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Überwachung

Monitoring des Maiswurzelbohrers

Maiswurzelbohrer
aiz
am
12.07.2017

Wien - Zur Information über das Auftreten von Maiswurzelbohrern hat die Landwirtschaftskammer im Zusammenwirken mit der AGES eine Überwachung des Käferfluges mittels Pheromonfallen organisiert und beobachtet die Massenentwicklung dieses Schädlings in bestimmten Maisfeldern.

Die aktuellen Fangzahlen werden alle vierzehn Tage auf der Monitoringkarte angezeigt. Die Landwirte haben dadurch einen Überblick über die Verbreitung des Schädlings und sollten dort, wo hohe Fangzahlen registriert werden beziehungsweise wo diese im Laufe der Zeit besonders stark ansteigen, die möglichen und notwendigen Maßnahmen unternehmen. Dieses Service der Landwirtschaftskammern und der AGES ist für die Maisbauern österreichweit unter http://warndienst.lko.at/ ab sofort abrufbar.

Bedeutung

Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) trat 2002 erstmals in Österreich auf und galt bis 2014 europaweit als Quarantäneschädling. In Nordamerika verursacht der etwa 5 mm große Käfer schon seit einigen Jahrzehnten erhebliche Schäden. Seine Hauptwirtspflanze ist der Mais, aber die Larven können notfalls, wenn keine Maiswurzeln vorhanden sind, auch andere Gräser als Wirtspflanzen nutzen (Borstenhirsearten). Der Hauptschaden entsteht durch den Fraß der Larven an den Wurzeln. Die Hauptflugzeit des Maiswurzelbohrers ist von Anfang Juli bis Anfang September.

Das Schadbild

Die bedeutendsten Schäden entstehen an den Wurzeln des Maises, die durch die Larve des Käfers verursacht werden. Die Junglarven fressen die Haarwurzeln und in späteren Entwicklungsstadien bereits die größeren Wurzeln der Pflanze. Bei starkem Befall wird nahezu die gesamte Wurzelmasse gefressen, was dazu führt, dass die Maispflanzen ihre Standfestigkeit verlieren. Wenn sich umgefallene Pflanzen wieder aufrichten krümmen sie sich nach oben, und es entsteht ein sogenannter "Gänsehals". Der Befall beeinträchtigt die Wasser- sowie Nährstoffversorgung und erhöht den Infektionsdruck durch Pilze. Auch die Käfer sind für Schäden verantwortlich. Auf den oberirdischen Pflanzenteilen fressen sie Pollen, Narbenfäden, frische Blätter und auch milchreife Körner.

Zur Bekämpfung dieses Schädlings steht den Landwirten eine Reihe von Gegenmaßnahmen zur Verfügung. Dazu zählen in der Fruchtfolge auf Mais nach Mais zu verzichten. Die chemische Bekämpfung während der Hauptflugzeit ist aufgrund der Kulturhöhe nur mit Stelzentraktoren möglich. Zugelassene Präparate für den chemischen Einsatz oder für die Beizung des Saatgutes sind unter http://pmg.ages.at/pls/psmlfrz/pmgweb2$.Startup zu finden. Für den biologischen Einsatz eignen sich insektenphatogene Nemadoten der Art Heterorhabditis bacteriophora. Diese Art befällt die Larven und vermindert so deren Bestand. Die Verwirrungstechnik mittels Sexualduftstoffen ist nur möglich, wenn es eine Notfallszulassung des Mittels gibt.

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