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Direktvermarktung

Produkte kaufen, wo sie entstehen

Direktvermarkter Kirmair  Metzger
Angi Kiener
am
13.11.2017

Die Landwirts- und Metzgerfamilie Kirmair vermarktet ihre Schwäbisch-Hällischen Landschweine ab Hof.

Der Stanishof in Germering (Lks. Fürstenfeldbruck) ist ein Familienbetrieb mit Traditon: Werner Kirmair und seine Söhne Max und Hannes bewirtschaften den Hof bereits in der sechsten Generation und im Haupterwerb. Werner Kirmair ist zudem auch für den Berufsstand aktiv, als Ortsobmann von Germering.

Die Landwirte und Metzger aus dem Hause Kirmair arbeiten aus Überzeugung und den Strukturwandel in ihrem Metier haben sie ständig im Blick. Ende Juni eröffnete die Familie ihren neuen Hofladen und stiegen voller Elan in die Direktvermarktung ein.

Früher war dort an gleicher Stelle ein Rossstall untergebracht – jetzt ist hier im neuen Laden Direktvermarktung angesagt. Senior Werner und Junior Max Kirmair wursten in der hauseigenen und modern ausgestatteten Metzgerei nach guter handwerklicher Tradition: „Das Fleisch kommt von unseren eigenen Schwäbisch-Hällischen Landschweinen und vom Wildbret aus den umliegenden Revieren“, betont Werner Kirmair, der gerne selbst auf die Jagd geht. Rind oder Geflügel kaufen die Kirmairs von Landwirten aus der Region zu.

Eigenes Familienrezept für die Wurstwaren

Direktvermarkter Kiermair Metzger

„Unsere Wurstwaren stellen wir nach eigenen Familienrezepten her, die wir immer wieder verfeinern und verbessern“, verrät Max Kirmair. Auch Brotzeiten für Handwerker, Knöcherl- oder Bratensülzen, hausgemachte Salate oder die Wildsalami gehen weg wie die warmen Semmeln.

Seine Mama Karin Kirmair steht ebenfalls aus Überzeugung hinter der Wurst- und Fleischtheke: „Es ist doch am schönsten, wenn man Produkte gleich dort kaufen kann, wo sie entstehen. Frischer und gesünder geht es nicht“, verrät sie in der ersten Ausgabe der „Hofpost“, die anlässlich der Eröffnung des Hofladens am Stanishof in den Druck ging.

Rund 60 ihrer hofeigenen Schwäbisch-Hällischen Landschweine halten die Kirmairs auf der Weide, weitere 80 werden im Stall auf Stroh mit Auslauf auf Hackschnitzeln gehalten. Die Kirmairs achten in ihrem konventionell geführten Betrieb auf Kreislaufwirtschaft: 90 % der Futtermittel wachsen auf ihren eigenen Flächen – Mist und organischer Dünger, die das Jahr über anfallen, werden wieder auf die Felder ausgebracht.

Hofladen mit breitem Angebot

Auf rund 85 ha wachsen Körnermais, Winterweizen und Wintergerste, 30 ha Grünland liefert weiteres Futter: Aus dem Kleegrasgemisch werden Graspellets gepresst, die als Eiweißfuttermittel für die Schweine dienen. Vor der Eröffnung des Hofladens konnten die Kunden 10-kg-Fleischpakete beim Stanishof bestellen, seit fünf Jahren bieten Kirmairs auch Wild an.

Neben fleischlichen Genüssen bekommen die Kunden im Hofladen so ziemlich alles für eine komplette Mahlzeit. Regionale Produkte wie Nudeln, Mehl, Milch, Joghurt, Eier, Butter, Aufstriche, Gewürze, Senf oder Meerrettich, Wurst im Glas, Öl und Essig, Sirup oder Honig runden das Angebot ab. „Wir führen nur Produkte, von denen wir selbst überzeugt sind, weil sie regional und sorgfältig hergestellt worden sind und weil sie halt einfach richtig gut schmecken“, betont Karin Kirmair.

Bei der Arbeit im Betrieb hat jeder sein Refugium: Landwirtschaftsmeister Hannes Kirmair ist der Herr der glücklichen Schweine, Karin Kirmair steht im Hofladen ihre Frau, Metzgermeister und Landwirt Max Kirmair (27) versteht sich als Hüter der Qualität, wenn er in der Metzgerei wirkt.

Neben der landwirtschaftlichen Arbeit oder abseits der Metzgerei, zieht es Vater Werner Kirmair regelmäßig in die Natur, in den Wald: „Ich kenne den Bestand im Revier genau und ich hege und pflege ihn gerne.“ Die Tiere, die er schießt, werden in der hauseigenen Metzgerei verarbeitet – zahlreiche Gastronomen beziehen das Wildfleisch vom Stanishof.

Zur Grillsaison empfiehlt Werner Kirmair eine besondere Wildspezialität: Rehrücken. Damit beim Zubereiten nichts schiefgeht und das Fleisch schön zart bleibt, kommt der Rezepttipp in der Hofpost gerade recht: Man nehme einen Rehrücken, 6 bis 8 Lorbeerblätter, ein paar Zweige Rosmarin, Salz, schwarzen Pfeffer und gutes Olivenöl. Derart über Nacht mariniert, sollte das gute Stück bei sanfter Hitze gegrillt werden: „Dann wird es zartrosa und es schmeckt absolut köstlich, ich hab’s selbst ausprobiert“, sagt Werner Kirmair.

Seinen Söhnen lässt der 52-jährige Landwirtschaftsmeister und Metzger gerne freie Hand. Hannes Kirmair (24) beschreibt es so: „Unser Miteinander funktioniert sehr gut, denn unser Vater lässt uns viel Raum zur Eigeninitiative – jeder hat seinen eigenen Bereich, für den er verantwortlich ist.“

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