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Wald

Bundesforste: 2016 mit sehr gutem Ergebnis

aiz
am
26.05.2017

Wien - Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf AG) erzielten im Geschäftsjahr 2016 ein stabiles Konzernergebnis (EBT) von 21,6 Mio. Euro (2015: 24,5 Mio.) bei einer Betriebsleistung von 225,8 Mio. Euro (2015: 230,2 Mio.).

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 24,5 Mio. auf 39,7 Mio. Euro. "Zwar war 2016 aus waldbaulicher Sicht ein Normaljahr, also ohne außergewöhnliche Wetterereignisse und Naturkatastrophen, dennoch lag der Schadholzanteil bei 51%", teilte heute ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager bei der Bilanz-Pressekonferenz mit.


"Windwürfe, Schneebrüche, die Klimaerwärmung und speziell der Borkenkäfer setzen unseren Wäldern sowie Naturflächen enorm zu. Wir sind stark gefordert mit der Aufarbeitung von Schäden aus dem Klimawandel, der uns Jahr für Jahr viel Geld kostet", so Freidhager. Die nachhaltige Holzerntemenge lag 2016 bei 1,52 Mio. Erntefestmeter (Efm), das nachhaltige Holzernteziel konnte damit zum sechsten Mal in Folge trotz Schadholz punktgenau eingehalten werden. "Rechnerisch kostet uns der Klimawandel - vor allem durch Mindererlöse für Schadholz - jedes Jahr im Schnitt mehr als 17 Mio. Euro, das ist fast die Höhe eines durchschnittlichen Jahresgewinnes", so der Vorstand.

Diversifizierung sichert Ertragskraft

"Die Strategie der Diversifizierung mit dem Ausbau neuer Geschäftsfelder ist für uns ein logischer Schritt in der Unternehmensentwicklung, um neuen Herausforderungen wie dem Klimawandel zu begegnen. Neben dem Kernbereich Forst/Holz tragen die nicht-forstlichen Bereiche - Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energie - wesentlich zur Sicherung der Ertragskraft bei. Der Anteil der nicht-forstlichen Geschäftsbereiche an der Betriebsleistung hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt und macht mittlerweile 42% des Umsatzes aus", berichtete Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien. Durch die Diversifizierung stehe das Unternehmen auf mehreren Beinen und könne die Ertragsbasis nachhaltig sichern.

Geschäftsbereich Forst/Holz: Hohes Niveau trotz Schwankungen gehalten

Im Geschäftsbereich Forst/Holz konnte die Betriebsleistung mit 132,2 Mio. Euro (2015: 133,4 Mio.) auf hohem Niveau gehalten werden, obwohl die Nachfrage nach Holz witterungsbedingt deutlichen Schwankungen unterlag. "Insgesamt zeigte sich die Nachfrage zufriedenstellend, besonders Werthölzer wie Zirbe und Lärche waren verstärkt gefragt", erläuterte Freidhager. Mehr als die Hälfte des Gesamteinschlags (rund 850.000 Efm) wurde als Sägerundholz und etwa ein Drittel (490.000 Efm) als Industrieholz verwertet. Hinzu kommt Energieholz wie Waldbiomasse. Der Holzpreis zeigte sich volatil, gab im Jahresmittel weiter nach und sank auf durchschnittlich 73,06 Euro/Efm. "Erfreulicherweise konnten auch die Holzerntekosten durch striktes Management weiter auf 25,50 Euro/Efm gesenkt werden", so der Vorstand.

Weiterhin hoch blieben mit 11,4 Mio. Euro die Investitionen in die Waldpflege, die etwa Pflanzungen, Käferbekämpfung, Jungwaldpflege oder Schutz gegen Wildverbiss umfassen. Neben Krankheiten wie dem Eschentriebsterben, das sich derzeit in ganz Österreich ausbreitet, treten verstärkt Waldschädlinge auf. Einen Schwerpunkt in der Waldpflege nimmt die Käferprävention ein, die 2016 allein 3,2 Mio. Euro ausmachte. "Sorgfältiges Borkenkäfer-Monitoring in allen Wäldern ist ein Gebot der Stunde", unterstrich Freidhager die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen. Im Frühjahr stehen Aufforstungen auf dem forstlichen Programm, wobei der Fokus auf einer guten Durchmischung und Baumarten liegt, die den Wetterextremen standhalten.

