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Oberbayern

Holzmenge wieder leicht gestiegen

von , am
05.01.2015

<b>Ebersberg</b> - Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Ebersberg.

Bei der Übergabe des diesjährigen WBV-Holzpreises: (v. l.) Markus Held (Raiffeisen-/Volksbanken im Landkreis Ebersberg), Preisträger Andreas Schwarz (Jugendhaus Lechner), Michael Kammermeier (WBV-Geschäftsführer), Richard Stanzel (Geschäftsführer der Zimmerei Einzinger GmbH) und Hans Riedl (WBV-Vorsitzender). © foto: ludwig holly
Zum letzen Mal leitete erster Vorsitzender Hans Riedl eine Jahreshauptversammlung der WBV Ebersberg, denn er wird bei der Neuwahl der Vorstandschaft im Februar 2015 nach 30 Jahren im Amt nicht mehr kandidieren. Die WBV hatte Mitglieder und Ehrengäste in die „Ebersberger Alm“ eingeladen, um über das Geschäftsjahr 2013 zu berichten.
Die Höhepunkte des Jahres ließ WBV-Geschäftsführer Michael Kammermeier noch einmal Revue passieren. Die Lehrfahrt führte die Ebersberger ins Allgäu, wo sie sich bei der WBV Schongau informieren konnten. Auf dem Programm standen zudem wieder viele Informations- und Schulungsveranstaltungen. Auch ein Waldbegang mit Landrat Robert Niedergesäß wurde organisiert. „Solche Termine sind wichtig, damit die Politiker verstehen, wo im Privatwald der Schuh drückt“, betonte Kammermeier. Die Mietgliederzahl stieg durch fünf Neuzugänge auf 1280 an.
Auch im Jahr 2013 ging die vermarktete Stamm- und Schichtholzmenge wie im Vorjahr leicht zurück. Die gesamte Holzmenge stieg aber im Vergleich zum Jahr 2012 (Klammerwerte) an und erreichte wieder das Niveau des Jahres 2011, weil sich die Hackschnitzelmenge verdoppelte.
Insgesamt wurden 57 026 Einheiten (54 917 Einheiten) von der WBV und ihrer Tochtergesellschaft (WHG) vermarktet. In dieser Menge sind 28 911 fm (30 185 fm) Stammholz, 16 296 Ster (18 555 Ster) Schichtholz, 11 665 Schüttraummeter (5819 srm) und 154 Tonnen atro (357 t atro) Hackschnitzel enthalten.
Auch die Jägerschaft war wieder sehr aktiv. Sie pflanzte 56 Streuobstbäume, 480 Laubholz-Heister, 825 Sträucher und 150 Fichten. Der Bezug von Waldpflanzen und Sträuchern durch die Mitglieder ging auf 59 645 (88 980) zurück. Der Verkauf von 9000 m Forstschutzzaun an die Mitglieder zeigt, dass der Wildbestand noch nicht in allen Revieren passt.
Den mit Unterstützung der Raiffeisen-/Volksbanken im Landkreis Ebersberg verliehenen WBV-Holzpreis 2014 bekam das Jugendhaus Lechner von Familie Schwarz in Aßling-Niclasreuth. Die dringend notwendig gewordene Modernisierung des Hauses wurde dazu genutzt, das Haus auch durch einen Holzanbau zu erweitern. „Der Neubau und die Hackschnitzelheizung sind beispielhaft für den modernen Holzbau und für eine umweltfreundliche Heizung. Aus der Sicht der Waldbauern geht es nicht optimaler“, erklärte WBV-Vorsitzender Riedl.
Seit 40 Jahren ist Alois Höher sen. stellvertretender Vorsitzender der WBV. Ihm kam bei der Versammlung eine besondere Ehre zu, denn auf Vorschlag der Vorstandschaft genehmigten die Mitglieder einstimmig, dass er zum 1. Ehrenmitglied er WBV ernannt wurde.
Zum Nachdenken brachte Bernd Mazzolini von der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Oberbayern manchen Waldbesitzer mit seinem Vortrag „Sichere Waldarbeit“. Die gezeigten Beispiele von teilweise schrecklichen Unfällen im Wald waren ein Appell an alle Zuhörer, immer Vernunft und Sorgfalt walten zu lassen. Vor allem das Arbeiten im Laubholzbestand ist um ein mehrfaches gefährlicher als in einem Nadelholzbestand.
„Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie vor dem Fällen eine sorgfältige Baumansprache und vergeben Sie besonders schwierige Arbeiten an Profis“, so der Unfallspezialist. Nach seiner Meinung ist eine sichere Waldarbeit ohne Seilwinde eigentlich nicht möglich. Vorsitzender Riedl dankte dem Referenten für den praxisnahen und anschaulichen Vortrag: „Es war sehr wichtig, dass die Probleme wieder aufgezeigt wurden“, so Riedl.
Über die neuesten Informationen aus der Forstverwaltung berichtete der Leiter des AELF Ebersberg, Leitender Forstdirektor Friedrich Nebl. Dabei ging er vor allem auf die Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB), auf die Änderungen in den Förderungen und auf das im Jahr 2015 wieder anstehende Vegetationsgutachten ein.
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