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Hecken, Blühflächen und Co.

Tag-der-Artenvielfalt-EI-2
Helga Gebendorfer
am
08.07.2019

Internationaler Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt im Kreis Eichstätt.

Schelldorf/Lks. Eichstätt Der Internationale Tag der Artenvielfalt wurde schon im Jahr 2001 eingeführt. Heuer trafen sich aus diesem Anlass im Landkreis Eichstätt Vertreter verschiedener Naturschutzverbände, Jäger, Imker und naturbegeisterter Bürger zusammen mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt sowie Pfaffenhofen, dem Landschaftspflegeverband (LPV) Eichstätt und dem BBV an der Grundschule Schelldorf, um sich miteinander darüber auszutauschen.

Zuerst wurden zusammen im Beisein der Lehrer und Eltern einige der vielen selbst gebauten Nistkästen begutachtet, die die Schelldorfer Grundschüler der 3. und 4. Klasse am Schulgebäude angebracht, um brütenden Vögeln ein Zuhause zu bieten.
Josef Schnell vom AELF Ingolstadt freute sich, viele Teilnehmer und Ehrengäste, darunter Bürgermeister Christian Wagner mit Markträten sowie Landrat Anton Knapp, begrüßen zu können. Sein Dank galt allen Mitwirkenden, vor allem den Schülern für ihren großen Fleiß sowie dem Lehrer Ludwig Presser und Norbert Krapmann vom LPV, die die Nistkastenaktion durchführten.
Nach Auskunft von Schulleiterin Silke Kleve nimmt die Umwelterziehung an der Grundschule Schelldorf schon lange einen hohen Stellenwert ein. So wurde bereits vor einiger Zeit hinter dem Schulhaus eine Blühwiese und eine Bodenfläche für Wildbienen abgegrenzt, die gut angenommen werden. Nun begrüßte sie, dass mit der Installation der Nistkästen zugunsten der Mauerschwalben eine weitere Ergänzung hinzukommt.
Bei dieser Gelegenheit überreichten Josef Schnell und Johannes Scharl, stellvertretender Vorsitzender des LPV Eichstätt, an Bürgermeister Christian Wagner als Anerkennung für die vielen Maßnahmen im Markt Kipfenberg die Feldtafel „Säume und Graswege“.
Der zweite Teil der Veranstaltung fand in der freien Natur statt. Dort hatten Heinz Zacherl vom AELF Ingolstadt und Dominik Fehringer, Wildlebensraumberater vom AELF Pfaffenhofen, die vier Infostationen „Streuobstwiese“, „Gewässerschutz“, „Blühflächen“ und „Lebensraum Hecke“ zur Rettung und Intensivierung der Artenvielfalt aufgebaut, die vor Ort erläutert und diskutiert wurden. Dabei unterstrichen die Experten die Bedeutung der Streuobstwiese für Insekten und informierten, dass Gewässerrandstreifen Erosionsschutz bieten, Bodenfruchtbarkeit fördern und einen guten Schutz vor Einträgen in die Fließgewässer darstellen, verschiedene Blühmischungen Lebensraum für verschiedene Kleinst- und größere Tiere geben und Hecken einen großen Beitrag für eine große Tiervielfalt leisten.

Als Schlusspunkt kamen alle Teilnehmer im Gasthaus Jurahof in Biberg zusammen, wo die Thematik „Landwirtschaft – Natur/Umwelt/Gesellschaft“ intensiv in der Diskussion stand. Dabei beklagten die Vertreter der Landwirtschaft, dass die Auflagen, die durch das Volksbegehren auf die Branche zukommen, gerade für kleinere, flächenknappe Betriebe nur bedingt zu erfüllen sind. „Wir fordern, dass die Inhalte des Volksbegehrens transparenter kommuniziert werden, da viel Unklarheit herrscht“, meinten die BBV-Vertreter, die nicht verstehen konnten, dass kaum außerlandwirtschaftliche Belange des Artenschutzes im kommenden Gesetz enthalten sind. Immerhin waren sich die Teilnehmer des Fachgespräches einig, dass alle Bürger den Auftrag haben, Arten zu schützen.

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