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Widerstand

Stromtrasse - Landschaft nicht verschandeln

Leitung_b
Externer Autor
am
15.10.2018

Landwirte aus Rottal-Inn wehren sich gegen Starkstromtrasse.

Wurmannsquick/Lks. Rottal-Inn Den Besuch von Peter Altmaier, Minister für Wirtschaft und Energie, haben die Sprecher der Bürgerinitiative Wurmannsquick genutzt, um ihm eine Resolution und Unterschriftenlisten zum geplanten Bau der 380 kV-Stromtrasse von Altheim nach Matzenhof zu übergeben. Der Angerstorfer Landwirt Franz Schemmer und die Sprecher Gerhard Maier, Manfred Schemmer und Ulrich Hansbauer überreichten Übersichts- und Grundstückspläne sowie Fotomontagen, die die Landschaft nach der Errichtung der Strommasten darstellen. Die Trasse mit bis zu 60 m hohen Strommasten soll beispielsweise nur wenige Dutzend Meter am Hof der Familie Schemmer vorbeiführen. Landwirte und Anlieger fühlen sich durch den Leitungsbau im Norden von Wurmannsquick regelrecht eingekesselt und in ihrer Existenz und Entwicklung bedroht. „Inzwischen läuft uns die Zeit davon, weil das Planfeststellungsverfahren läuft. Einzige Hoffnung ist noch, dass im Rahmen eines Pilotprojektes ein Teil als Erdverkabelung verlegt wird“, so Landwirt Franz Schemmer.

Noch vor dem offiziellen Eintrag ins Goldene Buch nahm sich der Wirtschaftsminister Zeit für ein Gespräch mit den BI-Vertretern und Wurmannsquicks Bürgermeister Georg Thurmeier. Bemängelt wird seitens der Marktgemeinde, dass durch die neue Trasse auch Kindergarten, Sportplatz und Schule betroffen seien. Die Anlieger fordern eine Erdverkabelung auf einer Strecke von wenigstens 3 km statt eines Zick-Zack-Kurses rund um Wurmannsquick. Doch für den Ersatzneubau der Wechselstromtrasse gibt es kein Gesetz für eine Erdverlegung. Das Unternehmen Tennet ist angehalten, gemäß Energiewirtschaftsgesetz eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung sicherzustellen.
Hintergrund des Trassenbaus ist der Umbau der Energiewende: Bestehende Leitungen werden von 220 kV auf 380 kV ertüchtigt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wird Wurmannsquick mit einer Nordvariante umgangen, weil die Bebauung inzwischen zu nahe an die bestehende 220 kV-Trasse herangewachsen ist.
„Wir sind keine Gegner der Energiewende, wir wissen, dass es entsprechende Stromleitungen braucht – aber das bedeutet nicht, dass wir uns mit der Verschandelung unserer Landschaft oder auch mit den Nachteilen, die diese Masten für unsere Höfe bedeuten, einfach abfinden“, unterstrich Landwirt Franz Schemmer im Gespräch mit dem Minister. Christian Melis
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