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Modellcharakter

Den Blick für die Umwelt geschärft

Mertsee
Mia Goller
am
26.03.2018

Das Monitoring des Mertseebachs wurde abgeschlossen. Es gilt als Beispielprojekt.

Gut besucht war die Abschlussveranstaltung zum Projekt „Monitoring Mertseebach“ in Rimbach. Vertreter aus Kommunen, Landwirtschaft und Behörden waren gekommen, um den Fachbeiträgen zuzuhören. Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Deg­gendorf, stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner und Falkenbergs Bürgermeisterin Anna Nagl stellten in ihren Grußworten heraus, wie wichtig die Maßnahmenpakete gegen Bodenerosion im Landkreis sind. Wenn auch das Monitoring offiziell beendet ist, so geht die Arbeit im Mertseegebiet weiter, wie Alfred Huber vom Amt für Landwirtschaft und Rainer Blaschke für die Initiative boden:ständig erläuterten.

BBV-Kreisobmann Hermann Etzel gewährte in seinen Ausführungen einen Einblick in den Alltag der Landwirte. „Wir Bauern werden weniger, die Betriebe werden größer. Es ist eine Herausforderung, das alles zu managen, und da ist es für uns Bauern auch mal gut, wenn jemand von außen unseren Blick schärft und uns ein bisschen sensibler macht, was den Boden- und Gewässerschutz angeht. Wir sind nicht immer mit allem einverstanden, aber wir haben Ansprechpartner, mit denen man diskutieren kann, das ist sehr viel wert.“

Der Dialog ist laut Etzel sehr wichtig. In der Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz Rottal-Inn funktioniere das sehr gut. Dort sitzen am runden Tisch das Landwirtschaftsamt, das Amt für Ländliche Entwicklung, Wasserwirtschaftsamt, Fischerei, Landschaftspflegeverband, Maschinenring und der Bauernverband. Zur Glyphosatdiskussion gab Etzel zu bedenken, dass gerade beim Erosionsschutz, wo auf das Pflügen verzichtet wird, das Herbizid wichtig ist.

Erosion und Gewässerqualität

Alexander Schraa, Abteilungsleiter der Wasserwirtschaft in Rottal-Inn, vertiefte das Thema: „Bodenerosion ist nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen ein Problem für den Bewirtschafter, der wertvollen Boden verliert. Abschwemmungen und Einträge von Feinmaterialien in nahe liegende Bäche oder Flüsse haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Gewässerökologie.“ Zur Aufgabe des Gewässerschutzes gehöre es, die Verschlammung von Sohle und negative Einflüsse auf die Lebenswelt in Gewässern zu verhindern.

Mit dem Modellprojekt Rottauensee, das im Jahr 2013 zum Abschluss kam, wurde der Öffentlichkeit und den praktizierenden Landwirten die Wichtigkeit des Erosionsschutzes für den Gewässerschutz im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn nahegebracht. Methodisch und finanziell wurde das Vorhaben in Kooperation mit der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung und der ländlichen Entwicklung abgewickelt. „Das Modellprojekt Rottauensee sollte eine Fortsetzung finden in konkreten, zeitlich wie räumlich überschaubaren Umsetzungsmaßnahmen.“

Um dieses Ziel weiter zu verfolgen, so Schraa, hat das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf in enger Zusammenarbeit mit der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung und der Arbeitsgemeinschaft für Boden- und Gewässerschutz in Rottal-Inn mit dem Monitoring eine Studie in Auftrag gegeben. Diese sollte im Einzugsgebiet des Mertseebachs, einem Zubringer der Rott, exemplarisch Transportwege für Erosion identifizieren, Möglichkeiten zur Vermeidung aufzeigen und ihre Wirksamkeit untersuchen.

Die Ergebnisse wurden in die tägliche Arbeit der Berater und der Praktiker eingebracht. In der Arbeitsgemeinschaft wird auch in Zukunft offen und konstruktiv diskutiert und mit dem Projekt boden:ständig vom Amt für Ländliche Entwicklung, das auf immer mehr Flächen im Rottal angewandt wird, scheint die Zukunft gesichert. Ansprechpartner ist Rainer Blaschke vom Landschaftspflegeverband, der auch betonte: „Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind auf einem sehr guten Weg!“

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