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Blick nach vorne richten

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Externer Autor
am
02.04.2019

BBV-Präsident Walter Heidl spricht beim Schweinemastring Rottal-Inn

Es waren zwar Neuwahlen angesetzt bei der Hauptversammlung des Schweinemastrings Rottal-Inn im Eder-Saal in Gscheid, doch im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die aktuelle Situation der Landwirtschaft und hier naturgemäß mit dem Schwerpunkt auf der Schweinehaltung. Vorsitzendem Sepp Reitberger war es gelungen, die derzeit für die Landwirtschaft so wichtigen Informationen aus „erster Hand“ zu bekommen: Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl war da, um zu referieren und auch, um sich den Fragen der Bäuerinnen und Bauern zu stellen. Für den BBV-Spitzenmann war die Veranstaltung auch so etwas wie ein „Heimspiel“: er ist zwar mit seinem Schweinebetrieb in Rahstorf im Landkreis Dingolfing-Landau beheimatet, doch vor der Gebietsreform gehörte dieser Ort zum Gebiet des heutigen Landkreis Rottal-Inn und so war und blieb der Heidl’sche Betrieb Mitglied beim Schweinemastring Rottal-Inn.
Vor den Reden gab es die Regularien: Alle Kandidaten für die Vorstandspositionen wurden einstimmig gewählt. So bleibt Sepp Reitberger (Woching) auch für die nächsten vier Jahre an der Spitze des Verbandes, Christian Fuchsgruber (Falkenberg) übt das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden auch in der neuen Wahlperiode aus.
Nachdem Expertin Maria Hager die Leistungsdaten für den Bereich des Schweinemastrings vorgetragen hatte, legte Heidl in einem kämpferischen Referat aktuelle Probleme auf den Tisch. Man habe, so der BBV-Präsident, für den Erhalt der Ausgleichszulagen in den bisher als „benachteiligte Gebiete“ bezeichneten Regionen gekämpft, letztendlich habe sich aber doch die europäische Ebene durchgesetzt. „Uns als Berufsvertretung schmerzt das sehr, denn wir wissen, wie wichtig diese Zahlungen für die Betriebe waren“, so Heidl. Doch jetzt gelte es, den Blick nach vorne zu richten, denn es gebe noch genügend Baustellen für die Landwirtschaft. Bei den Schweinehaltern sei dies insbesondere die Diskussion um die Ferkelkastration. „Es ist klar: wir als Tierhalter wollen die schmerzlose Kastration der männlichen Ferkel und wir brauchen deshalb eine vernünftige Lösung, die auch im Alltag in den Ställen praktikabel ist“, erklärte der BBV-Präsident. Der Verband mache sich deshalb dafür stark, den sogenannten „4. Weg“ durchzusetzen, der es Landwirten möglich macht, nach entsprechender Einweisung die Betäubung selbst durchzuführen, denn so seien Tierwohl und Praxisorientierung gesichert.

"Rettet die Bienen" war auch Thema

Heidl ging auch auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein. Er kritisierte, dass im gesamten Gesetzesvorschlag der Initiatoren des Begehrens die Biene gar nicht vorkomme. Noch schlimmer sei aber, dass mit Ausnahme des Bereichs der „Lichtverschmutzung“ alle anderen geforderten Auflagen nur die Landwirtschaft betreffen. Heidl machte deutlich, dass er immer noch auf den aktuell laufenden „Runden Tisch“ unter Leitung von Alois Glück setzt, um wichtige Änderungen zu erreichen: „Wenn die Gesellschaft will, dass es auch in Zukunft noch Landwirtschaft gibt in unserer Heimat, wenn sie ihre Lebensmittel nicht nur aus dem Ausland importieren will – dann braucht es einen Gesellschaftsvertrag, bei dem alle ihren Beitrag leisten“, für diese Forderung des Präsidenten gab es viel Applaus.

Leitender Landwirtschaftsdirektor Josef Eichenseer machte deutlich, dass im Landkreis Rottal-Inn beim Blick auf Boden- und Gewässerschutz die Landwirtschaft mit gutem Beispiel vorangeht. Es sei vielleicht auch ein gesellschaftliches Phänomen „dass man für alle Probleme immer einen Prügelknaben braucht“, so der Amtsleiter. Er sei aber, so Eichenseer, zuversichtlich, dass die Landwirtschaft im Rottal den Kopf nicht in den Sand stecken werde, im Gegenteil: „Es ist bemerkenswert, wie aktiv unsere Bäuerinnen und Bauern dabei sind, wenn es darum geht, sich neues Wissen anzueignen, damit beim Umweltschutz alles ordentlich abläuft.“ Gerd Kreibich
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