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Mitgliederversammlung

Wildhaltung ist auch Leidenschaft

Wildtierhalter
Helga Gebendorfer
am
29.05.2017

Brannenburg - Auf der Mitgliederversammlung der oberbayerischen Wildhalter standen die Wahlen im Mittelpunkt. Beide Vorsitzende wurden dabei im Amt bestätigt.

Josef Klinger bleibt Bezirksvorsitzender der oberbayerischen Wildhalter. Und Lorenz Adlberger steht ihm weiterhin als Stellvertreter zur Seite. Das ist das Ergebnis der Wahl im Rahmen der Mitgliederversammlung im Berggasthof Kogl in Brannenburg.
Aktuelles aus dem Landesverband Bayerischer landwirtschaftlicher Wildhalter hatten Landesvorsitzender Max Weichenrieder und Geschäftsführer Josef Wasensteiner mitgebracht. Weichenrieder bedauerte, dass das Waffenrecht immer weiter verschärft wird. Außerdem erklärte er, dass ihn das Thema Wolf umtreibt: „Wir brauchen den Wolf nicht.“ Zwar sei Bayern bisher ziemlich wolfsfrei, doch die Schwierigkeiten seien vorprogrammiert.

Oft kein Nachfolger

Nach Auskunft von Wasensteiner sind in Bayern rund 2300 Wildgehege beheimatet, von denen 702 dem Verband angehören. Viele Wildhalter hätten keinen Nachfolger, sodass die Gatter zunehmend aus Altersgründen aufgegeben werden. Über die Hälfte der bayerischen Gehege sind kleiner als 5 ha und die Durchschnittsgröße liegt bei 3,5 ha. Etwa 320 der bayerischen Gehege besitzen den Status „Freilebendes Wild“, mit gewissen Erleichterungen bei der Vermarktung.
Laut Wasensteiner wirft die Wildhaltung oft keinen Gewinn ab. „Freilich sind die Betreiber bestrebt, die Kosten zu decken und ihre Ware zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen, doch unterm Strich ist die Wildhaltung eine Leidenschaft“, so der Geschäftsführer, der sich wünschte, dass mehr Wildhalter sich dem Verband anschließen.
Darüber hinaus informierte er, dass sich zwar bei der Schießerlaubnis im Gehege rechtlich nichts geändert hat, doch viele Landratsämter strenger verfahren und die Genehmigung zeitlich begrenzt erteilen. In Sachen Schalldämpfer gebe es je nach Region und Zuständigkeit große Unterschiede.
Aufgrund der großen Nachfrage finden 2017 wieder drei Gehegelehrgänge am Lehr- und Versuchsgut in Pfrentsch statt, wobei schon jetzt alle Kurse ausgebucht sind und eine Warteliste existiert. Den Lehrgang „Kundige Person“ haben in den letzten Jahren insgesamt mehr als 500 Teilnehmer besucht und im Moment wird er einmal jährlich angeboten. 2016 wurden zudem erstmals drei Wurstkurse durchgeführt, die großen Zuspruch fanden.
Zum Schluss informierte Wasensteiner über den Versuch, die Lebendbeschau bei Gehegewild bedarfsgerecht zu gestalten und zu vereinfachen. Aktuell gilt die 28-Tage-Regelung bzw. bei der Vermarktung von jährlich mehr als 50 Stück die 3-Tage-Regelung. „Wir wollen die Umstellung auf eine Gehegebeschau erreichen, um den Zustand der Herde zu prüfen. Wir bleiben an der Sache dran“, versprach er.
Fachberater Max Wagenpfeil vom AELF Pfaffenhofen wies darauf hin, dass in Oberbayern 98 % der Wildhalter nur ein 1 bis 2 ha großes Wildgehege besitzen. „Diese betreiben die Wildhaltung nicht wegen dem Geld, sondern weil es Spaß und Freude macht“, betonte er. Bei dieser Gelegenheit zeigte er den Zuhörern mögliche Fördermaßnahmen in diesem Betriebszweig auf und legte ihnen die Mehrfachantragstellung ans Herz. Sein Rat: „Sie sollten nicht darauf verzichten. Jeder, der keinen Antrag stellt, verschenkt eine finanzielle Unterstützung.“ Die Gehegewildhaltung sei eine der Tierhaltungen, die zur Vielgestaltigkeit der Landbewirtschaftung beiträgt.
Einen Einblick in die momentane Situation gewährte die Wolfsbeauftragte vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, Brigitta Regauer. Schwerpunkt war dabei ihr Bericht über eine Exkursion nach Spanien mit den dortigen Erfahrungen beim Einsatz von Herdenschutzhunden.

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