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Gemeinsame Agrarpolitik

In allen Bereichen unzureichend

Obmänner
Externer Autor
am
29.04.2019

MdEP Albert Deß spricht in Neumarkt über Korrekturen an der Agrarreform.

Hollerstetten/Lks. Neumarkt i. d. Opf Für MdEP Albert Dess, der sich nach 14 Jahren Bundestag und 15 Jahren Europaparlament auf der Zielgeraden seiner langjährigen politischen Laufbahn befindet, war der Auftritt bei der Obmännerversammlung des BBV-Kreisverbandes Neumarkt in Hollerstetten wohl der Start seiner Abschiedstour, denn BBV-Kreisobmann Michael Gruber nutzte die Gelegenheit, dem Ehrenkreisobmann für seine einflussreiche politische Arbeit an vorderster Front zum Wohle der Landwirtschaft ganz herzlich zu danken.

„Mit diesem Mist gehen wir nicht ins Plenum“

Zuvor hatte sich Deß zur Zukunft der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik geäußert, wobei deutlich wurde, dass für die Landwirtschaft, deren Bedeutung in Europa nach wie vor enorm sei, viel auf dem Spiel steht: „Es ist mir unverständlich, warum in jeder Wahlperiode für die Landwirtschaft eine komplett neue Reform auf den Weg gebracht wird und man die Landwirte in Europa verunsichert?“ Besser wäre es gewesen, Korrekturen an der bestehenden Agrarreform, die erst 2015 in Kraft trat, vorzunehmen. Die Flut der beantragten Änderungswünsche zu den Vorschlägen der Kommission habe deutlich gezeigt, dass diese bei allen Fraktionen im Agrarausschuss umstritten sind.
„Für mich sind die Vorschläge in allen Bereichen unzureichend“, betonte Deß, dessen Meinung als agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion in Brüssel großes Gewicht hat. Wären Hogans Vorschläge durchgegangen hätte man die die Bürokratie in die Mitgliedsstaaten verlagert, was zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU geführt hätte. „Mit dem Mist gehen wir nicht ins Plenum“ war für ihn in der jüngsten Sitzung des Agrarausschusses die Devise.

Hoffnung setzen auf die nächste Wahlperiode

Gemeinsam sei es auf sein intensives Betreiben hin wenigstens gelungen ein Durchwinken ins Plenum noch in dieser Legislaturperiode zu verhindern. Dies sei sein letzter Dienst als aktiver Parlamentarier im Interesse der Landwirtschaft gewesen. Nun könne das neue EU-Parlament auf der Basis der Beschlüsse im Agrarausschuss weitermachen. Zumindest bestehe die Chance, dass man nach Hogan wieder einen vernünftigen Agrarkommissar bekomme. Deß machte deutlich, dass es angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung die Aufgabe der Landwirtschaft sei, die Menschen ausreichend mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen und dabei die Ressourcen wie Böden, Wasser und Energie zu schonen. „Zur modernen, hochproduktiven und innovativen Landwirtschaft gibt es keine Alternative“, bekräftigte Deß. Lorenz Märtl
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