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Holzmarkt: Hoher Schnittholzverbrauch

Sägewerk mit Holz
aiz
am
20.09.2017

Wien - Die sehr gut laufende Konjunktur in Österreich und Europa ermöglicht auch der österreichischen Sägeindustrie gute Exportchancen.

Der Schnittholzverbrauch ist hoch, die Sägewerke produzieren aufgrund der extrem guten Versorgungslage auf sehr hohem Niveau.

Der Markt für Nadelsägerundholz ist differenziert zu betrachten. Aufgrund der sehr ausgeprägten Dürre- und Hitzeperioden im Wald- und Mühlviertel kommt es dort zu einem zeitlich konzentrierten Anfall nennenswerter Schadholzmengen. Verschärft wird die Situation durch den Käfer- sowie Sturmholzanfall in Niederbayern und Tschechien, der Importdruck ist hoch.

Rückstau beim Holzabtransport - Zwischenlager auf beihilfefähigen Flächen möglich

Die Lagermöglichkeiten der Sägewerke sind aktuell nahezu erschöpft, insbesondere für schlechtere Qualitäten. Alle Marktakteure sind bemüht, zusätzliche Lager- und Transportkapazitäten zu schaffen. Dennoch führt die Gesamtkonstellation mittlerweile zu einem Rückstau beim Holzabtransport von bis zu sechs Wochen. Daher darf Rundholz auch auf beihilfefähigen Flächen bei einem Mindestabstand von 500 m vom nächsten Waldrand zwischengelagert werden.

Holz ohne Rinde (Totbäume) stellt kein Forstschutzrisiko mehr dar. Um Kapazitäten frei zu bekommen sollte daher nur mehr jenes Holz aus dem Wald abtransportiert werden, das noch in Rinde ist (Bohrmehlbäume). Eine getrennte Lagerung bei der Aufarbeitung ist dafür unbedingt notwendig.

Fichtenüberangebot bringt Kiefernholzabsatz zum Erliegen

In den Hauptschadensgebieten werden für das Leitsortiment Fichte B 2b nur mehr zwischen 80 und 85 Euro/FMO bezahlt, im restlichen Bundesgebiet werden 90 Euro /FMO auch überschritten. Verblautes Holz und Braunbloche (Käferholz) werden in den Schadgebieten nur mehr zwischen 45 und 55 Euro/FMO gehandelt, außerhalb dieser sind Preise bis zu 65 Euro/FMO zu erzielen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Preise für die Steiermark auf Anfang August beziehen.

Im Sog des aktuellen Fichten-Überangebotes ist vor allem in Niederösterreich der Absatz von Kiefernholz zum Erliegen gekommen. Die Lärche hält bei anhaltend reger Nachfrage generell ihr gutes Preisniveau.

Anspannung greift auf Industrieholzmarkt über

Entsprechend der Situation beim Nadelsägerundholz ist mittlerweile auch der Industrieholzmarkt sehr angespannt. Die Lager sind voll und die Kapazitäten ausgelastet. In den Borkenkäfergebieten werden zur Entlastung beim Sägerundholz schwächere Dimensionen in das Industrieholz sortiert. Mengen außerhalb bestehender Verträge sind dort derzeit nicht abzusetzen. Generell ist ohne Zufuhrschein kein Holzabtransport möglich. Deutlich entspannter ist die Situation bei Rotbuche; die Preise sind fest.

Energieholz: Äste und Wipfel aktuell aus Forstschutzgründen nicht im Bestand lagern

Auch die Versorgung aller Anlagen zur Strom- und Wärmegewinnung mit Energieholz ist sehr gut. Aus Forstschutzgründen sollte vor allem in den Schadgebieten Schlagabraum (Äste, Wipfel) derzeit nicht für die energetische Verwendung zwischengelagert, sondern im Bestand belassen und optimaler Weise verhackt werden. Damit wird einem drohenden Befall durch den Kupferstecher vorgebeugt. Zudem ist dieses Hackgut beim aktuellen Überangebot an alternativen Energieholzsortimenten im Wesentlichen unverkäuflich. Die Nachfrage nach trockenem, bereits gelagertem Brennholz ist leicht belebt.

Alle angegebenen Preise - mit Ausnahme der Steiermark - beziehen sich auf den Zeitraum Ende August beziehungsweise Anfang September 2017 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13%, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13% und für Rundholz 20% anzuwenden. (Schluss)

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