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Marktnischen

Speiseeis - Geschmack ist das A und O

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Helga Gebendorfer
am
15.07.2019

15 Eissorten bieten die Schowalters an: Mit eigenen Früchten und Milch aus der Region punkten sie beim Ab Hof-Verkauf, in Hofläden, Automaten und bei Rewe.

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Momentan herrscht Hochsaison auf dem Betrieb „Erdbeeren Funck“ und „Eis vom Funck“ von Rolf und Sonja Schowalter in Dörndorf, Landkreis Eichstätt. „Eisliebe, die funckt!“ lautet ihr Slogan und vor allem in den Sommermonaten geht es rund.
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Der Elektroingenieur und die gelernte Krankenschwester übernahmen 2003 den landwirtschaftlichen Betrieb von Sonjas Eltern. Vater Gerhard hatte 1960 das Anwesen gekauft und mit Kühen, Schweinen und Hühnern aufgebaut. Bereits 1967 wurden die ersten Erdbeeren gepflanzt, deren Anbaufläche nach und nach erweitert wurde.
Die jungen Betriebsleiter bildeten sich weiter zum Landwirt und zur Hauswirtschaftsmeisterin, suchten für den Vollerwerbsbetrieb ein neues Standbein und legten schließlich mit der eigenen Eisproduktion einen weiteren Grundstein. Damals verkauften sie bei verschiedenen Events wie Tag des offenen Bauernhofes das selbsthergestellte Eis noch aus dem Anhänger heraus. Von Anfang an gab es nicht nur Erdbeereis, sondern mehrere Sorten. „Wir starteten klein und provisorisch – zuerst mit dem Anhänger und anschließend mit einer kleinen Eistheke – und dann wurde langsam alles professionell“, erzählen die Beiden. Denn die Nachfrage stieg stetig an, weil das Eis den Leuten so gut schmeckte. 2006 wurde schließlich auf dem Hof ein kleiner und 2019 dann ein 30 m² großer Eisladen eingerichtet.
Dort werden insgesamt 15 Sorten im Kugeleisverkauf angeboten. Den Grundstock bilden stets Vanille, Schokolade, Erdbeer, Haselnuss und Joghurt und das übrige Sortiment wechselt je nach Jahreszeit. So gibt es beispielsweise die Geschmacksrichtungen Rhabarber, Beerenmix oder Holunderblüten und im Winter Apfel-Zimt, Zwetschge, Spekulatius, Lebkuchen, Glühwein und Feige. „Absoluter Renner ist dabei jedoch immer unser Erdbeereis“, gibt die 52-jährige Bäuerin Auskunft.
Die Eisherstellung liegt in den Händen von Sonja Schowalter, die ein- bis zweimal pro Woche ans Werk geht. Je nach Bedarf werden dabei stets vier bis fünf Sorten produziert. Die Rezepte entwickelt sie immer wieder neu. „Denn ich bin kreativ, offen für alles und gehe auf die Wünsche unserer Kunden gerne ein“, berichtet die Unternehmerin. So stehen mitunter auch Weizenbier- und Hopfeneis auf der Karte. „Wir versuchen grundsätzlich, möglichst alle Zutaten aus der Region zu verwenden“, betont sie. Beispiele dafür sind die frische Biomilch vom Milchhof Hutter aus Adelschlag, Früchte aus der Natur sowie Erdbeeren und Himbeeren aus eigenem Anbau. In den Sommermonaten werden pro Woche rund 120 l Milch geliefert. Das Eis wird ganzjährig produziert und in verschiedenen Größen abgepackt: vom 120-ml-Becher bis zur 5000-ml-Eisdose für den Kugeleisverkauf.

In der Vermarktung
breit aufgestellt

Die Vermarktung läuft über mehrere Wege. Schwerpunkt ist der Kugeleisverkauf über den Eisladen am Hof von Mai bis September immer von Dienstag bis Samstag von 15 bis 18 Uhr sowie Sonn- und Feiertag von 13 bis 18 Uhr. Zudem gibt es das Eis im Sommer über in einem Eisverkaufswagen auf dem Wochenmarkt in Kösching und auf Festen in der Umgebung. Zusätzlich wurde letztes Jahr ein weiterer Eisladen in Ingolstadt eröffnet. Ganzjährig ist das Eis vom Funck zu haben in Hofläden und der Gastronomie in einem Umkreis von 30 km sowie an zwei Eisautomaten am Hof und einem in Ingolstadt.
Die Kunden am Hof kommen aus der näheren und weiteren Umgebung. „Unsere günstige Lage an der Durchfahrtsstraße und stark frequentiertem Autobahnzubringer ist durchaus von Vorteil“, verrät der Chef. Hauptsaison ist in den Monaten Mai bis Juli.
Der Betrieb der Schowalters steht auf zwei Standbeinen: der Landwirtschaft und der GbR mit Eisproduktion und -verkauf. Die Landwirtschaft umfasst knapp 200 ha, davon 120 ha Ackerbau, 20 ha Erdbeer-Selbstpflücke, 30 Flächen von 500 bis 1000 m² mit Blumen zum Selbstpflücken bis zu 70 km um den Betrieb sowie 3000 m² Himbeeren. Bis zu 27 Saisonarbeitskräfte helfen, die anfallende Arbeit zu bewältigen. Dazu gehören Pflanzung, Pflegemaßnahmen, Aufbau zum Verkauf, Pflücke und Aufräumarbeiten nach der Saison.
„Erdbeeren machen das ganze Jahr über Arbeit, die Erntezeit erstreckt sich aber nur auf vier bis sechs Wochen“, erläutert der Direktvermarkter den Anbau dieser Kultur. Die Selbstpflücke macht beim Verkauf rund 90 % aus – neben dem Verkauf ab Hof und zwei Wochenmärkten in Ingolstadt und Beilngries.
Um die Erntesaison zu verlängern, wachsen auf den Erdbeerfeldern frühe bis späte Sorten. Ein geringer Teil gepflückter Ware wird in einem Verkaufshäuschen am Hof mit Vertrauenskasse von 6 Uhr bis 21 Uhr angeboten. „Das wird gut angenommen und in der Regel stimmt auch die Kasse am Ende des Tages“, so der 53-Jährige. Werbung erfolgt über Mund-zu-Mund-Propaganda, einige Inserate zur Pflückzeit und das Internet, wo tagesaktuelle Informationen weitergegeben werden. „Letztendlich hängt der Erfolg jedes Jahr von Neuem von der Witterung ab“, verdeutlicht Schowalter. Grundsätzlich müssen im Erdbeer- und Eisgeschäft Qualität und Geschmack stimmen. „Der Geschmack ist das A und O, allerdings ist dieser stark wetterbedingt“, gibt er zu bedenken.

Rolf und Sonja Schowalter blicken zufrieden auf ihr heutiges Unternehmen, das nach und nach mit der Kundschaft gewachsen ist. „Die Eisschiene war für unseren Betrieb genau das Richtige“, erklären sie. Ihre Ziele für die Zukunft: eine größere Marktdurchdringung bekommen, bekannter werden und die Nachfrage steigern. Dazu wurde heuer erstmals versuchsweise eine Zusammenarbeit mit Rewe Nowak in Denkendorf gestartet. Dorthin wird nun regelmäßig wöchentlich und mit Erfolg Eis vom Funck geliefert.

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