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Biodiversität

Gewinnen geht nur gemeinsam

BiodiversitätEBE
Sandra Schwägerl
am
17.06.2019

Schon vor der politischen Diskussion um Artenvielfalt ist der Kreis Ebersberg in der Sache auf einem guten Weg gewesen.

Forstinning/Lks. Ebersberg Schon vor der politischen Diskussion um Artenvielfalt sei der Kreis Ebersberg in der Sache auf einem guten Weg gewesen, da waren sich AELF-Leiter Dr. Georg Kasberger und BBV-Kreisobmann Franz Lenz einig. So galt bereits 2018 das landkreisweite Jahresmotto „Ebersberg summt“.Gemeinsam mit Landrat Robert Niedergesäß, Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde, des Landschaftspflegeverbandes (LPV), der Jagd und auch vom Maschinenring Ebersberg besichtigten sie, unter Federführung des AELF, mehrere Flächen im Südlichen Schwabener Moos, die landwirtschaftlich genutzt werden und gleichzeitig der Biodiversität dienen. Darunter war die Pflegewiese der Landwirtsfamilie Steiler. Diese werde seit 30 Jahren nicht mehr gedüngt, um den dort unter anderem angesiedelten Margeriten und Flockenblumen keine Konkurrenz zu schaffen. Zweimal jährlich werde diese gemäht, das Material als Pferdeheu genutzt.
Weiter wurden zwei Flächen von Landwirt Sebastian Obermair betrachtet, darunter ein ehemaliger Ackerstandort, der im Frühjahr 2017 mit einer autochtonen Saatgutmischung angepflanzt wurde. Dort halte sich unter anderem der Hauhechel-Bläuling – ein Schmetterling, auf, informierte LPV-Geschäftsführer Josef Rüegg.
Was für die Biodiversität sehr gut ist, bedeutet für die Landwirte zunächst 3/4 weniger Ertrag, als sie ihn auf artenärmeren und intensiver bewirtschafteten Flächen hätten. Rüegg schlug vor, statt der staatlichen Fördergelder für die Arbeit auf der Wiese die Landwirte für Artenvielfalt zu bezahlen, also leistungsbezogen.

Dass Vielfalt auch im Acker hergestellt werden kann, jedoch wesentlich aufwändiger, wie Kasberger betonte, wurde am Beispiel einer jährlich wechselnden Blühfläche, ebenfalls von Landwirt Anton Steiler, aufgezeigt. Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde wertete die Schaffung von Biodiversität im Acker als positiv. „Wir müssen Rücksicht nehmen, die Landwirtschaft muss produzieren“, so wollte er mit den Bauern auf einen Nenner kommen. Einig war sich die rund 30-köpfige Runde darin, dass der Austausch und das Miteinander von Vertretern aus Landwirtschaft und Umwelt notwendig sei. Sonst würden alle verlieren, sprach es Obermair aus: Behörden, Bauern und die Natur. sas

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