erträge an die Züchterschaft zurückzugeben und die vielen Veranstaltungen wiederum bestmöglich zu unterstützen. So hatte Stein die gute Botschaft an die Verbandsmitglieder: „Wenn jemand etwas zur Unterstützung braucht, dann kann er sich an den Verband wenden“.
Einen umfassenden Überblick über die wichtigsten bayerischen Statistikzahlen, die vielen Erfolge der Züchter und „Neues aus der Pferdezucht“ gab Zuchtleiterin Cornelia Back vom Institut für Tierzucht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Sie zeigte sich zufrieden mit der Bilanz: „Es gab wieder ausgezeichnete Zuchterfolge, tolle internationale Erfolge für die bayerischen Pferde und viele Stuten mit sicherlich guter Zukunft“.
Die Stutenbestände wiesen gegenüber dem Vorjahr nur geringfügige Schwankungen auf: 835 (–9), Edelbluthaflinger, 346 (–4) Haflinger, 1823 Kaltblut (–11) und 2419 Warmblut (–6). Ebenso konstant blieben die Hengstbestände: Edelbluthaflinger 32 (+1), Haflinger 32 (+1), Kaltblut 142 (+6) und Warmblut 80 (+2).
Die Mitgliederzahl im Pferdezuchtverband betrug im Geschäftsjahr 4917 (2016: 4992). Davon entfielen 1159 (1174) auf die Rasse Haflinger/Edelhaflinger, 1264 (1259) auf Kaltblut und 2640 (2681) auf Warmblut. In diesen Zahlen sind auch doppelte Mitgliedschaften enthalten.
Traditionell wurden zahlreiche Mitglieder für ihre großen Erfolge und ausgezeichneten Leistungen mit Ehrennadeln, Urkunden und Ehrenpreisen geehrt. Die höchstrangingen Ehrenpreise, die der Pferdezuchtverband Oberbayern jedes Jahr vergibt, sind der:
  • „Dr. Franz-Gentner-Gedächtnispreis“, den Florian Schelle jun. (Deisenhofen) für seinen Kaltbluthengst „Salieri“ und Josef Bachmair (Rottach-Egern) für seine Kaltblutstute „Fürstin“ erhielten.
  • „Prof. Dr. Siegfried Block-Gedächtnispreis“, der an Jakob und Martina Reglauer (Wangen/Lks. Starnberg) für ihre Warmblutstute „Annie California“, der Bewegungssiegerin der Landesschau, ging.
Viel Zeit nahmen die Wahlen in Anspruch, bei denen neben der Vorstandschaft auch zahlreichen Ausschussmitglieder und Delegierte zu wählen waren. Wahlleiter Hans Hausmann konnte für die Wahlen 430 stimmberechtigte Mitglieder bestätigen. „Das dürfte ein neuer Rekord sein“, meinte Vorsitzender Schelle. Von diesen entfielen 35 Mitglieder auf die Rasse Warmblut, 279 auf Kaltblut und 116 auf Haflinger/Edelhaflinger.
Spannend wurden gleich zu Beginn die Vorstandswahlen, weil der bisherige, langjährige 1. Vorsitzende Florian Schelle aus Deisenhofen mit Hans Holzer aus Tutzing einen Gegenkandidaten hatte. Der 47-jährige Agraringenieur ist bei der Bayern-Genetik GmbH in Grub im Landkreis Ebersberg beschäftigt. Holzer konnte aber den bisherigen 1. Vorsitzenden Florian Schelle, der seit 35 Jahren Mitglied im Verband ist und ihn seit 20 Jahren als 1. Vorsitzender führt, nicht ablösen. Auf Schelle entfielen 285 und auf Holzer 133 Stimmen.
Der 2. Vorsitzende Hans Schiller wurde fast einstimmig als 2. Vorsitzender bestätigt. Er vertritt die Rasse Haflinger/Edelhaflinger. Mit Beate Ruth gab es auch bei der Wahl des 3. Vorsitzenden eine Gegenkandidatin zum bisherigen Amtsträger Dr. Dietz Donandt. Da beide Kandidaten, die die Rasse Warmblut vertreten, im ersten Wahlgang mit jeweils 194 Stimmen gleichauf lagen, musste eine Stichwahl entscheiden. Diese ging mit 295 Stimmen klar für Beate Ruth aus; Dr. Donandt erhielt 85 Stimmen.

Per Akklamation wurden einstimmig Anton Mayer als Schriftführer und Prof. Dr. Albrecht Stein als Kassier im Amt bestätigt. Neu ins Führungsteam gewählt wurde Georg Gilg als Nachfolger des verstorbenen, bisherigen Schatzmeisters Hubert Heigl (Wahlergebnisse siehe auch unten stehender Kasten).

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