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Versammlung

Balsam für die Bauernseele

Deggendorfbauern-GK
Hannelore Summer
am
16.04.2019

CSU-Bienen-Beauftragte spricht beim Kreisbauerntag im Landkreis Deggendorf.

Außernzell/Lks. Deggendorf Michael Klampfl, BBV Kreisobmann im Landkreis Deggendorf, war sehr zufrieden mit dem Kreisbauerntag in seiner Heimatgemeinde Außernzell: „Der volle Saal, zahlreiche Gäste aus der Bauernverbandsfamilie, den Verbänden, aus Politik und Verwaltung zeigen den engen Schulterschluss, den die Landwirte in diesen schwierigen Zeiten brauchen“. Die Bauern hätten sich gefreut, dass Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber kommen wollte, doch diese saß am „runden Tisch“ und schickte Tanja Schorer-Dreml, bienenpoplitische Sprecherin der CSU und Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Landtags. Sie fand, es sei unfair und unbayerisch, dass die Landwirte zum Hauptverursacher für den Rückgang der Artenvielfalt, Feinstaub und den Klimawandel gesehen werden.
Sie sehe aber die Landwirte nach wie vor als „Hauptverursacher“ von Lebensmitteln. Die Landwirte sollten die Meinungshoheit nicht denen überlassen, die die Landwirtschaft schlechtreden. Bäuerinnen und Bauern sollten noch viel mehr in die Hand nehmen, welche Geschichten über sie und ihre Höfe erzählt werden. „Sie können das besser, authentischer und vor allem ehrlicher“, ermunterte sie vor allem die Bäuerinnen, die Klaviatur der Öffentlichkeitsarbeit intensiver zu nutzen.
Die Staatsregierung stehe an der Seite der Landwirte, betonte Schorer-Dreml. Landwirtschaftsministerin Kaniber wolle sich dafür einsetzen dass bei den EU-Zahlungen ab 2020 die ersten Hektare und Junglandwirte noch stärker gefördert werden und auch die Nebenerwerbsbetriebe Fördergelder erhalten. Als Schorer-Dreml sagte, sie setze sich für den Bürokratieabbau ein, mussten viele der Zuhörerinnen und Zuhörer spöttisch lachen. Das glaubten sie ihr nicht. Gerne hörten sie dagegen, dass die EU nach einem Brandbrief zur Verschärfung der Düngeverordnung, die Entscheidung über Strafzahlungen vorläufig zurück gestellt habe. So bleibe noch Zeit, über die Verschärfung zu diskutieren.
In diesen unruhigen Zeiten, in denen die Landwirte in der Öffentlichkeit schlecht angesehen werden, sei es für sie keine Option, aufzugeben und nichts zu sagen, meinte Schorer-Dreml. Sie werde mit aller Kraft dafür arbeiten, dass es einen neuen Gesellschaftsvertrag zu Gunsten der Landwirtschaft und der Artenvielfalt gebe. Sie versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Gebietskulisse für die Ausgleichszahlungen noch einmal überprüft werde.
In ihren Grußworten gingen Landrat Christian Bernreiter und Bernd Silber, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst auf die schwierige Situation der Bauern ein. Sie betonten, dass die Bauern nach wie vor der soziale Kitt der Gesellschaft im ländlichen Raum seien und dass man die Probleme lösen solle, indem man miteinander rede.
Während Kreisbäuerin Rosmarie Mattis begrüßte, dass Schorer-Dreml den Gemeinschaftsgeist der Landwirte beschworen hat, hatte Alois Bauer, stellvertretender Bezirkspräsident konkrete Aussagen zu den brennenden Themen wie Ausgleichszulage, Anbindehaltung, Ferkelkastration vermisst.
Dass es in der Landwirtschaft immer weiter gehe und gut ausgebildete junge Menschen nachkommen, würdigte Klampfl, indem er Josef Feilmeier, Markus Hofer, Maria Huber Johannes Vandieken und Fabian Zitzelsberger, die ihre Meisterprüfung bestanden hatten, mit einem kleine Geschenk gratulierte.
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