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Niederösterreich

Direktvermarktung als Chance für Landwirte

pd
am
08.02.2017

Sieghartskirchen - Bei der Frage nach möglichen Entwicklungsstrategien für bäuerliche Betriebe spielen Nischen wie die Direktvermarktung eine immer größere Rolle. Beim neuen Einstiegsseminar des Ländlichen Fortbildungsinstituts (LFI) können sich Landwirte über Direktvermarktung informieren.

Brotzeit

Konsumenten schätzen Spezialitäten aus besten, heimischen Rohstoffen und kaufen diese auch gerne direkt beim Bauern ein. Aktuell ist die Nachfrage nach von bäuerlichen Betrieben verkauften Lebensmitteln wesentlich höher als das Angebot. Die Direktvermarktung bietet also Chancen für bäuerliche Betriebe, die professionell genutzt gehören.

Eine aktuelle Landwirte-Befragung im Auftrag vom Agrar.Projekt.Verein und der Landwirtschaftskammer Österreich zeigt ein recht klares Bild der Direktvermarktung in Österreich:  Demnach sind rund 27 Prozent der österreichischen Landwirte als Direktvermarkter aktiv, wobei für die Hälfte der Betriebe die Direktvermarktung eine große Bedeutung hat (Intensiv-Direktvermarkter). Getragen von einer steigenden Nachfrage der Konsumenten setzt diese relativ kleine Gruppe von Intensiv-Direktvermarktern voll auf den Trend und ist damit in den letzten Jahren offensichtlich auch sehr erfolgreich. So wird immerhin rund  51% des Einkommens mit der Direktvermarktung erwirtschaftet. Betriebe mit „ein bisschen Direktvermarktung“ werden hingegen immer weniger. Man kann also sagen: Direktvermarktung wird zunehmend „g’scheit oder gar nicht“ gemacht.

Die Hitliste der Produkte in der Direktvermarktung führen Fleisch- und Fleischprodukte vor Milch und Milchprodukten, Wein, Eiern und Obst/Obstprodukten an. Der „Ab-Hof-Verkauf“ ist mit Abstand der wichtigste Vertriebskanal für die direktvermarktenden Landwirte. In den letzten Jahren haben sich jedoch die Vertriebsformen Gastronomie, Lebensmittelhandel und Buschenschank mehr oder weniger verdoppelt! Besonders der deutliche Hinzugewinn beim Lebensmittelhandel und der Gastronomie unterstreicht die Professionalisierung in der Direktvermarktung. Ein weiterer Gewinner ist der Bauernmarkt.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht uninteressant: Direktvermarktung sichert zahlreiche Arbeitsplätze auf Österreichs Bauernhöfen. Konkret sind es rund 31.000 Vollzeit-Arbeitsplätze, die ohne Direktvermarktung nicht existieren würden.

Zukunft der Direktvermarktung

Alle Betriebe mit Direktvermarktung wurden nach der Entwicklung der Direktvermarktung in den letzten 5 Jahren gefragt. Die Ergebnisse zeigen eine grundsätzlich sehr positive Entwicklung und untermauern gleichzeitig das Bild von der „Professionalisierung“ und „Polarisierung“. Für 39 Prozent der Betriebe hat die Bedeutung der Direktvermarktung zugenommen (2010: 29 Prozent). Noch deutlicher werden die Ergebnisse wenn man nur die Intensiv-Direktvermarkter betrachtet: 55 Prozent geben eine Zunahme der Bedeutung der Direktvermarktung an. Den wichtigsten Grund für die Zunahme sehen die Direktvermarkter in der stärkeren Nachfrage seitens der Konsumenten. Gründe für Rückgänge in der Direktvermarktung sehen viele in den zu hohen gesetzlichen Auflagen, mangelnder Rentabiliät und Zeitmangel.
 

LFI-Seminar: Reinschmecken in die Direktvermarktung

Ein erstes „Reinschmecken“ in den Betriebszweig wird interessierten Bäuerinnen und Bauern beim Kurs „Einstieg in die Direktvermarktung“ ermöglicht. Fachleute der Landwirtschaftskammer geben bei der Veranstaltung Antworten auf folgende Fragen: Was versteht man eigentlich unter „Direktvermarktung“? Passt das zu mir und meinem Betrieb? Hat Direktvermarktung überhaupt Zukunft? Welche Rechtsvorschriften muss ich beachten? Gibt es  Förderungen für notwendige Investitionen? Welche Hilfestellungen gibt es sonst noch?  Dass die Direktvermarktung auch in der Praxis funktioniert, davon kann man sich bei der Besichtigung eines erfolgreichen Direktvermarktungsbetriebes und einer Produktverkostung überzeugen.

 

Kurstermin: Montag, 20.2.2017, 9 bis 13 Uhr

Kursort: Buschenschank Hauck, Henzing 14, 3443 Sieghartskirchen, Bezirk Tulln

Kosten: 30 Euro pro Person;

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: LFI NÖ, Tel.: 05 0259 26100

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