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Weltmarkt

Bauern nicht dem Weltmarkt opfern

UBV-Tagung_2345331
Externer Autor
am
13.05.2019

Auf der Tagung des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) in Niederösterreich zeigten die Bauern ihren Unmut

Pöchlarn/NÖ Auf der Tagung des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) Niederösterreich konnte Landesobmann Herbert Hochwallner mit Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Agrarsprecher der ÖVP im Parlament, sowie mit Maximilian Linder (Agrarsprecher der FPÖ im Nationalrat) zwei wichtige Teilnehmer der sogenannten Taskforce für die Landwirtschaft begrüßen. Neben den beiden Spitzenvertretern aus dem Nationalrat referierten mit Karl Eder von Bramburi und dem Steirer Josef Joschi Kaltenegger zwei gestandene Unternehmer zu den aktuellen Problemen der Bauern.

Bauern sorgen sich um ihre Existenzen

Die beiden Nationalräte Strasser und Linder mussten zur Kenntnis nehmen, dass die Existenzsorgen der Bauern groß sind. In zahlreichen Wortmeldungen beklagten die Landwirte die häufig ökonomisch völlig hoffnungslose Situation auf den Betrieben. Mit den Ausführungen der beiden Regierungsvertreter waren sie nur bedingt zufrieden. Vor allem die zaghafte, zahnlose wie ausweichende Argumentation zu konkreten Beispielen und die komplett defensive Herangehensweise an Probleme erzürnte die Bauern insgesamt sehr.
Der Unternehmer Karl Eder, Chef von Bramburi, einer bäuerlichen Genossenschaft zur Kartoffelvermarktung, und Praktiker mit Schwerpunkt Ackerbau, skizzierte eindrucksvoll den enormen Anstieg an Schädlingen bei vielen Ackerkulturen sowie im Grünland. Für eine effiziente Bekämpfung dieser Schädlinge fehlten aber derzeit die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich. Dazu komme es zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen mit den Mitbewerbern.
Für die betroffenen Bauern sei dies gleichermaßen empörend wie deprimierend, weil sie dadurch große Einkommensverluste hinnehmen müssen. Eder forderte deshalb dringend bessere Rahmenbedingungen beim Pflanzenschutz. Dazu kommen, so Eder, die enormen Schäden in den Wäldern durch z. B. den Borkenkäferbefall. Werde hier nicht rasch intensiv gegengesteuert, würden die Wälder in den Trockenregionen in Windeseile kaputt sein.
Josef Joschi Kaltenegger skizzierte die „Baustellen“ in der aktuellen Agrarpolitik und forderte die beiden Politiker auf, sich aus den aktuellen Wegen zu lösen. Wenn man seit Jahren sehe, dass ein System die Bauern ruiniert, dann könne man nicht so tun, als ob alles passen würde. Dann müsse man andere, neue Wege suchen und finden. Alles andere sei eine Bankrotterklärung.
Kaltenegger betonte, dass man die Agrarpolitik komplett neu gestalten müsse. Das Weiterwursteln ohne Ideen mit der gescheiterten GAP nach dem bisherigen Modell seitens Brüssels sowie das Stillhalten und Zuwarten in Österreich auf das, was aus Brüssel kommt, sei ein komplett falscher Ansatz. Jeder Unternehmer müsse selber wissen, was es braucht, um ein gutes ökonomisches Fundament zu schaffen, und wie der Weg zum Ziel aussieht.

Agrarzukunft mit neuen Spielregeln gestalten

Konkret müsse man also in Österreich definieren, wie man die Agrarpolitik gestalten will. Darauf aufbauend seien die Rahmen bzw. Spielregeln festzuschreiben. Die derzeitige EU-Politik sei gescheitert. Sie gestalte für die Bauern keine hoffnungsfrohe Zukunft mehr. Daher müsse man Landwirtschaft neu denken und gestalten.
Nach intensiven Diskussionen überreichte Obmann Hochwallner den beiden Vertretern der Bundesregierung das Programm des UBV Österreich „Landwirtschaft neu denken & handeln = ökosozial leben“. Er lud Strasser und Linder ein, diese Überlegungen zu unterstützen.
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