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Kreisbauerntag

Miteinander marschieren

Kreisbauerntag Moosburg
Helga Gebendorfer
am
09.10.2017

Moosburg - Umweltministerin Ulrike Scharf tritt beim Kreisbauerntag als Festrednerin auf.

Das Jahr 2017 hatte für die Landwirtschaft wieder einige Überraschungen und Herausforderungen parat.“ Diese Bilanz zog Kreisobmann Georg Radlmaier beim Kreisbauerntag im Rahmen der Moosburger Herbstschau. Damit meinte er den Wechsel zwischen Trockenheit und Hitze mit kalter und nasser Witterung. Alles in allem sorgte die extreme Wasserknappheit zum Teil für erhebliche Ernteausfälle und Probleme mit dem Borkenkäfer. „Die Niederschläge im Juli und August kamen gerade noch rechtzeitig, um eine durchschnittliche Ernte bei Getreide und Hopfen zu bekommen“, fasste er zusammen.

Weiter bedauerte der Kreisobmann, dass die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise „alles andere als zufriedenstellend“ sind, und beispielsweise beim Erzeuger bisher wenig vom angezogenen Butterpreis angekommen ist. Er unterstrich die Bedeutung von Regionalität und bedauerte, dass gegen die Tierhaltung Stimmung gemacht wird.
Landrat Josef Hauner bekräftigte, dass der Kreisbauerntag mit dem Erntedankgottesdienst ein wichtiges Datum im Jahresverlauf ist und sprach seine Anerkennung für die Arbeit der Bauern aus. „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für gesunde Ernährung und den Erhalt der Kulturlandschaft, punkten mit nachhaltiger Arbeit und stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar“, so der Landrat. Ihm zufolge sind im Landkreis Freising 1600 landwirtschaftliche Betriebe beheimatet, davon knapp die Hälfte im Vollerwerb.

Bayern ist und bleibt Bauernland

Kreisbauerntag Moosburg

„Die Gemeinsamkeit zwischen Landwirtschaft und Umweltpolitik ist ein Herzensanliegen von mir“, betonte Festrednerin Ulrike Scharf, Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz. Sie zeigte sich überzeugt davon, dass es keine Zukunft ohne Bauern gebe. „Bayern ist und bleibt Bauernland – lebens- und liebenswert“, stellte sie fest. Die Bürger bräuchten eine gesunde Umwelt und intakte Natur sowie Landwirte, die nach guter fachlicher Praxis wirtschaften.
„Natur- und Umweltschutz und Landwirtschaft sind keine Gegensätze“, unterstrich sie. Eine artenreiche Natur und sauberes Wasser seien die Versicherung für die Landwirtschaft genauso wie für alle Menschen. Die Ministerin machte darauf aufmerksam, dass sich die Landwirtschaft mit den gewandelten Erwartungen der modernen Gesellschaft auseinandersetzen müsse. „Vertrauen ist die harte Währung, um die wir uns bemühen müssen“, fügte sie hinzu.
Zu den zunehmend wichtigen Themen zählte sie unter anderem Tierschutz und Tierwohl, Artenschutz und Klimawandel. Weitere Zukunftsfelder seien Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Scharf plädierte für eine digitale Präzisions-Landwirtschaft zur Optimierung von Maschineneinsatz, Düngung und Pflanzenschutz.

Beim Thema Verbesserung der Wasserqualität erklärte sie: „Unser Ansatz sind Lösungen nicht gegen, sondern mit der Landwirtschaft.“ „Überall sollten Umweltschutz und Landwirtschaft miteinander marschieren, dann gewinnen alle davon. Denn ohne Erfolge im Umweltschutz gibt es keine nachhaltigen Erfolge in der Landwirtschaft und damit keine Lebensqualität“, so die Ministerin. Scharf appellierte an alle Beteiligten, gemeinsam zu arbeiten und sich ehrlich und offen zu begegnen, um die anstehenden Herausforderungen zu lösen.

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