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Kreisobmännerwahlen

Größter Verband verjüngt sich

Jürgen Leykamm
am
06.03.2017

Ansbach - Drei junge Herren bereichern des Führungsgremium des BBV für den Landkreis Ansbach.

Kreisobmännerwahl

Wenn der BBV im Landkreis Ansbach zur Wahl seines Kreisvorstands lädt, hat das Ergebnis in der Regel Signalfunktion weit über Grenzen des Einzugsgebiets des Kreisverbands hinaus. Denn dieser ist mit 6700 Mitgliedsbetrieben der personell größte in ganz Bayern. Nun hat er sich auf drei Posten verjüngt, an der Spitze bleibt weiterhin Kreisobmann Ernst Kettemann. So das Wahlergebnis im Schernberger Landgasthof „Bergwirt“.
Der bisherige erste Stellvertreter Reinhold Meyer allerdings schied aus persönlichen Gründen aus, bleibt aber weiterhin Ortsobmann in Binzwangen. Sein Amt im Kreisvorstand übernimmt nun Karlheinz Brand (Gailroth). Zum zweiten Stellvertreter wurde Peter Sturm (Katterbach) gewählt, als dritter im Bunde fungiert Richard Edelmann (Obermögersheim).
Der 28-jährige Sturm ist zugleich einer der Neuen in der Führungsriege, die als einzige im Freistaat über drei stellvertretende Kreisobmänner verfügt, welche die Altlandkreise repräsentieren sollen. Erst im vergangenen Herbst wurde der Milchviehhalter und DLG-Herdenmanager als Ortsobmann neu gewählt. Er will für mehr Verständnis für die Technisierung im Agrarbereich werben. Denn die komme Tier wie Mensch zugute, dem die Arbeit erleichtert werde und der so auch als Landwirt zu einer gesunden „Work-Life-Balance“ finden könne. Damit bleibe der Beruf attraktiv.
Ähnlich auch das Kernanliegen von Martin Waldmann (Strüth), der sich in der neuen Amtsperiode verstärkt um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Und sich einer Schieflage in der öffentlichen Wahrnehmung stellen will. Denn während in anderen Branchen technische Entwicklungen hoch gepriesen würden, werde von der Landwirtschaft verlangt, „so zu produzieren wie vor 50 Jahren.“ Dabei seien es gerade die neuen Entwicklungen, die gesellschaftspolitisch anerkannten Zielen wie der Einsparung von Ressourcen, effektiver Düngung und Tierwohl Rechnung trügen.
Der jungen Generation die Zukunft bahnen
Unterstützung bei der Aufklärungsarbeit gibt es hier von zwei weiteren Neulingen im Vorstand: Matthias Scheiderer (30 Jahre, Ebersdorf) und Stefan Schmidt (25 Jahre, Warzfelden). Ihnen ist vor allem der Zusammenhalt auf den Dörfern und zwischen den Generationen wichtig. Der jüngeren Generation solle auf dem Land die Zukunft gebahnt werden.
Komplettiert wird der neue Vorstand durch die wiedergewählten Hans-Jürgen Bauer (Schockenmühle) und Gerhard Steinbauer (Nehdorf), der die Nebenerwerbslandwirte vertritt. Mit im Boot ebenso Kreisgeschäftsführer Rainer Weiß (Höfstetten). Ausgeschieden sind neben Meyer auch Reinhard Braun (Fürnheim) und Willi Deffner (Deffersdorf). Die neue Führungsriege um den seit 2004 vorstehenden Ernst Kettemann (Hinterbreitenthann) vertritt nun einen rund 27 000-köpfigen Personenkreis, der sich über 230 Ortsverbände aufteilt.
Nicht überall fanden sich Ortsobmänner, leider „gibt es einige weiße Flecken“, so der von den 115 Versammelten im Amt bestätigte Kreisobmann. Dreimal aber sei es auch gelungen, verwaiste Posten zu besetzen und so einen Verband zu reaktivieren. Im Gegenzug zeigte er sich erfreut, dass es mit der Wahl gelungen sei, „die junge Generation einzubinden und so neue Gedanken in unsere Arbeit einfließen zu lassen.“
Die bäuerlichen Familienbetriebe rief Kettemann zugleich zu einem gesunden Selbstbewusstsein auf, zeigten sie doch gerade in Situationen Standfestigkeit, an denen Industriebetriebe zerbrochen wären. Lob für den „progressiven Kreisverband, der unsere Politik maßgeblich mitgestaltet“, gab es vom BBV-Bezirkspräsidenten Günther Felßner. So sei man gut gerüstet für die kommende Zeit, in der wohl noch weitere Male die Landwirtschaft „stark in den Wahlkampf hineingezogen werde.“ Dem wolle man sich in sachlicher Diskussion stellen: „Kommunikation ist das Megathema!“ Man sei auch zu Veränderungen in der Branche bereit, aber nicht vor ideologischem Hintergrund. Denn die Volksabstimmung des Verbrauchers „findet am Regal statt“. Seitens der Politik erhoffe man sich „mehr Planungssicherheit“. Denn bei Investitionen gehe es Landwirten nicht um die schnelle Rendite, „sondern um Lebensentscheidungen.“

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