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Klimawandel

Land- und Forstwirtschaft mit Maßnahmen weiter stärken

Landwirtschaftskammer Niederösterreich
pd
am
28.06.2017

Mold - Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich tagte am Montag, 26. Juni, in Mold. Die derzeitige Trockenheit, ein Ausbau der regionalen Infrastruktur sowie die Rolle der Bauern in der Wertschöpfungskette wurden thematisiert und entsprechende Forderungen aufgestellt.

„Der fortschreitende Klimawandel und seine sichtbare Folgen bei uns aber auch in Asien oder Afrika zeigen uns Handlungsbedarf auf. Diese Entwicklungen lassen unsere gemeinsame Verantwortung wachsen. Es braucht lösungsorientierte Diskussionen. Das wird Spuren in unserer neuen Gemeinsamen Agrarpolitik hinterlassen müssen“, so Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes.

Machbarkeitsstudie für Bewässerungsmöglichkeiten wird immer wichtiger

Niederösterreich spürt gerade die Auswirkungen des Klimawandels. Die geringen Niederschläge führen zu Produktionsausfällen und Einkommensverlusten. „Wir können und wollen uns als Landwirte nicht auf die Gelder des Katastrophenfonds verlassen. Wir sind freie Unternehmer und wollen unsere Betriebe bewusst absichern. Mit der Ausweitung der Dürreversicherung ist es uns gelungen etwas zu schaffen, um unsere Bäuerinnen und Bauern über schwierige Zeiten zu helfen. Mit einem Wegfall der Versicherungssteuer könnte die Versicherung leistbarer und für noch mehr Landwirte zugänglich gemacht werden“, so Schultes. Ein Ausbau der Modelle und eine Ausweitung auf weitere Kulturen ist künftig von großer Bedeutung. Zusätzlich soll eine Machbarkeitsstudie in Bezug auf Bewässerungsmöglichkeiten in Auftrag gegeben werden. „Sie soll zeigen, wo und wie eine überregionale Wasserversorgung, vorzugsweise aus der Donau für die Bewässerung umgesetzt werden kann. Notwendige Mittel für die Umsetzung solcher Projekte sind in weiterer Folge bereitzustellen, um eine Realisierung zu ermöglichen“, so Schultes.

Rascher Ausbau des Glasfasernetzes gefordert

Unsere Land- und Forstwirte brauchen zum einen Voraussetzungen im rechtlichen Rahmen. Sie dürfen nicht durch zu viele Einschränkungen und Verwaltungsformalitäten in der Umsetzung ihrer Ideen behindert werden. Sie brauchen aber zum anderen auch die technische Basis, damit vernetzte Arbeitsplätze im Dorf möglich sind. „Wir als Landwirtschaftskammer Niederösterreich fordern, dass der Glasfaserausbau in NÖ rasch weitergeht und zwar an erster Stelle dort, wo Abwanderung am stärksten sichtbar ist und es Lösungen braucht, mit denen man dieser Abwanderung entgegen wirken kann“, gibt der Landwirtschaftskammer-Präsident zu bedenken.

Wert bäuerlicher Arbeit muss sich in der Wertschöpfungskette widerspiegeln

Landwirtschaftskammer Niederösterreich

Die bäuerlichen Betriebe in Österreich stehen oft sehr großen Unternehmen im täglichen Wirtschaften gegenüber. Eine Marktposition, die der Handel immer wieder dazu missbraucht, über die ohnedies strengen gesetzlichen Standards hinausgehende Einschränkungen bei Betriebsmitteln oder Produktionsverfahren vorzugeben. Zeitgleich sind im Handel Produkte aus anderen Ländern zu finden, die weit unter unseren heimischen Standards produziert wurden. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich fordert ganz klar einheitliche Regeln für Produktionsverfahren: „ Die Position der Produzenten in der Wertschöpfungskette muss mit rechtlichen und agrarpolitischen Maßnahmen gestärkt werden. In einem freien Markt sind einheitliche Regeln für Produktionsverfahren unverzichtbar. Nationale Alleingänge sind inakzeptabel. Die Regelungen zur Deklaration von Produkten muss so ausgerichtet sein, dass eine Täuschung der Konsumenten ausgeschlossen werden kann.“ Regelmäßige Lebensmittelchecks im Handel sollen stichprobenweise die Transparenz der Herkunftskennzeichnung prüfen. Doch auch in den Großküchen ist diese Transparenz wichtig. Die Auslobung der Herkunft von Fleisch und Eiern wird für alle Großküchen besonders Küchen öffentlicher Institutionen gefordert. Eine freiwillige Kennzeichnung auf den Speisekarten kann mit der Initiative „Unser Essen: Gut zu wissen, wo´s herkommt“ erfolgen. Die Initiative wird in Kooperation mit der AMA-Marketing durchgeführt.

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