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Biofach

Starkes Biowachstum hält weiter an

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Externer Autor
am
18.02.2019

Neun Prozent Bioanteil im heimischen Lebensmitteleinzelhandel erreicht

Wien „Bio ist in Österreich eine Erfolgsstory.“ Das sagte Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio Austria, am Dienstag vergangener Woche anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Michael Blass und Barbara Köcher-Schulz von der AMA Marketing. Blass verwies darauf, dass der Wert der hierzulande eingekaufte Bioprodukte 2018 um 6,7 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen sei. Seit 2013 stieg der Umsatz mit Bioprodukten sogar um 50 %. Aktuell würden knapp 9 % der Frischeprodukte im Lebensmitteleinzelhandel in Bioqualität gekauft.

Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt kaufte 2018 biologische Frischeprodukte im Wert von 148 € im LEH ein, so Blass weiter. Sowohl die Einkaufshäufigkeit als auch die eingekaufte Menge an Bioprodukten stiegen kontinuierlich an. Die umsatzstärksten Warengruppen im Biosegment sind ESL-Milch und Eier, an dritter Stelle stehe Schnittkäse. Bei den Top-Biosortimenten konnten von 2017 auf 2018 fast alle, bis auf Frischmilch, wertmäßig zulegen.
Den höchsten Bioanteil im heimischen LEH verbuchten Eier und Milch, die auf hohem Niveau nach wie vor wachsen. Ebenfalls weit über dem Durchschnitt liegen Erdäpfel, Frischgemüse und Joghurt. Jedes zehnte Produkt in den Warengruppen Butter, Käse und Obst stamme aus Biolandwirtschaft. Unterdurchschnittlich falle der Anteil bei Fleisch und Geflügel sowie bei Wurst und Schinken aus. „Hier ist Wachstumspotenzial vorhanden“, meint der AMA-Geschäftsführer.

Staatliche Biozeichen kommunizieren

Eine Aufgabe sieht die AMA auch in der Kommunikation der offiziellen Biozeichen. Das grüne EU-Biologo, das auf jedem verpackten Biolebensmittel innerhalb der EU angebracht sein muss, kennt ein Drittel der Befragten, das AMA-Biosiegel jeder zweite. Darüber hinaus garantiert das rot-weiß-rote AMA-Biosiegel die Herkunft der Rohstoffe aus sowie ihre Be- und Verarbeitung in Österreich.
„Wir wollen die Konsumenten informieren, dass die zweifelsfreie Erkennbarkeit von Biolebensmitteln ganz einfach ist. Sobald das Wort ‚Bio‘ auf der Verpackung steht beziehungsweise das grüne EU-Biologo sichtbar ist, können sie sicher sein, dass sie ein Biolebensmittel in Händen halten. Das AMA-Biosiegel als Zusatz weist auf eine besonders hohe Produktqualität hin“, erklärt Barbara Köcher-Schulz, Bio-Marketing-Managerin der AMA.

Grabmann: Weiteres Potenzial vorhanden

Trotz des anhaltenden Wachstums sieht Grabmann noch Potenzial, auch in Österreich. So werde zum Beispiel in der Gastronomie nur sehr wenig Bio angeboten. Um den Absatz hier anzukurbeln, sei es wichtig, die Informations- und Absatzförderung von öffentlicher Seite entsprechend zu forcieren.

Neben dem Heimmarkt sei die Erschließung neuer Märkte im Ausland sehr wesentlich. Viele Länder würden ihre Bioproduktion stark ausweiten. Daher werde eine Differenzierung über die Qualität immer entscheidender. Grabmann unterstrich: „Mit unseren privatrechtlichen Standards, wie etwa die Bio AustriaQualität, die über die gesetzlichen Vorgaben der EU-Bioverordnung hinausgehen, können wir punkten.“

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