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Schicksalsschlag

Brandinferno auf Bauernhof

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Josef Heisl
am
09.09.2019

Der Schock sitzt tief, doch nach der Brandkatastrophe auf dem Hof der Familie Fisch in Wingersdorf ist auch klar, dass wieder aufgebaut wird.

Auf dem Bauernhof der Familie Fisch in Wingersdorf nahe Kellberg sieht es aus wie nach einem Bombenangriff. Die große Hofstelle wird dominiert von verkohlten Balken, eingestürzten Dächern und Mauern und immer noch von Brandgeruch. Das Brandinferno, das den Betrieb der Familie am 24. August zum größten Teil vernichtete, hinterließ einen Millionenschaden, 30 Tiere kamen ums Leben, der schwere Schock ist der ganzen Familie noch immer deutlich anzumerken. Und doch: Markus Fisch, mit Hausnamen „Junger Bauer“ und sein Vater Franz Fisch werden weitermachen: „Das steht fest“, sagen beide in felsenfestem Ton.
Das Aufräumen ist in vollem Gange: „Drei Tage sind wir praktisch ununterbrochen vor Ort gewesen“, berichtet Kreisbrandinspektor Horst Reschke und lobt seine rund 250 Einsatzkräfte von 21 Feuerwehren. Auch der Passauer Landrat Franz Meyer, der sich an der Brandstelle zusammen mit Bürgermeister Alexander Sagberger vom Ist-Stand informierte, lobte, wie der Bürgermeister, die Einsatzkräfte. „Innerhalb weniger Tage war ich jetzt an drei Brandplätzen“, so Meyer, der dabei nur hoch motivierte Einsatzkräfte angetroffen habe.
Der Landrat sagte der Familie Fisch jegliche Hilfe zu und stellte gleich seinen Baufachmann Franz Emmer aus dem Landratsamt, den er mitgebracht hatte, als Kontaktmann und fachlichen Berater vor.
Franz Fisch merkt besonders positiv den Einsatz der Nachbarn an, die auch beim Einfangen der verstörten Tiere geholfen haben. Einige wurden mit Drohnen gefunden, ein Hubschraubereinsatz wurde abgebrochen, weil er die Tiere noch mehr verstört habe. Derzeit seien Tiere auf 15 Anwesen verteilt, deren Besitzer sich ohne Wenn und Aber zur kostenlosen Unterbringung bereit erklärten.
Zum Schluss des Ortstermins meinte Senior Franz Fisch, er sei mit 14 Jahren hierhergekommen und jetzt mache die Familie auch nach diesem Schicksalsschlag weiter, aufgeben kommt für uns nicht in Frage“.
Der große Dank des Landwirtes richtet sich aber an die vielen Helferinnen und Helfer, aus der Nachbarschaft ebenso wie von den vielen beteiligten Freiwilligen Feuerwehren: aus dem gesamten Umland. 22 Wehren waren im Einsatz gewesen. „Wir sind unsagbar dankbar gegenüber jedem einzelnen Helfer, der uns zur Seite gestanden hat. Aus dieser erlebten Solidarität nehmen wir auch etwas von der Kraft, alles wieder aufzubauen und weiterzumachen“, sagte Markus, hoffnungsvoll in die Zukunft blickend.
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