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Gemüseernte

Erträge besser als im Vorjahr

Gemüse
Gerhard Poschacher
am
29.05.2017

Wien - Die Gemüseernte fiel 2016 um 9,5 % höher als 2015. im Fünfjahresmittel liegt sie aber immer noch um 3 % hinten.

In Österreich werden auf rund 15.700 ha Gemüse und Gartenbauprodukte angebaut. Diese Fläche wird von 1.870 Betrieben bewirtschaftet. Der Gartenbau trägt gemäß Landwirtschaftlicher Gesamtrechnung (LGR) mit 590 Mio. € rund 20 % zum pflanzlichen Produktionswert bei. Die Statistik Austria hat vor kurzem die endgültigen Ergebnisse der Gemüseernte 2016 bekannt gegeben. Die Ernteerhebung erfolgt jährlich durch Befragung der Gemüsebaureferenten der Landwirtschaftskammern und von Erzeugerorganisationen. Die erhobenen Erträge für Gartenbau- und Feldgemüse werden mit Hilfe von Flächendaten (Gartenbauerhebung 2015) hochgerechnet. In Jahren, in denen keine Erhebung durchgeführt wird, werden die Gemüseflächen im Zuge der jährlichen Erntebefragung durch die Fachreferenten in den Landwirtschaftskammern geschätzt.
Im abgelaufenen Jahr wurde eine Produktion von Feld- und Gartenbaugemüse in Höhe von 615.800 t ermittelt, das war gegenüber 2015 ein Zuwachs von 9,5 %. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre war die Erntemenge allerdings um 3 % geringer. Die Erträge an Hülsenfrüchten, Wurzel-und Zwiebelgemüse wurden für 2016 mit 318.200 t ermittelt, das waren um 12 % mehr als 2015 und geringfügig weniger als das Fünfjahresmittel. Wesentlich besser fielen auch die Ernteergebnisse bei Kohl-, Blatt-und Stängelgemüse mit 141.300 t (+8 %) aus. Die bedeutendste Kulturart ist traditionell Zwiebel mit einem Produktionsanteil von 26,5 %. Die Ernte wurde mit 163.300 t ermittelt, gefolgt von Karotten mit 98.500 t und Tomaten mit 55.100 t. Die Erntemengen fielen zufriedenstellend aus, ebenso bei Salat (48.700 t), Gurken (47.500 t) und Kraut mit 42.500 t.

Niederösterreich dominiert

Über die Hälfte der Gemüseernte entfiel 2016 mit 56 % auf das Bundesland Niederösterreich mit den Hauptprodukten Zwiebel, Karotten und Grünerbsen. Bedingt durch den hohen Gemüseanteil erreichte die Bundeshauptstadt Wien 11,5 % der Gesamterzeugung und lag damit noch vor Oberösterreich an zweiter Stelle. Heimisches Fruchtgemüse wurde zu einem Drittel in Wien erzeugt.
Auffallend bei den Ernteergebnissen des Vorjahres ist die starke Flächenausweitung bei Zuckermais mit einer Ernte von 14 000 t, fast ein Drittel mehr als 2015. Bei Chinakohl fiel die Ernte ähnlich wie 2015 aus, bei Spinat war sie mit 12 800 t (+16 %) deutlich höher als ein Jahr zuvor. Bei Spargel wurde trotz geringerer Hek­tarerträge auf Grund von Flächenausweitungen eine mit 2600 t um fast 5 % höhere Ernte eingebracht. Karotten wurden zu etwa 84 % in Niederösterreich produziert, Oberösterreich steuerte zur Gesamternte 6,1 % bei. Bei Zeller ist ebenfalls Niederösterreich das Hauptproduktionsgebiet. Bei Radieschen, vornehmlich Tiroler (47,6 %) und burgenländischer (36,4 %) sowie oberösterreichischer Herkunft (3,7 %) wurde aufgrund von Flächenreduktionen mit 4700 t eine geringere Ernte als 2015 erzielt. Bei Gurken mit einer Produktion von 47 500 t entfielen fast zwei Drittel auf die Erzeugung im Glashaus, bei Paprika waren die Ernteergebnisse 2016 um 14 % kleiner als ein Jahr zuvor.
Zur Deckung des Inlandsbedarfs wurden im abgelaufenen Jahr 1,48 Mio. t Obst und Gemüse (+9 %), 268 000 t Kartoffeln (+8 %) sowie 573 200 t Ölsaaten (+1 %) importiert. Die heimische Produktion deckte 2015/2016 bei Gemüse nur 57 % des Bedarfs, bei Obst mit 49 % noch weniger. In den vergangenen 15 Jahren ist die Gemüseproduktion von etwa 499 000 t auf 560 300 t angestiegen. Die Anbaufläche nahm zwischen 2000 und 2015 um etwa 2500 ha zu.Prof.

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