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Erntepressefahrt im Landkreis Dachau

Oberbayern: Einbußen bei Mais und Grünland

Erntefahrt Obebayern
Angi Kiener
am
25.07.2017

Weichs/Lks. Dachau - Es hat längst Tradition im Dachauer Land: Bei der Erntepressefahrt werden zwei Höfe besucht – ein konventionell wirtschaftender und ein Biobetrieb.

Erste Station war heuer auf dem Hof von Andreas Lamprecht in Weichs, danach ging es zu den Feldern von Biobauer Rudolf Barth im Ortsteil Aufhausen. „Wir sind ein kleiner Familienbetrieb mit Ackerbau, sind an einer Biogasanlage beteiligt und bewirtschaften 130 Hektar“, fasste Landwirtschaftsmeister Andreas Lamprecht zusammen. Auf seinen Flächen baut er ausschließlich Getreide und Mais an. „Der warme und trockene Frühsommer hat dafür gesorgt, dass die Wintergersten-Bestände zügig abgereift sind und teilweise schon Ende Juni mit der Ernte begonnen wurde“, informierte Kreisobmann Anton Kreitmair. Der Ertrag liege eher über dem Durchschnitt, allerdings zeigten sich innerhalb des Landkreises deutliche Unterschiede. Aufgrund der geringen Niederschläge hielt sich der Pilzbefall in Grenzen.

Derweil steht die Ernte von Raps und Winterweizen an. Wegen der Trockenheit rechne man beim Weizen mit Schäden, beim Raps sei eine Prognose momentan noch schwierig. Generell hoffen die Bauern im Dachauer Land auf Niederschläge. Damit sich seine Böden weniger verdichten und um Erosionen zu vermeiden, pflügt Lamprecht seit sieben Jahren nicht mehr. Seine Weizenfelder stehen gut da, allerdings gehe langsam das Wasser aus. „Ich rechne auf guten Standorten mit einer durchschnittlichen Ernte“, prognostizierte er.

Nicht so rosig schaut es beim Mais aus: Zur Blüte brauche er dringend Wasser. Dass wohl nur eine unterdurchschnittliche Maisernte bevorstehe, bestätigte auch der stellvertretende Kreisobmann Simon Sedlmair, der auch einen Stillstand beim Grünland beobachtet: „Wir werden heuer wohl zwei Schnitte verlieren.“ Generell fahre man 2017 eher ein Getreidejahr ein und müsse beim Mais Defizite in Kauf nehmen. Von den 31.000 ha Ackerflächen entfallen 15.000 ha auf Getreide, Mais ist eher rückläufig und wird auf 9.000 ha angebaut, der Anteil von Dauergrünland liegt bei rund 5.500 ha. 9 % der Landwirte im Landkreis Dachau bewirtschaften ihre Felder biologisch.

Rudolf Barth ist seit fünf Jahren Biobauer und baut zehn verschiedene Kulturen an. Er bewirtschaftet 60 ha im Nebenerwerb, davon 2 ha Grünland. „Seit dem Trockenjahr 2003 pflüge ich nicht mehr und fahre fast annähernd gleiche Erträge wie zuvor ein.“ Ende September steht der Drusch beim Soja an – den Ertrag liefert er den Hermannsdorfer Landwerkstätten. Die Eiweißpflanze, die sich auch in bayerischen Breiten immer mehr durchsetzt, brauche viel Zuwendung: „Der Soja will seinen Herrn einmal in der Woche sehen“, lautet Barths Faustregel. Auch seine anderen Feldfrüchte vermarktet er direkt.

Barth baut auf Untersaat auf seinen Flächen und er ist stolz auf die vielen Regenwürmer, die ihn bei seinem Tagwerk unterstützen. Doch auch bei den Biobauern gelte eines, wie Kreisobmann und Bezirkspräsident Anton Kreitmair betonte: „Der Verkaufspreis ist die Grundlage für den Erfolg.“ Barth beobachtet nicht nur den Preis, sondern auch seinen Boden. In seinen Feldern gräbt er regelmäßig gut einen Meter in die Tiefe und wirft einen Blick auf die Bodenbeschaffenheit. Wie beispielsweise im Maisfeld. „Mein Mais braucht heuer gar kein Wasser mehr“, stellt er dabei erfreut fest. Den vielen Regenwürmern sei Dank.

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