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Anschlag

Sabotage - vielleicht ist es auch „nur“ Neid

Schäringer
Externer Autor
am
02.07.2018

Ein Unbekannter schädigt Nordmanntannen. Landwirt Sebastian Schäringer hofft auf Aufklärung.

Zaun

Einen Schaden von geschätzten 6000 € muss Landwirt Sebastian Schäringer aus Katharinenberg bei Kösching verkraften. Denn ein Unbekannter hat in seinem Christbaumbestand rund 300 Bäume geschädigt – vermutlich mit hochdosiertem Glyphosat.

Plantage 2

Der Austragslandwirt pflanzte erstmals vor 18 Jahren im eigenen Garten Christbäume für den Eigenbedarf. 2011 folgten auf einer Fläche am Ortsrand gut 1200 Nordmanntannen, die innerhalb von vier nacheinander folgenden Jahren in die Erde kamen. „Ich denke, dass wir von unserem günstigen Standort profitieren. Ingolstadt, Kösching und Großmehring sind in unmittelbarer Nähe“, gibt der 71-jährige Auskunft. Heuer wären die ersten Bäume zum Verkauf fertig gewesen, aber genau diese Exemplare und zudem die vom nächsten Jahr sind dem Anschlag zum Opfer gefallen.

Plantage 1

„Ich habe viel Freude mit den Bäumchen. Sie haben heuer prächtig geblüht und standen da wie eine Eins“, verrät Schäringer. Es fiel ihm nicht gleich auf, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Wöchentlich sieht er zwar ein- bis zweimal im Bestand nach dem Rechten, aber es dauert, bis das Glyphosat wirkt. Zweige und Nadeln wurden mit der Zeit braun und sind stark beschädigt. Rückblickend muss sich die Tat zwischen 1. und 20. Mai ereignet haben. „Der Unbekannte muss mit einer Unkrautspritze oder Sprühflasche durch die Reihen gegangen sein und auf einer Höhe von etwa einem Meter links und rechts die Bäume mit einem Konzentrat angesprüht haben“, mutmaßt Schäringer und fügt hinzu, dass in unmittelbarer Umgebung der Detlbach verläuft und auch etwas von dem Präparat in das Gewässer gelangt sein könnte.

Der Landwirt brachte die Tat zur Anzeige und hat sogar eine Belohnung ausgesetzt. „Mir ist wichtig, dass ich erfahre, wer es war und dass sich die Sache nicht wiederholt“, erklärt er. Denn in seinen Augen ist das kein Kavaliersdelikt, sondern mutwillige Zerstörung. Dieses Jahr hat er durch den Anschlag einen Totalausfall zu beklagen. Ob er den Schaden ersetzt bekommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt zweifelhaft. Eine Versicherung hatte er angesichts der hohen Beiträge nicht abgeschlossen. In jedem Fall legt er Wert darauf, dass dem Täter vor Augen geführt wird, dass es kein Pappenstiel ist, was er angerichtet hat.

Bleibt die Frage: Warum macht jemand so etwas? Ist es reiner Vandalismus oder ein gezielter Anschlag auf Schäringer? „Ich habe mit keinem Menschen Ärger. Vielleicht ist es einfach nur Neid“, meint er. Die Polizei hat jedenfalls Ermittlungen aufgenommen und Schäringer hofft, dass vielleicht jemand in dem gut einsehbaren Grundstück etwas beobachtet hat. Helga Gebendorfer
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