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Krreisversammlung

Themen, die auf den Nägeln brennen

Keisversammlung ED
Helga Gebendorfer
am
06.11.2018

Offene Kreisversammlung im Kreis Erding zum Thema Jagd und ASP

Lengdorf/Lks. Erding Großes Interesse fand die offene Kreisversammlung der BBV-Ortsobmänner und deren Stellvertreter im Landkreis Erding zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Organisatoren wählten dieses Mal keine interne Veranstaltung, sondern alle Interessierten wurden eingeladen.

„Diese Thematik brennt aktuell auf den Nägeln“, erklärte Erdings BBV-Kreisobmann Jakob Maier. Der Krankheitsausbruch in Belgien überraschte und schockte. „Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie uns erreicht hat“, mutmaßt Maier. Mit Bedauern stellte er fest, dass keine Vertreter vom Landratsamt und Kreisjagdverband anwesend waren. Dafür fanden neben einer Reihe von Milch-erzeugern zahlreiche schweinehaltende Betriebe den Weg zur Informationsversammlung. „Es freut mich besonders, dass ausgesprochen viele Frauen – egal ob Ortsbäuerinnen oder begleitende Ehefrauen – im Publikum sind“, betonte der Kreisobmann.
Nach seiner Information wurden im Landkreis 22 Anträge auf Nachtsichtgeräte und Saufänge gestellt, doch bis jetzt nur zwei Saufänge genehmigt. „Damit sind wir nicht einverstanden. Wir bleiben an der Sache dran“, kommentierte er die Zahlen. Erding ist nach seinen Worten mit über 200 Betrieben und über 60 000 Hausschweinen ein sehr schweinereicher Landkreis. Der Waldanteil beträgt nur 13 % und 2017 wurde mit 240 Stück Schwarzwild nur eine relativ geringe Strecke gemacht. „Doch wir müssen beizeiten eingreifen“, betonte er und bedauerte die gespaltene Jägerschaft vor Ort.
BBV-Bezirkspräsident Anton Kreitmair forderte die Zuhörer auf, jede Möglichkeit zu nutzen, die Landwirtschaft richtig darzustellen, In Sachen Ferkelkastration begrüßte er, dass dank des Berufsverbandes ein bisschen Zeit gewonnen wurde, um nachzubessern und Fehler zu korrigieren. Weiter appellierte er an alle Landwirte, zusammenzuhalten. „Wenn wir nicht einig sind, spielt sich die Politik noch leichter“, meinte er.
Clara Späth, die neue Leiterin vom Fachzentrum für Schweinezucht und -haltung am AELF Töging, stellte sich vor und gab einen kurzen Einblick: „Die ASP hält uns auf Trab und hat uns in der Zange. Die Auswirkungen sind zu spüren mit Preisverfall bei Mastschweinen und Ferkeln. Alle Beteiligten müssen alles dafür tun, die Bestände vor einer Ansteckung zu bewahren“, so Späth, die zuversichtlich war, diese Krise zu überstehen.
Dr. Karin Deischl, Leiterin des Veterinäramtes Erding referierte mit ihrem Stellvertreter Dr. Karl Löw über die erforderlichen Maßnahmen beim Ausbruch in der Wildschwein- sowie in der Hausschweinpopulation. Ihr Fazit aus den bisherigen Erkennt- nissen: „Ein Ersteintrag in der Wild- schweinpopulation ist wahrschein- licher als bei den Hausschweinen.“
Anschließend ging Johann Koch, Wald- und Jagdreferent des bayerischen Bauernverbands, auf die Rolle der Schwarzwildjagd bei der ASP-Prävention ein. „Prävention ist oberstes Gebot. Das gilt für Landwirte, Jäger sowie die gesamte Bevölkerung“, so sein Standpunkt. Hinsichtlich der Jagd sei die Reduzierung der Schwarzwildbestände ganz entscheidend, um die Gefahr von Ansteckung und Verbreitung zu reduzieren. Koch plädierte dafür, vor Ort die Möglichkeiten des Maßnahmenpakets, wie Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten oder Saufängen zu nutzen.
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