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Infrastruktur

Dorfladen - Tante Emma ist wieder da

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Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
07.01.2019

Im niederbayerischen Dorf Rogglfing wurde nach jahrelanger Planung ein Dorfladen mit regionalem Schwerpunkt eröffnet.

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Eine Kirche, ein Wirtshaus, ein Kindergarten – und jetzt auch wieder ein richtig schöner Dorfladen: Zur Eröffnung des „Tante-Emma-Ladens“ in der Ortsmitte waren viele Gäste gekommen, um sich ein Bild zu machen von der gelungenen Einrichtung zur Nahversorgung. Denn das Dorfladenprojekt in Rogglfing wurde nach dem Prinzip „Gut Ding will Weile haben“ geplant und umgesetzt: viele Beteiligte zogen an einem Strang, die Gemeinde Wurmannsquick, zu der Rogglfing gehört, der gesamte Marktrat, die zuständigen Förderstellen und vor allem auch das Amt für ländliche Entwicklung Niederbayern standen hinter dem Konzept, doch es gab auch Hürden zu überwinden, die anfangs nicht ganz so hoch wirkten.
So dauerte es seine Zeit, bis alles fertig war, doch jetzt hat sich der schmucke Laden zu einem richtigen Treffpunkt in Rogglfing entwickelt.
Dabei gibt es natürlich nicht nur eine „Tante Emma“, sondern gleich ein ganzes Team von freundlichen Frauen, die den Betrieb des Geschäfts sicherstellen, von Montag bis Freitag übrigens schon ab 6 Uhr morgens, da gibt es schon duftende Semmeln und frischen Kaffee.
„Und Gott sah, dass es gut ist“, unter dieses Motto hatte Pfarrer Joseph seine Segnung gestellt. Mit herzlichen Worten wünschte er dem Dorfladen viel Erfolg und vor allem viele zufriedene Kunden. „In Rogglfing wurde ein Gemeinschaftswerk geschaffen, viele haben mitgeholfen und heute können wir sehen, dass es gut ist“, so der Geistliche, der alle Räumlichkeiten mit geweihtem Wasser segnete.
Bürgermeister Georg Thurmeier sagte den Gästen der Eröffnungsfeier ein „Herzliches Grüß Gott in unserem neuen Dorfladen“. Sein Dank richtete sich an das Amt für ländliche Entwicklung für die Förderung, ohne die das Projekt sicher nicht umsetzbar gewesen wäre. Der neue Laden trage dem Trend Rechnung, dass vielen Verbrauchern die Regionalität mittlerweile mindestens ebenso wichtig sei wie der Preis eines Lebensmittels, betonte der Bürgermeister. Er lobte die wirklich zentrale Lage des Dorfladens im Herzen des Ortes und mit einer ausgesprochen jungen Nachbarschaft: im selben Haus, ein Stockwerk über dem Dorfladen, ist ein Kindergarten untergebracht. Und das hat seine Auswirkungen dann auch im Geschäft: Mütter, die ihre Kinder in den Kindergarten gebracht haben, treffen sich gerne zum kurzen Austausch auf einen Kaffee in einer gemütlichen Sitzecke des Ladens, um noch einmal „durchzuschnaufen“, bevor der Alltag richtig durchstartet.
Die Geschichte bis zur Eröffnung des Ladens ließen Mit-Initiatorin Maria Stadler und Geschäftsleiterin Anita Richter bei der Eröffnungmit viel Herz Revue passieren. Beide strahlten die Freude darüber aus, dass es jetzt auch offiziell losgegangen ist mit dem Dorfladen.
Das Angebot des Dorfladens ist dabei weit gefächert: vor allem Lebensmittel sind gefragt, insbesondere die Frischetheke mit dem Angebot eines lokalen Bäckers und eines nahen Metzgers hat sich herumgesprochen: „Mittlerweile halten auch viele Autos, die eigentlich nur auf der Durchfahrt sind, um eine Pause einzulegen oder sich mit Wurst- oder Leberkässemmeln einzudecken“, berichtet Maria Stadler nicht ganz ohne Stolz.
Preislich liegt der Dorfladen gar nicht so weit weg von den Märkten im nahen Eggenfelden oder Simbach a. Inn, denn: „Das kann man sich eigentlich gar nicht erlauben, weil die Kunden auch im Dorfladen reelle Preise erwarten“, das weiß auch Bürgermeister Georg Thurmeier, der aber auch vorrechnet: „Wenn man die Benzinkosten dazurechnet, die es braucht, um in den Supermarkt zu fahren, dann relativiert sich das wieder ein bisschen“.
Besonders stolz ist man im neuen Laden auf die vielen Produkte aus der Region, die hier angeboten werden, sie werden sehr nachgefragt, wie Geschäftsleiterin Anita Richter unterstreicht. Organisiert ist der neue Dorfladen in Form einer „Unternehmergesellschaft“, er ist also ein eigenständiges Unternehmen - ein Unternehmen, auf das man im Ort stolz ist.
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