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Landleben

Landfrauenchöre - gemeinsam statt Solo

Ein musikalischer Sonntag war es in Teisendorf, als sich dreizehn oberbayerische Landfrauenchöre zum diesjährigen Chöretreffen im Poststall trafen.

Sandra Schwägerl
am
13.05.2019
ChorFS
ChorFFB
ChorTS
ChörAÖ
ChorMB
ChorRO
ChorBGL
ChorLL
ChorMÜ
ChorWM
ChorPAF
ChorDAH
Organisatoren..

Insgesamt 364 Sängerinnen aus 13 oberbayerischen Chorgemeinschaften erhoben beim diesjährigen Chöretreffen in der Berchtesgadener Marktgemeinde Teisendorf ihre Stimmen. Der Festtag der Musik begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas, dessen gesangliche Gestaltung übernahm der gastgebende Landfrauenchor Berchtesgadener Land mit ihrer Leiterin Anja Warislohner. Begleitet wurden die Frauenstimmen von Volksmusikpfleger Hansl Auer, welcher auch später im Poststall mehrere Chöre unterstütze.

Pfarrer Martin Klein überzeugte die Damen mit seinen Fürbitten, welche sehr gut auf das Chorwesen der Landfrauen zugeschnitten waren. Festlich war auch der Weg zum Poststall, auf dem die Sängerinnen gemeinsam mit Ehrengästen von der Musikkapelle Teisendorf begleitet und in den Saal gespielt wurden. Zwischenstopp war am Schulgebäude, wo sich bereits Zuschauer in freudiger Erwartung auf die Sängerinnen sammelten, die dies mit einem gemeinsamen fröhlichen Jodler zu belohnen schienen.

Im liebevoll von Resi Enzinger geschmückten Festsaal begrüßte Berchtesgadens BBV-Kreisbäuerin Maria Krammer die Versammelten, darunter befanden unter anderem die Ehrenlandesbäuerin Annemarie Biechl aus dem Kreis Rosenheim, Oberbayerns Bezirksbäuerin Christine Singer aus Garmisch-Partenkirchen sowie einige weitere Kreisbäuerinnen, die sich mit ihrem Chor auf den Weg in den Rupertiwinkel gemacht hatten. Nicht fehlen durften die Bezirkschorbeauftragte und stellvertretende Bezirksbäuerin Elisabeth Mayerhofer und Oberbayerns BBV-Direktor Walther Pittroff, der gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Martina Koll im Vorfeld für die Liedauswahl zuständig war.

Mauern durchbrechen, Brücken bauen

Mayerhofer leitete durch den Nachmittag und stellte fest, dass Singen Mauern durchbreche und Brücken baue, die Menschen zusammenbringen. In diesem Jahr hatte der Berchtesgadener Landfrauenchor und Kreisbäuerin Maria Krammer diese Brücke gebaut. Gemeinsam mit Kreisobmann Georg Baumgartner überreichte die Bezirkschorvorsitzende Blumen an Krammer sowie die Chorleiterin Anja Warislohner und Chorbeauftragte Maria Maier.

Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser zeigte sich überzeugt davon, dass der Rupertiwinkel ein guter Ort für solche Treffen sei: Schließlich habe die Marktgemeinde Teisendorf 14 Chöre und rund 300 landwirtschaftliche Betriebe vorzuweisen. „Teisendorf ist reich gesegnet“, bestätigte auch Landrat Georg Grabner. „Ein guter Chor lebt von der Gemeinschaft und nicht von Solisten“, gab er zu bedenken.

Botschafterinnen für Jahreskreis der Landwirte

Die Bezirksbäuerin erinnerte in ihrem schwungvollen Grußwort an den Besuch kenianischer Bäuerinnen in Bayern, bei dem sich zeigte dass Landfrauen auf der ganzen Welt gerne singen würden. Als Botschafterinnen für den landwirtschaftlichen Jahreskreis bezeichnete sie die Landfrauenchöre, die etwa bei Maiandachten und Festlichkeiten des Bayerischen Bauerverbandes ihre großen Auftritte haben.

Die große Begeisterung und Freude am Singen sowie die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und instrumentaler Begleitung zeigte sich, als die einzelnen Chöre nacheinander die Bühne betraten und jeweils zwei Lieder zum Besten gaben.

Mundart und Hochdeutsch

Das Reportoire der Damen war vielfältig und doch kreisten die Handlung der Lieder oftmals um den Frühling und das Landleben im Allgemeinen. Der Landfrauenchor Fürstenfeldbruck wagte sich über die bayerisch-alpenländische Kunst hinaus und sang dem Publikum ein über 200 Jahre altes Volkslied aus dem Raum Hannover mit dem Titel „Wir pflügen und wir streuen“ vor.

Auch die Lust am Leben wurde thematisiert, etwa vom Landfrauenchor Weilheim-Pfaffenwinkel mit „I suach an Tanza“ von Elisabeth und Josef Radauer. Hoch im Kurs waren auch Stücke der oberbayerischen Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder.

Holledauer Lied besingt Hopfen und bestes Bier

Einen ganz besonders starken Bezug zu ihrer Region stellten die Frauen des Landfrauenchors Freising vor, die das „Holledauer Lied“ vorsangen – ein altes Volksgut, welches die Holledau beschreibt, in der es Hopfen und das beste Bier gebe. Spontane Hilfe wurde ihnen zuteil von der Rosenheimer Chorleiterin Heide Hauser und Hansl Auer, der ihren Gesang mit dem Akkordeon musikalisch untermalte.

Den Abschluss des musikalischen Nachmittags bildete der Rosenheimer Chor. Dieser erhielt im vergangenen Jahr den Kultursonderpeis des Landkreises Rosenheim, verkündete Mayerhofer dem vollbesetzten Saal. Bevor die Sängerinnen wieder in ihre Busse stiegen, um mit den nützlichen Gastgeschenken der benachbarten Brauerei Wieninger die Rückreise anzutreten, rief der Volksmusikpfleger noch zu einem gemeinsamen Jodler aller Chöre auf. Beschwingt freute man sich auf das nächste Treffen und hoffte auf einen Landkreischor, der dieses ausrichten möge.

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