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Weidehaltung

Nutztiere sind kein Wolfsfutter

Wolf-Rohrdorf_sas
Externer Autor
am
07.01.2019

Über 300 Besucher und ein Gastreferent aus Südtirol bei BBV-Info-Veranstaltung

Rohrdorf/Lks. Rosenheim Über 300 Bäuerinnen und Bauern sorgten für einen überfüllten Saal im Hotel zur Post in Rohrdorf. Der oberbayerische BBV-Bezirksverband hatte zu einer Veranstaltung geladen, um auf die Bedrohung der heimischen Nutztiere durch den wachsenden Zuzug von Wölfen aufmerksam zu machen.
Diese nähern sich dem bayerischen Alpenraum von Italien aus über Frankreich und die Schweiz, von Slowenien über Österreich sowie aus Polen und dem Nordosten Deutschlands. Die Wölfe achten nicht auf Grenzen, sondern ziehen dorthin, wo sie Platz und Nahrung finden.
„Bei uns hat der Wolf keinen Platz“, darüber waren sich alle Besucher mit Dr. Siegfried Rinner, dem Direktor des Südtiroler Bauernbundes, einig. Rinner verdeutlichte die Probleme in Südtirol auf anschauliche Weise mit Zahlen und Bildmaterial. Er zeigte schrecklich anzusehende Aufnahmen von Schafen, Kälbern und Pferden, die von Wölfen gerissen worden waren und qualvoll verendeten. Das Bild eines Kalbes, dem bei lebendigem Leib trotz Herdenschutz ein faustgroßes Loch aus dem Muskel im Hinterbein herausgerissen wurde, schockierte die Besucher besonders.
Der Referent aus Südtirol wies nach, dass die zunehmende Anzahl von Wölfen logischerweise von einer deutlich anwachsenden Zahl der Risse begleitet wird. Die vermehrte Ansiedlung von Wölfen stellt eine wachsende Gefahr für die Almwirtschaft mit allen negativen Folgen dar. Die Bauern reagieren darauf, indem sie Almflächen auflassen.
Die Almen im zentralen Alpenraum sind gut erschlossen und werden von Tausenden von Wanderern und Freitzeitsportlern genutzt. Die beweideten Almflächen stehen für Erosionsschutz, Vielfalt der Blumen- und Tierwelt und bieten ein einmaliges und beeindruckendes Landschaftsbild.
Herdenschutz mit Zäunen und Herdenschutzhunden funktioniere nirgendwo, sagte Rinner. Erfahrungen aus Frankreich und der Schweiz hätten gezeigt, dass die Zäune nicht die Tiere vor Wölfen schützen, sondern die Wanderer vor aggressiven Schutzhunden.
Anton Kreitmair, Oberbayerns Bezirkspräsident des BBV und Bezirksbäuerin Christine Singer stellten ein Forderungspapier vor. Dieses beinhaltet unter anderem Lösungen zur Bestandsregulierung bei Wölfen bis hin zur vollständigen Entnahme. Wolfsbestände müssten konsequent reguliert werden, um die bäuerliche Nutzierhaltung zu schützen. „Die Sicherheit von Mensch und Tier hat unbedingten Vorrang, denn unsere Tiere sind kein Wolfsfutter“, sagte die Bezirksbäuerin.
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