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Waldbau

Vermehrung des Borkenkäfers unbedingt verhindern

Borkenkäfer 3
Land OÖ
am
13.05.2019

Die Fangzahlen zeigen klar auf, dass dieses Jahr eine gewaltigen Käferpopulation vorhanden ist.

Borkenkäfer 1

Linz „Die Fangzahlen zeigen klar auf, dass wir mit einer gewaltigen Käferpopulation ins Jahr gestartet sind und daher mit einem noch größeren Schadholzanfall zu rechnen haben als im bereits desaströsen Vorjahr. Es ist daher die Aufgabe des Runden Tisches, der seit 2018 regelmäßig zusammenkommt, gemeinsam die Zukunft unserer Wälder zu sichern. In dieser Situation zeigt sich unser großer Standortvorteil, in Oberösterreich eine starke holzverarbeitende Industrie zu haben“, erklärte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger.

Bohrmehlsuche konsequent betreiben

Er richtet seinen Appell an die gesamte Branche: „Wir brauchen weiterhin den Einsatz aller Beteiligten. Die Waldbauern sind aufgerufen, die Bohrmehlsuche konsequent weiter zu betreiben und befallene Stämme schnellstmöglich aus dem Wald zu bringen. Die Sägeindustrie ist aufgerufen, den Einschnitt heimischen Holzes weiterhin möglichst zu maximieren, um damit die rasche Abfuhr aus den Wäldern zu ermöglichen. Gleichzeitig bemühen wir uns seitens des Landes, mit Nasslagern den sehr angespannten Markt etwas zu entlasten.“

„Eine derartige Ausnahmesituation wie 2019 hatten wir schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Landwirtschaftskammer bemüht sich daher in der Beratung weiterhin, die Bauern zur Suche nach befallenen Stämmen und zur Aufarbeitung dieses Holzes zu motivieren. Darüber hinaus sollte aber absolut keine Holz- ernte erfolgen, um die angespannten Märkte nicht noch mehr zu belasten. Das befallene Holz muss aber raus aus dem Wald“, appelliert LK-Präsident Franz Reisecker.

Nasslager sollen Schäden möglichst klein halten

Aufgabe der gesamten Branche sei es nun, Nasslager einzurichten, um dadurch den finanziellen Schaden für die Waldbauern möglichst klein zu halten. „Und trotz der aktuell schwierigen Lage muss auch an das Aufforsten gedacht werden, um die Wälder in Oberösterreich zu erhalten“, so Reisecker.
Ferdinand Reisecker, Obmann der Sparte Holzindustrie der Wirtschaftskammer (WK) OÖ, erläutert die aktuelle Lage für die Verarbeitungsindustrie: „Die Maschinen der Sägeindustrie laufen mit Vollgas, um möglichst viel Holz aus den heimischen Wäldern einzuschneiden. Aber auch der Absatz muss gegeben sein. Ich appelliere daher an die Landesregierung, eine Holzbauoffensive zu starten, um den wertvollen Rohstoff auch in Oberösterreich bestmöglich einzusetzen.“
Auch bei Smurfit Kappa Nettingsdorf, einem der führenden Produzenten von Wellpappe-Rohpapieren in Europa, wird der Schwerpunkt aktuell auf die schnelle Abnahme des Sägerestholzes aus der Sägeindustrie gelegt, „damit möglichst viel Holz aus den heimischen Wäldern eingeschnitten werden kann“, wie Ernst Kastner, Leiter des Holzeinkaufs, mitteilt. Auch die Einkaufsmenge aus dem bäuerlichen Wald sei bereits um 150 % gesteigert worden, nun brauche es jedoch Maßnahmen, um mehr Holz lagern zu können, im Besonderen Nasslager, schließt sich Kastner der Forderung des LK-Präsidenten an.
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