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Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich

Breitbandausbau, ärztliche Versorgung & Wertschöpfung für das Land

pd
am
04.04.2017

Pölten - Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich sieht ihre Kompetenz in der Frage der ländlichen Regionen und fordert eine klare Schwerpunktsetzung, um die Attraktivität des Ländlichen Raumes zu steigern. Ein rascher Ausbau schneller Internetverbindungen, eine Sicherung der ärztlichen Versorgung sowie Energie aus der Region, für die Region sollen vorangetrieben werden. Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes: „Entwickeln wir Potentiale und nutzen wir unsere Chancen.“

Vollversammlung Niederösterreich

„Die Abwanderung der ländlichen Bevölkerung in die Städte wird immer mehr zu einer Herausforderung. Diese Entwicklungen dürfen wir nicht verschlafen, sondern müssen für unsere bäuerlichen Betriebe die Dinge beim Namen nennen und sie rechtzeitig in Angriff nehmen. Ein Ausbau der Infrastruktur und des Breitbandnetzes ist dabei ebenso wichtig, wie Kinderbetreuungsplätze, die Sicherung der ärztlichen Versorgung oder Bildungsangebote vom Kindergarten bis zur Fachschule“, erklärt Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes und fordert eine klare Schwerpunktsetzung für die ländlichen Regionen.

Vor allem die niederösterreichische Breitbandstrategie sieht Schultes als Chance für eine Vitalisierung der Dörfer. „Bei uns in Niederösterreich wurde bereits der erste wichtige Schritt gesetzt. In vier Modellregionen wurde der Ausbau begonnen“, so Schultes und freut sich über die vorbildliche Initiative des Landes NÖ. Dabei ist es allerdings wichtig, eine flächendeckende Versorgung möglichst rasch umzusetzen. Nur so kann der Erfolg für landwirtschaftliche Familienbetriebe sichergestellt und die Ansiedlung neuer Branchen forciert werden. Auch die Bereitstellung nachhaltiger Energie sieht die Landwirtschaftskammer Niederösterreich als zusätzlichen Schwerpunkt für die Zukunft. Als Ergänzung für Photovoltaikanlagen und Windräder wird ein Ausbau von Biomasse und Fernwärme-Anlagen gefordert, um eine bestmögliche Versorgung abseits fossiler Brennstoffe sicherstellen zu können.

Praxistaugliche Regeln für Arbeit und Wertschöpfung am Land

„Dabei hilft es nicht, Geld von der Landwirtschaft in andere Bereiche zu transferieren“, ist sich die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich einig. Besonders die derzeitige Diskussion über eine Anhebung der Mindestlöhne in der Land- und Forstwirtschaft muss hier hinterfragt werden. „Beispielsweise führt eine Bruttolohnerhöhung von 1295 € pro Monat auf 1500 € inkl. der damit steigenden Dienstgeberbeiträge und Abgaben zu Lohnkostensteigerungen von in Summe 340 € pro Monat beim Dienstgeber, wovon jedoch lediglich 100 € netto pro Monat beim Dienstnehmer ankommen“, so Schultes und gibt zu bedenken, dass sich dies unweigerlich auf Arbeitsplätze und die Wertschöpfung am Land auswirken würde. Das ist schon alleine durch die hohen Lohnnebenkosten im Mindestlohnbereich der Fall.

Als Basis lebendiger ländlicher Regionen ist der bäuerliche Familienbetrieb auch in Zukunft bestmöglich zu unterstützen und die Bevölkerung muss noch stärker auf die Leistungen dieser Betriebe aufmerksam gemacht werden. Hier konnte mit der Initiative „Unser Essen: Gut zu wissen, wo´s herkommt“ bereits wertvolle Bewusstseinsbildung betrieben und der Wert regionaler Lebensmittel in den Mittelpunkt gestellt werden. So weisen die Großküchen des Landes Niederösterreich bereits auf die Herkunft von Fleisch und Eiern hin, die der Kunde am Teller findet. „Ich verlange, dass in den Großküchen gezeigt wird, woher das angebotene Essen kommt. Nur wenn wir auf Transparenz in den Speisekarten pochen, kann sich der Konsument bewusst dafür entscheiden, woher sein Schnitzel am Teller kommen soll“, meint Schultes.

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