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Recht

Streit um Zaun ist beigelegt

Wildschutzzaun
Roland Lory
am
20.05.2019

Landwirt muss Korrekturen vornehmen.

Uffing/Lks. Garmisch-Partenkirchen Der Bauer wollte seine Wiese schützen. Aus diesem Grund baute er einen rund 1 m hohen Zaun um das mehrere Hektar große Areal, das von Wald umgeben ist. Denn immer wieder richteten Wildschweine auf der Fläche bei Uffing große Schäden an, was die Futterqualität beeinträchtigt. Allerdings hatte der Landwirt die Rechnung ohne den Jagdpächter gemacht. Dieser leitete gegen den Freistaat Bayern rechtliche Schritte ein (das Wochenblatt berichtete). Der Jagdpächter sah sich in der Ausübung der Jagd beschränkt, weil das Wild wegen des Zauns nicht mehr auf die Wiese gelangen könne. Zudem argumentierte er, dass damit der Verbiss zunehme. Auch das Recht auf freies Betreten der Natur führte er ins Feld.
Dieser Punkt war auch aus Sicht des Verwaltungsgerichts München gewichtig. Es betonte 2017 in seinem Urteil, dass die Umzäunung den Voraussetzungen des Bayerischen Naturschutzgesetzes widerspricht und in großem Umfang das geschützte Betretungsrecht der Bevölkerung einschränkt. Der Landwirt hatte damit zu rechnen, den Zaun vollständig entfernen zu müssen.
Doch dazu kam es nicht. „Als Ergebnis der Äußerung des Grundeigentümers und entsprechender Prüfung durch das Landratsamt war die Einzäunung nicht komplett zu beseitigen“, erklärt Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde. Um das Betretungsrecht zu gewährleisten, waren jedoch von dem Bauern folgende Punkte abzuarbeiten: Er musste die Zaunhöhe auf voller Länge auf 80 cm reduzieren, zwei selbstschließende Türen einbauen, acht Überstiegshilfen in Form von Podesten errichten sowie Hinweisschilder anbringen, die auf die Überstiege und Durchgänge aufmerksam machen. Es ist also am Ende so etwas wie ein Kompromiss herausgekommen. „Die Maßnahmen wurden vollständig und fristgerecht durchgeführt“, teilt Scharf mit.
Der Landwirt will sich nicht mehr zu der Angelegenheit äußern. Auch der Jagdpächter hält sich eher bedeckt. Nur so viel: „Man muss künftig das Landratsamt fragen, ob und in welcher Höhe ein Zaun errichtet werden kann.“ Und: Ein Landwirt solle vorher mit dem Jagdpächter reden.
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