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WBV Wolfratshausen

Wieder viel Holz vermarktet

WBV-Wolfratshausen
Ludwig Holly
am
24.04.2017

Wolfratshausen - Bei der Jahreshauptversammlung blickt die WBV Wolfratshausen auf ein erfolgreiches 2016 zurück.

Das Jahr 2016 war für uns ein äußerst aktives und erfolgreiches mit beeindruckenden Ergebnissen“, sagte Johann Killer, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen, als er die Jahreshauptversammlung im Gasthaus Holzwirt eröffnete. In seinem kurzen Tätigkeitsbericht blickte Killer noch einmal auf die Höhepunkte des vergangenen Jahres zurück. Wesentlich bestimmt wurde das Jahr durch die Massenvermehrung der Borkenkäfer. „Trotz nasser Witterung und einer insgesamt sehr zügigen Aufarbeitung durch die Waldbesitzer lag der Käferholzanteil bei der Holzvermarktung bei über 50 Prozent“, erklärte der WBV-Vorsitzende und er fuhr fort: „Alles Holz haben wir zu besten Preisen vermarktet. Im bayernweiten Vergleich konnten wir Spitzenpreise erzielen“.

Waldbesitzer politisch vertreten

Eine wichtige Aufgabe für Killer ist die Vertretung der Waldbesitzer auf politischer Ebene: „Bei den Managementplänen konnte ich einerseits die Interessen von uns Waldbesitzern einbringen und andererseits für Vertrauen in unsere Arbeit werben“. Die Diskussionen am „Runden Tisch“ haben sich bewährt und gezeigt, dass auch die Umweltverbände die Waldbewirtschaftung akzeptieren.
Als weitere Herausforderung der nächsten Jahre sieht der Vorsitzende den Erhalt der staatlichen Förster der Forstverwaltung im jetzigen Umfang zur Unterstützung der Waldbesitzer. „Die Klimaveränderung wie auch die Zunahme der Waldbesitzer ohne bäuerlichen Hintergrund führen zu einem deutlich höheren Beratungsaufwand. Hier sind die Förster unverzichtbar“, davon ist Killer überzeugt. Das investierte Geld sei gut angelegt und diene vor allem auch der Daseinsvorsorge der Bürger.
Ein Plädoyer für Holz gab Josef Niedermaier, Landrat von Bad Tölz-Wolfratshausen in seinem interessanten Referat über „Holznutzung und Holzbau“ ab. „In unserem Landkreis funktioniert das Bauen mit Holz auch in Bereichen, von denen man es nicht glaubt“, betonte Niedermaier.
Er verwies darauf, dass Leuchtturm-Projekte gebaut werden müssen und dabei die Landkreise, Städte und Gemeinden als Vorreiter vorangehen sollten. „Wir müssen etwas tun, um das Image von Holz zu verbessern, denn es ist noch sehr viel mehr möglich im Baugewerbe und im Energiebereich“, so der Landrat.

32 Schulungen und Fortbildungen

Insgesamt 32 Schulungen und Fortbildungen, vier Lehrfahrten und elf Herbstversammlungen, die WBV hatte ihren Mitgliedern mit Unterstützung der ÄELF viel geboten. „Die Qualität ist inzwischen so hoch, dass die Mitglieder selbst längere Fahrtstrecken in Kauf nehmen“, sagte WBV-Geschäftsführer Korbinian Häsch. Die Mitgliederzahl stieg auf 1295 (2015: 1275) an.
150 309 Einheiten (2015: 160 950)  Holz im schwierigen Marktumfeld einer Borkenkäferkalamität (etwa 50 % Anteil) zu vermarkten, gelang der WBV nur, weil sie sehr stabile Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Sägewerken hat und alle Vermarktungsmöglichkeiten nutzt.
Die Vermarktungsmenge setzte sich wie folgt zusammen: 18 350 fm (11 285 fm) Langholz und 76 223 fm (105 427 fm) Kurzholz, mit einem Anteil von 96 % Fichten-, 3 % Tannen- und 1% Lärchenholz.
Weniger abgesetzt wurde beim Papierholz mit 6480 rm (10 342 rm), bei Staketen mit 2033 rm (2608 rm) und beim Laubholz mit 76 fm (525 fm). Zugenommen haben Industrieholz mit 2069 fm (1582 fm) und wegen des hohen Kalamitätsholzanfall vor allem Hackschnitzel mit 45 078 srm (29 181 srm).
In den letzten zehn Jahren hat die WBV die beachtliche Menge von 1,318 Mio. Einheiten vermarktet. Damit dürfte sie die umsatzstärkste WBV in Bayern sein.

Personelle Veränderungen

Verabschiedet wurde von der Waldbesitzervereinigung der ehemalige Leiter Bereich Forsten am AELF Holzkirchen, Forstdirektor a.D. Wolfgang Neuerburg, der sich für die elfjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den Mitgliedern und der Vorstandschaft bedankte.
Als seinen Nachfolger konnten die WBV-Mitglieder den neuen Leiter Bereich Forsten am AELF Holzkirchen, Forstdirektor Christian Webert, kennenlernen. Seine Schwerpunkte werden zuerst sein: Die Waldpflege weiter voranzubringen, das forstliche Fachwissen, das ständig zunimmt, zu vermitteln und das Augenmerk auf den weiter bestehenden Käferbefall zu lenken.
Vorgestellt hat sich darüber hinaus auch Kathrin Selhuber. Sie ist PEFC-Regionalassistentin in Bayern und steht als Ansprechpartnerin für alle Fragen zu PEFC den Waldbesitzern zur Verfügung. Sie ist erreichbar über Tel. 089/58998434 und 0151-20321016, E-Mail: selhuber@pefc.de.
Erstmals vorgestellt bei den Mitgliedern und ihre Unterstützung angeboten hat auch Dagmar Rothe als neue Ansprechpartnerin für Waldfragen am AELF Ebersberg. Sie ist unter Telefon 08092/2699-180 zu erreichen.

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