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Ernte 2019

Österreich - mit der Ernte zufrieden

Getreideernte OÖ
LK OÖ
am
05.08.2019

Getreide gut, Raps schlecht, Grünland geschädigt - das ist die Ernte 2019 in Kurzform-

Linz Die Getreideernte in Oberösterreich ist weitestgehend abgeschlossen – mit insgesamt erfreulichen, teils unerwartet guten Ergebnissen.
Auch 2019 war witterungsbedingt herausfordernd, beginnend mit Auswinterungsschäden bei Wintergetreide aufgrund der lang andauernden Schneedecke. Der kühle und nasse Mai setzte dann vor allem den wärmeliebenden Kulturen wie Ölkürbis, Mais und Sojabohnen stark zu. Durch die lange Keimphase konnten tierische Schädlinge wie Drahtwurm oder Saatenfliege überdurchschnittlich lange an den Jungsaaten fressen. Daher mussten mehr als 5000 ha neu angebaut werden (darunter 1200 ha Mais, 740 ha Soja, 365 ha Ölkürbis),was einen Schaden von etwa 1,25 Mio. € verursachte. Weitere 2,5 Mio. € Schaden entstand den Landwirten bislang durch Hagel und Sturm.

Wintergerste am besten

Der Landwirtschaftskammer (LK) zufolge sind die Ergebnisse bei Wintergerste sehr gut, aber regional unterschiedlich. Der Durchschnitt liegt bei etwa 7,5 t/ha. Diese Kultur war erst in der endgültigen Abreife mit der großen Hitze konfrontiert. Das aktuelle Sortenspektrum scheint auf die geänderten Verhältnisse gut angepasst zu sein. Allerdings ist bei Wintergerste saisonal ein starkes Auftreten der Ramularia-Blattfleckenkrankheit zu beobachten, die mithilfe des Pflanzenschutzwarndienstes der LK und der Anwendung von Chlorthalonil im Bedarfsfall gut in den Griff zu bekommen ist. Dieses Präparat wird ab 2021 EU-weit nicht mehr zur Verfügung stehen.
Bei Winterweizen waren die Erträge trotz der zu schnellen Abreife mit durchschnittlich 7,5 t/ha zufriedenstellend und die Qualitätseigenschaften gut – Hektolitergewicht 76 bis 80 kg, Proteinwerte bei 12 % – also insgesamt eine gute Mahlqualität.
Bei Raps sei in Anbetracht der Witterung nur mit mittelmäßigen Erträgen von 3,2 bis 3,5 t/ha zu rechnen gewesen, heißt es weiter. Damit sei die Wirtschaftlichkeit nur mehr sehr knapp gegeben, wird betont. EU-weit geht die Anbaufläche von Raps zurück. Bei Mais und Sojabohne ist es für eine Prognose noch zu früh, die Bestandsentwicklungen sind sehr unterschiedlich.
Insgesamt würde es von Jahr zu Jahr größere Flächenverschiebungen im Anbauverhalten der oberösterreichischen Ackerbauern geben, heißt es bei der LK weiter. Der diesjährige Rückgang der Weizenfläche sei überraschend gewesen. Wintergerste habe dagegen den höchsten jemals verzeichneten Flächenanteil im Bundesland. Einen völligen Einbruch habe es bei der Körnerleguminosenfläche gegeben. Sojabohne halte sich auf hohem Niveau, während Raps wiederum 1000 ha eingebüßt habe. Einschließlich Silomais gibt es heuer 81 500 ha Mais – eine vergleichsweise große Fläche.

Probleme mit Engerlingen

Oberösterreich verfügt über eine Grünlandfläche von 220 000 ha, zudem noch 36 000 ha Klee, Luzerne, Kleegras und sonstiger Futterbau auf Ackerflächen. Der erste und zweite Schnitt waren heuer zufriedenstellend – trockenheitsbedingte Mindererträge beim zweiten Aufwuchs wurden nur regional bekannt. Da das Grünland die Futtergrundlage der Rinder ist, machen den Landwirten die geänderten Witterungsbedingungen zu schaffen. Daneben sind weite Teile des Grünlandes seit Längerem von der Engerlingsproblematik betroffen, die Trockenjahre 2015 und 2018 haben die Situation weiter verschärft. In Extremfällen ist die Neuanlage zwingend erforderlich mit erheblichen Kosten und Ertragsausfällen, bis sich der Bestand wieder etabliert hat.
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