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Pflanzenschutz

Biologische Maikäfer-Bekämpfung

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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LK-Präsident Josef Hechenberger, Maschinenring Oberland-GF Gottfried Gabl, LKGrünlandberater Lukas Peer, Vizebürgermeister Martin Kapeller, Ortsbauernobmann Benedikt van Staa und Hermann Strasser von der Universität Innsbruck. © Judith Haaser/LK Tirol
von am
16.04.2018

Stark vom Schädling betroffene Regionen helfen sich mittels Pilzgerste-Einsatz.

Innsbruck Seit über 20 Jahren hat sich der Einsatz von Pilzgerste zur biologischen Bekämpfung von Maikäfern, beziehungsweise der Engerlingen bewährt. Ein österreichweiter Aktionsplan wurde 2015 gestartet und zeigt Wirkung. Durch die flächendeckende Anwendung in den betroffenen Gebieten konnten die Käfer und damit die Schäden stark minimiert werden.

Gerade im Tiroler Oberland kam es aufgrund massiven Maikäferbefalls immer wieder zu großen Schäden. Im Jahr 1993 wurde in Tirol mit der biologischen Maikäferbekämpfung mittels Pilzgerste begonnen, wie Hermann Strasser, Mikrobiologe an der Uni Innsbruck erklärt: „Durch den Einsatz der Melecont Pilzgerste wird die Population völlig ohne Chemie auf ein erträgliches Maß reduziert. Dabei dient das Gerstenkorn als Träger für den Pilz, der sich im Boden entwickelt und dadurch die Engerlingsbefallsdichte verringert.“
Als Projektpartner übernimmt der Maschinenring bei der Ausbringung eine wichtige Rolle: „Mittels Schlitzgeräten wird die Gerste auf eine Ablagetiefe von mindestens vier Zentimetern in den Boden eingearbeitet. Der Maschinenring hat dafür drei Geräte für Tallagen und ein Spezialgerät für Hanglagen im Einsatz“, erklärt Gottfried Gabl, Geschäftsführer des MR Oberland.
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Gottfried Gabl erklärte die Ausbringung der Pilzgerste mittels Schlitzgerät. © Judith Haaser/LK Tirol

Heuer werden in Summe rund 400 ha in ganz Tirol mit dem Pilzgersteverfahren behandelt. Neben Mieming und Roppen gibt es auch im Unterland und Osttirol betroffene Gebiete, wie Brandenberg, Angerberg, Gallzein oder Lienz. „Früher bedeutete der Maikäfer enorme Schäden bei Grünland und Ackerbau. Dass die Maßnahmen nachhaltig Wirkung zeigen, beweisen die Gebiete im Unterland, wo es zwischenzeitlich zu keinen größeren Schäden mehr kam“, so LK-Präsident Josef Hechenberger.

Aktuell wird diesbezüglich außerdem ein Forschungsprojekt durchgeführt. „Auf über zwanzig Standorten wird die Pilzdichte im Boden und die Maikäferbefallsdichte erfasst sowie eine Befragung der Bauern durchgeführt. Daraus ergeben sich wichtige Erkenntnisse für Wissenschaft und Beratung“, erklärt LK-Grünlandberater Lukas Peer abschließend.

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