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Zusammenarbeit

Eins plus eins soll mehr sein als zwei

MV-EGO
Helga Gebendorfer
am
16.04.2018

Die Erzeugergemeinschaft Oberbayern für tierische Veredelung will mit der EG Südostbayern fusionieren.

Wir blicken auf zehn Jahre EGO zurück – eine Erfolgsgeschichte“, zog der erste Vorsitzende Anton Mayr bei der Mitgliederversammlung der Erzeugergemeinschaft für tierische Veredlung Oberbayern (EGO) eine positive Bilanz. Der EGO mit den drei Standorten Waldkraiburg, Waidhofen und Pfaffenhofen/Ilm gehören aktuell über 2500 Mitglieder an. Derzeitiges Hauptthema ist die geplante Fusion der EGO mit der Erzeugergemeinschaft (EG) Südostbayern.

Höhere Preise im Jahr 2017

Beim Blick auf das vergangene Jahr zeigte sich Mayr zufrieden. „Wir konnten ein erfreuliches Ergebnis erzielen“, fasste er zusammen und dankte allen Mitarbeitern für ihr Engagement. So ist der Umsatz leicht gestiegen, in erster Linie durch die höheren Preise, und die Stückzahlen bewegten sich auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. „Für die Erzeuger waren die höheren Preise in 2017 dringend nötig“, fügte Mayr hinzu.

In diesem Zusammenhang berichtete er, dass beim Schlachthof Landshut die Irritationen während der Umbauphase beseitigt sind und nun alles reibungslos läuft. Waldkraiburg stehe kurz vor der Fertigstellung. „Es wird einer der modernsten Rinderschlachthöfe Europas mit einer schonenden und hygienischen Schlachtung“, teilte er mit und begrüßte die relativ kurzen Transportwege.

Kritik übte Mayr an der zunehmend negativen Berichterstattung in den Medien, vor allem im Hinblick auf Tierhaltung. Er wünschte sich mehr Sachverstand bei den Äußerungen und begrüßte die Initiative „Unsere Bayerischen Bauern“. „Mit der Imagekampagne ist ein Anfang für positive Öffentlichkeitsarbeit gemacht“, erklärte er. Alles in allem soll mehr Wertschätzung der regionalen Landwirtschaft erreicht werden. Dadurch solle auch die bayerische Kulturlandschaft gestärkt werden. „Die neue Düngeverordnung hat Auswirkungen auf unser Tun“, so Mayr weiter. Er könne sich eine negative Entwicklung der Tierzahlen vorstellen – aufgrund der Unsicherheit der unterzubringenden Güllemengen.

Stärkung der bäuerlichen Selbsthilfe

„Die Gespräche zu einer Fusion mit der EG Südostbayern sind bereits sehr weit fortgeschritten“, informierte Mayr. Obwohl keine wirtschaftliche Notwendigkeit besteht, sei es ratsam, diesen Schritt wohlüberlegt zu machen. Damit wollen sich die EGs früh genug auf die Konzentration der Abnehmer und den Strukturwandel einstellen. „Wir können es uns nicht leisten, dass die EGs gegenseitig die Preise hochtreiben und wollen die Gebietsüberschneidungen effektiver gestalten“, betonte der Vorsitzende, der mit der Fusion Vorteile in Form von Synergieeffekten und Effizienzsteigerung sah. „Das ist in jedem Fall eine weitere Stärkung der bäuerlichen Selbsthilfeorganisationen“, meinte er und verriet, dass aus den zwei EGs etwas Neues mit anderem Namen entstehen wird. Die beiden Partner vereinen einen Umsatz von nahe 500 Mio. € im Jahr.

Andreas Geigenberger vom AELF Pfaffenhofen berichtete, dass ein großes Interesse an Fort- und Weiterbildung bestehe. Demnach sei die Landwirtschaftsschule sehr gut besucht und auch die Bila-Kurse seien voll.

EGO-Geschäftsführer Franz Beringer ging in seinem Bericht auf die Entwicklung der Preise bei Kühen, Jungbullen, Bullenkälbern, Ferkeln und Schweinen ein und nahm auch den internationalen Rindfleisch- und Ferkelmarkt in den Blick. Dabei kündigte er an, dass die Markttendenz nach unten geht. Zudem bestätigte er, dass Ware aus Bayern oder Deutschland global einen hervorragenden Ruf habe. Alle Märkte seien dafür aufnahmefähig, wobei hier allerdings derzeit nur die Afrikanische Schweinepest einen Riegel vorschieben könnte. In diesem Fall wird mit Sperren für den Export gerechnet.

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