Login
Kreisbauerntag

Klare Absage an Nationalpark Donau-Auen

Kreisbauerntag Eichstätt
Helga Gebendorfer
am
02.10.2017

Eichstätt - "Wir sind gebrannte Kinder der FFH-Gebietsausweisungen der vergangenen Jahrzehnte“, merkte Kreisobmann Josef Kroll am Bauerntag an.

Die Vielfältigkeit der Betriebsformen und Betriebstypen ist charakteristisch für die bayerische Landwirtschaft“, machte Kreisobmann Josef Kroll beim Kreisbauerntag im Rahmen des Eichstätter Volksfestes deutlich. Zahlreiche Berufskollegen und Ehrengäste waren gekommen. Kroll hob bei dieser Gelegenheit die Bedeutung des Berufsstandes hervor und erklärte, dass die Bäuerinnen und Bauern Unternehmer im ländlichen Raum seien, die bäuerliche Land- und Forstwirtschaft vielfältige Aufgaben erfülle und Nachhaltigkeit die Lebensgrundlage der Betriebe darstelle. „Besonders die Bauernhöfe machen Bayern so lebenswert“, stellte er fest.

Zudem nutzte der Kreisobmann die Gelegenheit, den Fokus auf den geplanten 3. Nationalpark Donau-Auen zu lenken, der den Landwirten in der Region große Sorgen bereitet. Es gebe viele Bedenken und Befürchtungen, wie Flächenausstattung, Homogenität des Gebietes, Eigentumsverhältnisse, Nutzungsrechte und Bewirtschaftungseinschränkungen. „Doch ein Grund schlägt für mich alle anderen: Wir sind gebrannte Kinder der FFH-Gebietsausweisungen der vergangenen Jahrzehnte“, merkte er an. Er stand auf dem Standpunkt, dass die Donau-Auen durch stetiges Nutzen entstanden sind und deshalb das Prinzip „Schützen durch Nutzen“ das bessere Naturschutzkonzept darstellt. „Naturschutz geht nur mit der Landwirtschaft – nicht gegen uns“, verdeutlichte er.

Auch die stellvertretende Landrätin Rita Böhm und Oberbürgermeister Andreas Steppberger unterstrichen in ihren Grußworten die Leistungen der Landwirtschaft. Sie meinten, dass diese oft zu Unrecht an den Pranger gestellt würden und befürworteten angemessene Preise für deren Produkte.

Günther Felßner als Festredner

Als Festredner war Günther Felßner, BBV-Vizepräsident und Bezirkspräsident von Mittelfranken, zu Gast. Er widmete sich dem Thema „Die Landwirtschaft der Zukunft – die Quadratur des Kreises?“. Dabei bedauerte er, dass viele Verbraucher einerseits höchste Qualität forderten und andererseits „den billigsten Schrott“ an Lebensmitteln einkauften. „Wir stecken in einem Dilemma“, betonte er. Die Bevölkerung verlange regionale Erzeugnisse, doch wenn ein Schweinestall in ihrer Nachbarschaft entstehen soll, gebe es Bürgerinitiativen und Demonstrationen dagegen. Genauso verhalte es sich auf dem Energiesektor. Einerseits wolle man weg von der Atomkraft, aber Windräder, Biogasanlagen und Maisanbau stünden genauso in der Kritik. Felßner machte Werbung für eine moderne Effektivitätssteigerung, ohne dabei konservative Werte zu vernachlässigen. Außerdem befürwortete er im Hinblick auf die Anbindehaltung einen Übergang mit Maß und Ziel in Sachen Ferkelkastration für lokale Betäubung.
Parallel zum Kreisbauerntag im Zelt fand draußen wieder ein Bauernmarkt mit attraktiven Angeboten und einer Tombola sowie Kaffee- und Kuchenverkauf des Landfrauenvereins Eichstätt statt.

Auch interessant