Jagd und Fischerei

Mit einer Betriebsleistung von 21,7 Mio. Euro blieb der Bereich Jagd/Fischerei 2016 auf dem Vorjahresniveau. In der Jagd liegt der Fokus auf der Herstellung einer ausgewogenen ökologischen Balance von Wald und Wild sowie der Bewirtschaftung von Revieren mit hohen Wildschäden. In der Fischerei haben sich die Bestände in den von den Bundesforsten bewirtschafteten Salzkammergut Seen erholt, sodass die jährliche Ausfangmenge wieder auf 4 t erhöht werden konnte.

Erneut deutliche Steigerung im Bereich Immobilien

Im Geschäftsbereich Immobilien konnte die Betriebsleistung von 41,2 Mio. auf 43,7 Mio. Euro gesteigert werden, damit hat sie sich seit 1997 verdreifacht. Mit einem Anteil von 19,5% an der Gesamtbetriebsleistung sind die Immobilien nach dem Bereich Forst/Holz der zweitstärkste Geschäftsbereich geworden. Stark gestiegen sind insbesondere die Erlöse aus Verpachtung, Baurechten und Baupacht. "Auch 2017 investieren wir wieder in die Errichtung und Sanierung unserer Objekte - in Summe rund 5,7 Mio. Euro", berichtete Schöppl.

Dienstleistungen: Verstärkte Nachfrage nach Waldbewirtschaftung

Gestiegen ist auch die Nachfrage nach Waldbewirtschaftung durch Experten: Erstmals betreuen die Bundesforste rund 17.400 ha für Dritte. In der Baumpflege konnte ein Großauftrag mit der ASFINAG abgeschlossen werden. Nachgefragt wurde auch die Expertise bei technischen Naturraum-Projekten. Die Betriebsleistung im Geschäftsfeld Dienstleistungen ist aufgrund der Anpassung der Forsttechnik an die Marktsituation auf 14,6 Mio. Euro.

140 Mio. Euro Investitionen in erneuerbare Energie

"Als Naturbewirtschafter engagieren wir uns auch für die Energiewende. An der Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen führt kein Weg vorbei. Mit diesem Bereich haben wir unser viertes Standbein aufgebaut und in den letzten 20 Jahren in Summe 140 Mio. Euro investiert. 2016 erreichten die Investitionen eine Höhe von 42,7 Mio. Euro, der Schwerpunkt lag dabei auf dem Windpark Pretul", informierte Schöppl. Die Betriebsleistung konnte 2016 über alle Anlagen, berechnet nur nach ÖBf-Anteil, von 8 auf 9 Mio. Euro gesteigert werden. Mit sechs Kleinwasserkraftwerken, dem Waldbiomasse-Kraftwerk Wien-Simmering und dem Windpark Pretul konnten so 236 Gigawattstunden (GWh) Strom sowie 41 GWh Wärme aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden.

477 Mio. Euro für das Bundesbudget

"Seit der Neugründung schütten die Bundesforste jährlich Gewinne an die Republik aus. Wir haben in den 20 Jahren unseres Bestehens als AG 477 Mio. Euro für die Republik erwirtschaftet. Auch 2016 haben wir mit 24,8 Mio. Euro wieder einen wichtigen Beitrag zum Bundesbudget geleistet", wies Schöppl auf die Ertragskraft des Unternehmens hin.

Optimistischer Ausblick 2017

"Wir sind gut in das Jahr 2017 gestartet, aus heutiger Sicht ist die Ergebnisentwicklung auf Kurs. Je nach Witterung kann das Niveau von 2016 übertroffen werden", zeigte sich Freidhager optimistisch. Man setze weiter auf gesundes Wachstum, vor allem bei Immobilien und erneuerbaren Energien. (Schluss)

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