Login
Tagung

Bäuerinnen und Bauern als Botschafter

pd
am
27.02.2017

St. Pölten - Am Donnerstag, 23. Februar stand in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich alles ganz im Zeichen praktischer Öffentlichkeitsarbeit. Über 150 Teilnehmer informierten sich bei der Tagung „Bäuerinnen und Bauern als Botschafter“ über die Möglichkeiten, ihr Image selbst in die Hand zu nehmen. Wie es gehen kann zeigten Beispiele aus der Praxis.

Tagung Niederösterreich

Studien und Umfragen zeigen es: Menschen lieben Geschichten und können nicht genug davon bekommen. Umso besser, wenn es Geschichten sind, wie sie das Leben schreibt. Eine Bäuerin, die authentisch und sympathisch von ihren Erfahrungen aus dem Alltag erzählt. Ein Bauer der von seiner Feldarbeit und den damit verbundenen Anforderungen berichtet. Ein Waldbesitzer dessen Herz für den Wald schlägt. „Wir werden heutzutage mit Botschaften vor allem aus der Werbung überflutet. Aufmerksamkeit ist zur neuen Währung unserer Zeit geworden. Hier braucht es mehr als interessante Zahlen und Fakten, um die Menschen dafür zu interessieren. Es braucht sympathische Gesichter und Geschichten. Wer könnte diese Geschichten besser erzählen als jene, die es selbst tagtäglich erleben“, erklärt Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes und ruft alle Bäuerinnen und Bauern dazu auf, Botschafter für die Land- und Forstwirtschaft zu werden. „Wir sind die, die füttern, melken, säen, schützen, ernten und anbieten. So viele, die das alles nicht können erklären den Menschen, die unsere Lebensmittel essen, was sie glauben sollen. Wir wollen aber, dass unsere Kunden wissen, wie ernsthaft unsere Anstrengungen, unsere Arbeit und unser Erfolg in der Wirklichkeit ist. Wir wollen Wertschätzung und Respekt für unsere Produkte und auch für unsere Arbeit erleben. Wir haben eine herzeigbare Wirklichkeit und sind stolz auf unsere Leistung. Wir müssen unsere eigene Geschichte erzählen und den Dialog suchen. Wir sind die Experten für Landwirtschaft.“

Referenten zeigten, wie es in der Praxis gehen kann

Tipps und Tricks für diesen Dialog wurden bei der Tagung von Marketingexperten, Partnerorganisationen sowie innovativen Bäuerinnen und Bauern geboten. Dabei waren sich alle einig, wie bedeutsam es für jeden einzelnen ist, selbst Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Besonders die heutige Zeit bietet unendlich viele Möglichkeiten, die genutzt werden sollten. Egal ob soziale Medien oder das direkte Gespräch – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Neue Angebote für den Dialog mit der Gesellschaft stehen bereit

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich hat für Bäuerinnen und Bauern Angebote ins Leben gerufen, die den Aufwand in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit so gering wie möglich gestalten sollen. So können Land- und Forstwirte unter dem Motto „Unsere Landwirtschafft´s – Mit mir“ von Postern und anderen Werbemitteln profitieren. Auch eine neue Folderreihe mit dem Titel „Tops und Flops in der Natur“ wurde entwickelt. Die erste Folge trägt den Titel „Beim Hobby auch an andere denken“ und kann kostenlos unter E-Mail julia.prammer@lk-noe.at oder Tel. 05 0259 26207 bestellt werden. Weitere Highlights zum Download gibt es auf www.unserelandwirtschaffts.at.

Referenten-Stimmen zur Tagung

Rainer Haas, Professor an der Universität für Bodenkultur am Institut für Marketing und Innovation: „Die Landwirtschaft muss proakiv und offen über Dinge sprechen, bevor sie zum Problem werden. Die Stärke der Landwirtschaft liegt darin, dass es sich nicht um anonyme große Unternehmen handelt, sondern um Menschen. Sie sind es, denen man als Konsument Vertrauen schenkt und die transparente Einblicke ermöglichen können.“

Antonia Krenn vom Ziegenhof Mandl: „Was viele gerne verdrängen ist, dass Öffentlichkeitsarbeit einfach alles ist. Wie ich mich kleide, was ich sage, was ich tue und wie ich mich anderen gegenüber verhalte.“

Werner Pail, Obmann von „steirische Schweinebauern 3.0“: „Wir wollen erklären und zeigen, was wir machen und zwar mit allen Mitteln die wir zur Verfügung haben.“

Elisabeth Lust-Sauberer, Obfrau der Seminarbäuerinnen NÖ: „Uns ist es wichtig, den Konsumenten zu zeigen, dass wir einen Beruf ausüben, wo wir Arbeitskleidung brauchen, dass wir aber auch Frauen mit Weitblick, Eleganz und Unternehmergeist sind. Dafür reicht oft schon ein simples Gespräch.“

Martin Greßl, Leiter des Qualitätsmanagements der AMA Marketing: „Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind die neuen Goldstandards bei Lebensmitteln und wesentlicher Faktor für Kaufentscheidungen. Vertrauen entsteht vor allem durch persönliche Begegnungen. Die Bäuerinnen und Bauern sind daher die glaubwürdigsten Botschafter.“

So schmeckt Niederösterreich-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler: „In den letzten Jahren hat die Qualität unserer Produkte und die Innovationskraft unserer Betriebe ein bis jetzt noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Jetzt gilt es das Augenmerk noch stärker auf die Vermarktung und Inszenierung unserer Produkte zu legen.“

Auch interessant