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Tierschau

Pinzgauer zum Träumen

Pinzgauer
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Max Riesberg, Wochenblatt
am
02.05.2017

Oberndorf/Tirol - „Eine schöne Kuh hat keine Farbe“, sagte Rinderzucht-Tirol-Obmann Kaspar Ehammer in seinem Grußwort anlässlich der großen Landesschau der Tiroler Pinzgauer. Doch an diesem besonderen Festtag der Rinderzucht war das anders, denn für die vielen eingefleischten Züchter und begeisterten Schaubesucher, die nach Oberndorf, die schmucke Gemeinde am Fuße des Kitzbühler Horns gekommen waren, gab es am vergangenen Wochenende nur eine Devise: „Die schönste Kuh ist kastanienbraun“ (eingeschlossen der schwarzgezeichneten „Glückskühe“ natürlich).

Dass die Pinzgauerrasse, die als angestammte Rasse des österreichischen und bayerischen Alpengebietes, mit dem Salzburger Bezirk Pinzgau als Stammzuchtgebiet, viele Fans in Nord- und Osttirol hat und sich auf exzellentem züchterischen Niveau bewegt, wurde anlässlich der Jubiläumsschau zum 110-Jährigen deutlich. „Oberndorf ist heute der Nabel der Pinzgauerzucht“, sagte LA Josef Edenhauser in seinem Grußwort. Stolze 200 Ausstellungstiere wurden aufgetrieben und perfekt von den Züchtern und Jungzüchtern im Ring präsentiert und zwar unter freiem Himmel, vor der Traumkulisse des Wilden Kaisers.
Erfolgsgeschichte
Damals, am Josefitag 1907 fanden sich in St. Johann in Tirol die Gründerväter des „Verbands der Nordtiroler Pinzgauer Viehzuchtgenossenschaft“ zusammen. Sie gaben den Startschuss für eine Erfolgsgeschichte. Auch in den Wirren des ersten Weltkriegs und den schweren Nachkriegsjahren konnte die Vereinigung bestehen, eh im März 1939 der Zusammenschluss des Salzburger Verbandes und des Nordtiroler Pinzgauer-Rinderzuchtverbandes zum Pinzgauer Rinderzuchtverband für Salzburg und Tirol erfolgte. Heute zählt man 196 Pinzgauerzüchter in Nord- und Osttirol mit 1054 angeschlossenen Herdbuchkühen. Die Durchschnittsleistung liegt bei 6027 kg
Milch bei 3,88 % Fett und 3,31 % Eiweiß. Vor allem als Almvieh sind die Pinzgauer beliebt und erfreuen sich eines leichten, aber stetigen Anstiegs in ihrem Bestand.
„Diese Schau ist auch ein Aushängeschild unserer Leistungen und Produkte“, betonte Pinzgauer-Obmann Stefan Lindner und weiter: „Vitalität, sehr gute Fundamente und eine außergewöhnlich gute Fitness zeichnen unsere Tiere aus.“ Davon konnte sich auch Preisrichter Rupert Viehhauser aus Kleinarl überzeugen und zeigte sich schon bei den ersten Ringen begeistert. Unterstützt von Ringmann Michael Thurner wählte er zunächst die zahlreichen Gruppen- und Eutersieger der Reinzucht- bzw. Kreuzungsstiere (Pinzgauer x Red Frisian). Und natürlich durften auch die schwarzen Pinzgauer und Mutterkühe sowie die natürlich hornlosen Jochberger Hummeln nicht fehlen.

Spannendes Finale

Zur großen Siegerin der reinrassigen Pinzgauerkühe machte Viehhauser in den spannenden und hochkarätig bestückten Finalentscheiden schließlich die Maltus-Tochter Blanka von Roland Dödlinger aus Fieberbrunn, gezüchtet an der landwirtschaftlichen Fachschule Bruck. „Diese Viertkalbskuh ist unwahrscheinlich typstark und ausgeglichen, harmonisch und ausbalanciert im Euter – einfach perfekt, ohne irgendwelche Extreme“, kommentierte er seine größte Entscheidung an diesem Tag.
  Den Gesamtreserve- und Euterreservesieger stellten mit der Rat-Tochter Krone, eine Sechstkalbskuh mit Breite und Länge sowie mehr Feinheit in Fundament und Euter, Matthäus Hochfilzer senior und junior aus Going. Für sie war diese Landesschau ein voller Erfolg, denn mit Klara (V: Jorck Red) stellte die bekannte Zuchtstätte zudem den Gesamtsieger der Kreuzungskühe. „Es ist zwar ungewöhnlich, eine so junge Kuh zum Gesamtsieger zu küren, aber sie hat mich einfach von Anfang an beigeistert, mit ihrem feinen Fundament, der straffen Fessel und dem extrem hohen Euterboden – ein Kreuzungsstier, wie man es schöner nicht malen kann“, schwärmte Viehhauser. Und noch ein weiteres Highlight wartete auf Vater und Sohn Hochfilzer, denn sie erhielten im Rahmen der Schau die begehrte All-Dairy-Trophäe.
Auch die Jungzüchter hatten an diesem Tag mit ihren Kälbern und Eliterindern ihren großen Auftritt. Die jüngsten Teilnehmer waren dabei gerade mal zwei Jahre alt. Preisrichter und Jungzüchter-Obmann Josef Berger hatte hier keine leichte Aufgabe zu bewältigen, die Besten zu bestimmen. Mehr Fotos unter: www.pinzgauerrind.at.

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