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Marktlage

Dramatischer Flächenrückgang bei Zuckerrüben

Zuckerrübe
Externer Autor
am
20.05.2019

Viele Rübenbauern haben im vergangenen Jahr nichts verdient.

Wien Auf der Generalversammlung des Rübenbauernbunds für Niederösterreich und Wien, der rund 4600 Rübenbauern vertritt und die größte der vier regionalen Rübenbauernorganisationen ist, skizzierte Präsident Ernst Karpfinger das Vegetationsjahr 2018: „Ein mehr als halbierter Zuckerpreis, das Verbot des wichtigsten Insektizids in der Saatgutpillierung, sommerliche Temperaturen bereits nach dem Anbau, welche die Ausbreitung von Schadinsekten förderten und ausbleibende Niederschläge in den Sommermonaten haben die Stimmung unter den Rübenbauern massiv negativ beeinflusst.“ Viele Rübenbauern hätten im vergangenen Jahr nichts verdient. Es sei nicht verwunderlich, dass die Gesamtfläche 2019 um 20 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei.

Pflanzenschutzmittel-Debatte beflügelt Ausstieg

„Einer der schwerwiegendsten Fehler der Europäischen Kommission war das Totalverbot der Neonicotinoide im Freiland. Die Rübe wurde dabei Opfer des Populismus, denn die Sondersituation für die Verwendung dieses Wirkstoffs in der Saatgutpillierung, der sich unter einem Schutzmantel befindet, wurde dabei nicht berücksichtigt. Die Angstmache von offensichtlich immer mächtiger werdenden NGOs erhöhte den Druck auf die Politik, sodass die Tatsache, dass die Rübe nicht blüht und daher keine Pollensammler anzieht, nicht berücksichtigt wurde“, kritisierte der Präsident. Um den Rübenstandort Österreich nicht weiter zu gefährden, sei die im Rahmen des europäischen Pflanzenschutzmittelgesetzes mögliche Notfallzulassung von den Rübenbauernorganisationen beantragt und unter Auflagen genehmigt worden. Die praxisuntauglichen Auflagen und die grundsätzliche Einschränkung in zwei Bundesländern führten zu weiteren Flächenrückgängen im Jahr 2019, so Karpfinger.
„Wer weiterhin heimischen Zucker haben will und die vor- und nachgelagerten Bereiche sowie die daraus generierten Arbeitsplätze erhalten möchte, muss für die Spezialkultur Zuckerrübe auch die speziellen Produktionsmittel, die als Werkzeuge für eine erfolgreiche Erzeugung notwendig sind, weiterhin zur Verfügung stellen“, mahnte der Präsident. Werde das nicht sichergestellt, werde die Zuckerrübe aus den österreichischen Fruchtfolgen verschwinden. Dann komme der Zucker aus Ländern mit fragwürdigen Produktionsbedingungen, die weder österreichischen Sozial- noch Umweltstandards annähernd gerecht werden.
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